Darum gehts
- Rote Warnleuchten erfordern sofortiges Handeln, gelbe signalisieren Kontrollbedarf
- Rote Öllampe bedeutet oft Motorschaden-Gefahr, sofort anhalten und prüfen
- Betriebsanleitung konsultieren: Symbole und Bedeutungen variieren je nach Fahrzeugmodell
Wenn während der Fahrt plötzlich eine Warnleuchte aufleuchtet, solltest du genau hinschauen. Denn die kleinen Symbole zeigen nicht nur an, dass etwas mit deinem Auto nicht stimmt, manche von ihnen können im schlimmsten Fall auf eine unmittelbare Gefahr hinweisen.
Die Farben sind klare Zeichen
Als Faustregel gilt: Rot bedeutet höchste Dringlichkeit, Gelb weist auf eine Störung oder einen Kontrollbedarf hin. Je nach Fahrzeugmodell können sich die Symbole und ihre genaue Bedeutung allerdings unterscheiden. Im Zweifel hilft deshalb immer ein Blick in die Betriebsanleitung.
Rote Öllampe: Sofort anhalten
Besonders ernst ist die rote Öllampe. Sie kann auf einen zu niedrigen Öldruck oder ein Problem mit der Ölversorgung des Motors hindeuten. Leuchtet sie während der Fahrt auf, solltest du das Auto möglichst schnell und sicher anhalten und den Motor ausschalten.
Wer trotz der Warnung weiterfährt, riskiert schwere Motorschäden. Deshalb solltest du die Lampe nicht einfach ignorieren, auch wenn dein Auto zunächst noch völlig normal läuft. Nach dem Anhalten kannst du den Ölstand kontrollieren. Erlischt die Warnleuchte danach nicht, solltest du den Motor nicht erneut starten und professionelle Hilfe holen.
Rote Bremsleuchte: Hier geht es um deine Sicherheit
Auch eine rote Warnleuchte für die Bremsanlage verlangt sofortige Aufmerksamkeit. Sie kann beispielsweise auf zu wenig Bremsflüssigkeit oder ein Problem mit dem Bremssystem hinweisen.
Da die Bremsen unmittelbar für deine Sicherheit verantwortlich sind, solltest du die Fahrt nicht einfach fortsetzen. Wenn sich das Bremspedal plötzlich ungewöhnlich weich anfühlt oder die Bremswirkung nachlässt, solltest du keinesfalls weiterfahren.
Temperatur-Warnleuchte: Motor droht zu überhitzen
Leuchtet die rote Temperaturanzeige, kann der Motor überhitzt sein. Wenn du jetzt weiterfährst, riskierst du teure und möglicherweise schwere Schäden.
Stell das Auto deshalb möglichst sicher ab und lass den Motor abkühlen. Wichtig: Den Deckel des Kühlmittelbehälters solltest du nicht unmittelbar nach dem Anhalten öffnen. Das Kühlsystem kann unter hohem Druck stehen und heisses Kühlmittel austreten lassen.
Airbag-Leuchte oder Gurtenleuchte: Unsichtbare Gefahr
Eine Warnleuchte für den Airbag ist weniger spektakulär, sollte aber ebenfalls nicht ignoriert werden. Sie kann auf einen Fehler im Rückhaltesystem hinweisen.
Das Problem: Von aussen kannst du nicht erkennen, ob der Airbag im Ernstfall tatsächlich funktioniert. Deshalb solltest du die Ursache möglichst bald in einer Werkstatt überprüfen lassen.
Auch die Gurtwarnleuchte kann rot aufleuchten. Hier bedeutet das normalerweise schlicht, dass du oder ein Mitfahrer nicht angeschnallt bist. Eine schwere Tasche auf dem Sitz kann bei manchen Fahrzeugen ebenfalls den Sitzsensor auslösen.
Gelbe Motorlampe: Nicht sofort Panik – aber handeln
Gelbe Warnleuchten bedeuten normalerweise nicht automatisch, dass du sofort stehen bleiben musst. Sie sind aber ebenfalls kein Grund, das Problem einfach zu vergessen.
Ein typisches Beispiel ist die gelbe Motorkontrollleuchte («Check Engine»). Sie kann auf ganz unterschiedliche Probleme hinweisen – von einem vergleichsweise kleinen Fehler bis zu einer ernsthaften Störung der Motorsteuerung oder der Abgasreinigung.
Leuchtet sie während der Fahrt auf, solltest du das Auto zeitnah überprüfen lassen. Blinkt die Motorkontrollleuchte, kann das auf einen schwerwiegenderen Fehler hindeuten. Dann solltest du besonders vorsichtig reagieren und die Hinweise des Fahrzeugherstellers beachten.
ABS und ESP: Nicht einfach weiterfahren
Auch die ABS-Leuchte solltest du ernst nehmen. Das Auto kann möglicherweise weiterhin bremsen, allerdings funktioniert das Antiblockiersystem unter Umständen nicht mehr. Gerade bei einer Notbremsung kann das einen wichtigen Unterschied machen.
Ähnliches gilt für die ESP- oder ASR-Warnleuchte. Sie kann auf eine Störung der elektronischen Stabilitäts- oder Traktionskontrolle hinweisen. Besonders auf nasser, verschneiter oder rutschiger Fahrbahn kann das relevant werden. Bei einer dauerhaft leuchtenden ESP-Warnung solltest du vorsichtig fahren und die Ursache zeitnah überprüfen lassen.
Reifendruck und Batterie ebenfalls ernst nehmen
Leuchtet die Reifendruck-Warnleuchte, solltest du den Druck möglichst bald kontrollieren. Ein falscher Reifendruck kann das Fahrverhalten beeinflussen. Hinter der Warnung können sowohl ein schleichender Druckverlust als auch eine Reifenpanne stecken.
Auch eine Batterie- oder Ladekontrollleuchte solltest du nicht einfach ignorieren. Sie kann auf ein Problem mit der Stromversorgung oder der Lichtmaschine hindeuten. Je nach Ursache kann das Fahrzeug während der Fahrt irgendwann nicht mehr ausreichend mit Strom versorgt werden.
Die gelbe Tankanzeige ist dagegen normalerweise weniger dramatisch: Sie signalisiert schlicht, dass der Kraftstoff knapp wird und du bald tanken solltest.
Die Farbe ist dein erster wichtiger Hinweis
Für dich als Autofahrer lässt sich die Vielzahl der Symbole auf einen einfachen Grundsatz reduzieren: Bei Rot solltest du besonders schnell reagieren, bei Gelb die Ursache zeitnah abklären.
Wichtig ist aber auch: Nicht jedes Fahrzeug verwendet exakt dieselben Symbole oder Farben. Entscheidend ist deshalb immer die Betriebsanleitung deines Autos.
Wenn eine rote Warnleuchte während der Fahrt aufleuchtet, solltest du das Auto, sofern gefahrlos möglich, an einem sicheren Ort abstellen. Bei einer Panne musst du zudem darauf achten, andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Eine kleine Lampe auf dem Armaturenbrett kann damit ein entscheidender Hinweis sein. Wer sie richtig deutet und rechtzeitig reagiert, kann nicht nur einen teuren Schaden verhindern, sondern unter Umständen auch eine gefährliche Situation auf der Strasse.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.