Vom Kindergarten-Trauma zum Fashion-Piece
Warum jetzt alle Gummistiefel tragen

Früher Zwangsjacke fürs Kindergarten-Pausengelände, heute Statement-Piece auf Festivals und in Grossstädten: Gummistiefel machen gerade ein echtes Comeback. Höchste Zeit, das gemeinsame Trauma zu verarbeiten und die Dinger wieder cool zu finden.
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Wasserspass pur! Gummistiefel an und los!
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gummistiefel feiern 2026 ein überraschendes Comeback in Mode und Streetstyle
  • Praktische Funktionalität trifft auf «hässlich-chic»-Trend, jetzt auch für Festivals
  • Erhältlich in Designs von Lack-Optik bis Blumenmuster, breite Stil-Auswahl
Valeska Jansen
Style

Es gibt Kleidungsstücke, die man als Kind gehasst hat, mit einer Intensität, die man sonst nur für Vollkornbrot und Zähneputzen reserviert. Gummistiefel gehören definitiv in diese Kategorie. Quietschend, unbequem, optisch irgendwo zwischen «Bauernhofbesuch» und «Katastrophenschutz-Übung», niemand wollte freiwillig in ihnen gesehen werden. Und jetzt? Jetzt stehen sie plötzlich in jedem zweiten Streetstyle-Feed, auf Festivalwiesen und sogar auf dem Weg ins Büro. Ein Comeback, das so niemand kommen sah, aber irgendwie doch Sinn ergibt.

Warum ausgerechnet jetzt?

Die Antwort liegt vermutlich in einer Mischung aus praktischer Notwendigkeit und dem generellen Trend zu «hässlich-chic». Ugly Sneakers, klobige Plateauschuhe, überdimensionierte Cargo-Hosen, die Modewelt liebt seit Jahren das bewusst Unperfekte. Gummistiefel passen da nahtlos ins Bild: Sie sind zweckmässig bis zur Schmerzgrenze, komplett wetterfest und optisch das genaue Gegenteil von zart und zierlich. Genau diese trotzige Funktionalität macht sie gerade wieder spannend, ein Statement gegen zu viel Zerbrechlichkeit im Schuhschrank.

Der Materialwechsel: vom Bauernhof auf den Laufsteg

Was früher schlicht Naturkautschuk in Gelb oder Grün war, kommt heute in Lack-Optik, Metallic-Finish oder sogar mit aufgesticktem Blumenmuster daher. Manche Modelle wirken fast wie Stiefeletten mit Superkräften, andere bleiben bewusst klobig und roh, als wollten sie sagen: «Ja, ich bin ein Gummistiefel, und ich stehe dazu.» Diese Bandbreite ist es auch, die den Trend so vielseitig macht: vom minimalistischen Chelsea-Boot-Verschnitt bis zum XXL-Plateau-Modell für alle mit Hang zum Dramatischen.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Wie man Gummistiefel trägt, ohne wie eine wandelnde Regenwarnung auszusehen

Der Trick liegt im Kontrast: Gummistiefel wollen nicht zu funktional gestylt werden, sonst wirkt das ganze Outfit schnell wie eine Wanderausrüstungs-Kampagne. Kombiniert mit einem fliessenden Sommerkleid entsteht dagegen genau die Spannung, die den Look interessant macht, praktisch unten, mädchenhaft oben. Auch zu Shorts und übergrossem Blazer funktioniert das Prinzip erstaunlich gut, unerwartet trifft auf clean. Wer's subtiler mag, kombiniert schlichte, schwarze Modelle zu Jeans und Oversize-Hoodie, urban statt Bauernhof.

Das Festival-Argument, das wirklich zieht

Wer schon mal versucht hat, in durchgeweichten Sneakern über ein matschiges Festivalgelände zu stapfen, weiss: Style ist in diesem Moment komplett egal, Trockenheit dagegen nicht verhandelbar. Genau hier spielen Gummistiefel ihre eigentliche Stärke aus. Sie überleben Schlamm, Regen und stundenlanges Herumstehen vor der Bühne, und sehen dabei inzwischen so gut aus, dass niemand mehr das Gefühl haben muss, modisch kapituliert zu haben.

Das Fazit

Gummistiefel haben den Sprung geschafft, vom ungeliebten Pflichtprogramm der Kindheit zum bewusst gewählten Statement-Piece. Vielleicht ist genau das die beste Rache: Das Teil, das man als Kind am meisten gehasst hat, trägt man jetzt freiwillig, und sieht dabei sogar richtig gut aus. Wetterbericht sei Dank.

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