Schaurig-schöne Sehenswürdigkeit
Um diesen Bergsee rankt sich eine gruselige Legende

Der Teufelssee zählt zu den schönsten Naturwundern Montenegros. Doch sein friedliches Erscheinungsbild täuscht – seit Jahrhunderten ranken sich düstere Geschichten um das geheimnisvolle Gewässer.
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Der Teufelssee (Vrazje jezero) ist ein wahres Naturjuwel.
Foto: IMAGO/Pond5 Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Teufelssee im Durmitor-Nationalpark in Montenegro lockt mit türkisblauem Wasser und mysteriösen Legenden
  • Der See ist nur 11 Meter tief, soll jedoch trotzdem unheimlich gefährlich sein
  • Die Ältesten glaubten einst, der Grund des Sees sei von Teufeln bewohnt
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Nikolina Pantic

Montenegro gilt als eine der schönsten Perlen des Balkans. Das kleine Land begeistert mit Stränden, die an die Côte d’Azur erinnern, spektakulären Berglandschaften und Naturjuwelen wie dem Durmitor-Nationalpark. Dort liegt ein See, dessen Name zunächst abschreckt: der Teufelssee.

Dabei ist der «Vrazje jezero», wie er auf Montenegrinisch heisst, heute einer der beliebtesten Ausflugsorte der Region. Das türkis schimmernde Wasser, umgeben von dichten Wäldern und den Gipfeln des Durmitor-Massivs, wirkt friedlich und idyllisch.

Doch hinter der malerischen Kulisse verbirgt sich eine düstere Legende. Der Teufelssee soll einst Schauplatz unheimlicher Ereignisse gewesen sein – und genau diese Geschichte macht ihn bis heute zu einem der geheimnisvollsten Orte Montenegros.

Das Bergauge von Montenegro

Dieses Bergjuwel liegt an der Strasse von Zabljak in Richtung Niksic. Da es sich auf 1411 Meter über dem Meer im Durmitor-Nationalpark befindet, ist der See aufgrund seiner markanten Form selbst aus der höher gelegenen Umgebung gut zu erkennen.

Was die Besucher zum Staunen bringt, ist der visuelle Effekt, aufgrund dessen dieser See zu Recht zu den sogenannten «Bergaugen» gezählt wird. Die Ufer des Sees haben eine unwirkliche, leuchtend türkisblaue Farbe. Der Mittelteil wechselt plötzlich zu einem tiefen, mystischen Dunkelblau.

Kristallklar, aber brutal kalt

Das Wasser im Teufelssee ist unglaublich klar und transparent. Aufgrund des Gebirgsklimas und der Höhenlage ist es jedoch extrem kalt, weshalb vom Schwimmen abgeraten wird – obwohl es immer wieder Mutige gibt, die der Versuchung nicht widerstehen können.

Nach Angaben der Einheimischen ist der See elf Meter tief und mit einem gruseligen lokalen Glauben verbunden. Der Legende zufolge ist jeder ertrunken, der versucht hat, vom einen Ufer zum anderen zu schwimmen.

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Vom Teufel bis zum geflügelten Jabucil

Gerade wegen seiner Besonderheiten und seiner mystischen Atmosphäre ist dieser Ort mit faszinierenden Legenden verbunden, die erklären, wie er zu seinem Namen kam.

Einst glaubten die Ältesten, der Grund des Sees sei von Teufeln bewohnt. Der Legende nach kamen Nachtdämonen jeden Abend an die Oberfläche, um Unheil und Böses über jene zu bringen, die sich in der Nähe des Wassers aufhielten und böse Absichten hegten. Einer anderen, weitaus bekannteren Legende zufolge jagte der berühmte Herzog Momcilo einst in den dichten Wäldern rund um den See.

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Eines Tages entstieg ein mächtiges rotes Pferd den Tiefen des Wassers und deckte die Stute des Herzogs. Diese gebar daraufhin das geflügelte Pferd Jabucil, das Teil von berühmten folkloristischen Sagen ist. Doch nicht nur bei den montenegrinischen Perlen spukt es. Auch in der Schweiz gibt es schaurig-schöne Plätze.

