Darum gehts
- Thurgau Travel verzichtet trotz mehr Treibstoffkosten auf Zuschläge für Kunden
- Andere Anbieter verlangen 50 bis 90 Euro Aufpreis pro Person wöchentlich
- Thurgau Travel rechnet 2026 mit Mehrkosten in Millionenhöhe
Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Überall gehen die Preise hoch. Seien es die Benzinpreise an den Zapfsäulen oder höhere Kerosinkosten, die den Fluggästen aufs Ticket geschlagen werden. Die höheren Dieselpreise bekommen Kreuzfahrer nun auch verstärkt zu spüren. Die Unruhe im Nahen Osten, der Iran-Krieg und blockierte Seewege lassen die Energiepreise in der europäischen Flusskreuzfahrt in die Höhe schiessen. «Die gestiegenen Treibstoffkosten betreffen die gesamte Branche und auch uns», sagt Daniel Pauli-Kaufmann (40) zu Blick. Er ist Geschäftsführer von Thurgau Travel, einem Familienunternehmen mit rund 30 Mitarbeitenden.
Laut Pauli-Kaufmann geben mehrere Veranstalter in Europa die Mehrkosten mit Zuschlägen von 50 bis 90 Euro pro Person und Woche an die Gäste weiter. Auch das Weinfelder Familienunternehmen habe solche Zuschläge diskutiert, so der Manager. «Doch wir verzichten vorerst trotz erwarteter Mehrkosten in Millionenhöhe auf eine Weitergabe.»
Kostenlawine rollt auf Flussreiseanbieter zu
Für 2026 erwartet Thurgau Travel Mehrkosten in siebenstelliger Höhe. Derzeit arbeite sein Unternehmen daran, die Kosten tief zu halten und zum Teil intern aufzufangen. «Wir optimieren die Reiseplanung und Flottenauslastung und werden so effizienter», sagt Pauli-Kaufmann.
Treibstoffkostenzuschläge sind in der Schifffahrtsbranche ein gängiges Instrument und in den AGB der meisten Anbieter fest verankert. So auch bei Thurgau Travel, gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Worauf er bislang auch verzichtet hat: Mitbewerber haben laut seinen Angaben bereits Energiekostenzuschläge auf alle Neubuchungen für 2026 und 2027 eingeführt. Trotz geopolitischer Verwerfungen konnte er bislang alle Schiffe planmässig und mit der vorgesehenen Crew ausstatten – auch die fünf Schiffe in Asien, wo Flussreisen in Indien zum Teil Anflüge über Dubai erfordern.