Darum gehts
- Gianni Infantino steht in der Kritik für Korruption und Machtmissbrauch
- Schweizer Sportbehörden sollen Ethik und Fairness aktiver fördern
- Der Fussballverband sollte sich gegen Infantino stellen
Fifa-Präsident Gianni Infantino verkörpert die widerliche Seite des internationalen Sportbetriebs: Machtkalkül statt Moral, Geld statt Prinzipien, Günstlingswirtschaft statt Compliance. Er macht vor Donald Trump den Bückling.
Und die Schweiz? Sie schaut zu. Es reicht nicht, wenn Sportminister Martin Pfister in die USA reist, um die Nati anzufeuern. Wer Verantwortung trägt, muss Haltung zeigen. Pfister sollte für Ethik, Fairness und Rechtsstaatlichkeit im Sport werben. Hoffentlich tritt er mit einer roten «Make Ethics Great Again»-Mütze auf.
Ruth Metzlers Elfmeter
Auch das Bundesamt für Sport darf sich nicht länger verstecken. Es muss den Druck auf die Verbände erhöhen. Wer Ethik- und Genderthemen als Modewelle abtut, hat den Kern des Sports nicht verstanden. Integrität und Fair Play sind kein PR-Slogan, sondern bilden die Grundlage des Sportgeists. Doch an der Basis hapert es, funktionierende Meldestellen sind vielerorts ein Fremdwort.
Schon länger wurstelt Swiss Olympic an einem Strategieprozess herum. Gianni Infantino beschert Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler einen Elfmeter, den sie verwandeln muss: Ethik ist nicht verhandelbar – und wichtiger denn je.
Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) steht in der Pflicht. So schwierig es wird, Infantino zu stürzen – der SFV muss es zusammen mit der Uefa versuchen. Und wenn ein somalischer Schiedsrichter nicht einreisen darf und iranische Spieler gedemütigt werden, dann betrifft das auch den globalen Süden. Neue Allianzen sind gefragt. Hopp Schwiiz!