Der Pakt mit dem Bösen: Teufelsbrücke Andermatt

Die Teufelsbrücke in Andermatt trägt zwar einen schaurigen Namen – gruselig an ihr ist jedoch nichts.
Foto: Getty Images

Bei der Teufelsbrücke in Andermatt ist der Name Programm. Der Legende nach versuchten die Urner im 13. Jahrhundert wiederholt, eine Brücke zu bauen, um den beschwerlichen Weg über das Gotthardmassiv zu erschliessen. Dabei verloren sie Männer und Maultiere.

Aus Verzweiflung schlug der Landammann vor, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen. Die Urner verlangten von ihm, eine Brücke zu bauen. Tatsächlich stand die Teufelsbrücke bereits am nächsten Tag – allerdings mit einem Haken: Die erste Seele, die sie überquerte, sollte dem Teufel gehören. Der Legende nach überlisteten die Urner ihn jedoch, indem sie zuerst eine Geiss über die Brücke schickten.

Heute ist die Brücke ein wahrer Augenschmaus und führt durch die Schöllenenschlucht – einen der legendärsten Abschnitte der Gotthardroute. Wer heute über die Teufelsbrücke geht, kann erahnen, wie beschwerlich der Weg entlang der Reuss einst war.

Hier hausen kleine Teufel

Die Legende besagt, dass Les Diablerets ein verfluchter Ort sei. Heute jedoch lockt das Bergmassiv mit Attraktionen wie dem «Tissot Walk» viele Besucherinnen und Besucher an.
Foto: Getty Images

Der idyllische Ort an der Grenze der Kantone Bern, Wallis und Waadt liegt am Fuss des gleichnamigen Bergmassivs Les Diablerets. Die Region gilt heute als Hochburg für Abenteuerlustige. Seinen teuflischen Namen verdankt Les Diablerets einer Walliser Legende, wie das Historische Lexikon der Schweiz schreibt.

Der Legende nach ging man davon aus, dass die Berge von kleinen Teufeln bewohnt seien. Weil es bei ihren Spielen mit den Felsen so laut gewesen sein soll, glaubten die Menschen im Tal, die Dämonen würden kegeln. Deshalb trägt der «Quille du Diable», zu Deutsch «Teufelskegel», seinen Namen.

Doch von Angst und Schrecken ist heute keine Spur mehr. Les Diablerets überzeugt stattdessen mit einer breiten Palette an Aktivitäten: Die Hängebrücke «Tissot Walk», die auf rund 3000 Meter über Meer zwei Berggipfel verbindet, lockt Abenteuerlustige an. Kletterfans können ihr Können an einem Klettersteig unter Beweis stellen, während Wintersportler auf 104 Pistenkilometern auf ihre Kosten kommen.

Auch die Solothurner Schluchten sind nicht sicher

Trotz Schauergeschichten: Die Teufelsschlucht ist ein beliebtes Wanderziel.
Foto: myswitzerland.com

Die Teufelsschlucht wirkt heute wie ein Ort der Ruhe: Raue Felswände, üppiges Grün und das stetige Plätschern des Wassers prägen die Szenerie. Doch so friedlich, wie sie heute erscheint, war es hier nicht immer. Der Legende nach verirrte sich der Teufel mit einer armen Seele in der Schlucht.

Weil es selbst dem Unruhestifter dort so gut gefiel, holte er seine gleichgesinnten Freunde herbei, die reichlich Unruhe stifteten. Dem Spuk setzte schliesslich ein Pater aus dem Kapuzinerkloster in Olten ein Ende.

Heute ist die Teufelsschlucht ein beliebtes Wanderziel. Die abwechslungsreiche Juralandschaft mit ihren Schluchten, Wäldern, Weiden und schroffen Felsgraten begeistert Naturliebhaber.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier. 

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