Darum gehts
- Schweizer Frank Kurer gründet Glamping-Resort My little Farm in Serbien
- Hohe Schweizer Regulierungskosten verhinderten Umsetzung seines Landwirtschaftsprojekts im Heimatland
- Serbien kämpft mit der Landflucht und verliert junge Menschen aus den Dörfern
Eigentlich würde man erwarten, dass jemand aus Engelberg seine touristischen Visionen direkt vor der eigenen Haustüre verwirklicht. Schliesslich gehört der Titlis zu den bekanntesten Ausflugszielen der Schweiz und der Tourismus prägt die Region seit Generationen. Frank Kurer (44) lebt mitten in dieser Bilderbuchkulisse.
Doch statt in den Schweizer Alpen zu investieren, zog es ihn rund 1200 Kilometer weiter südöstlich: Im kleinen Dorf Ogladjenovac bei Valjevo in Serbien eröffnete der Engelberger ein Glamping-Resort namens My little Farm. Ausgerechnet als Schweizer an einem Ort, den man selbst in Serbien kaum kennt.
Das Glamping-Resort My little Farm befindet sich im kleinen Dorf Ogladjenovac in der Nähe von Valjevo. Auf der Farm wohnen auch Tiere. So beispielsweise Schweizer Sennenhunde, Katzen, Hühner, Gänse und Esel.
Die Unterkunft
Das Anwesen bietet Platz für bis zu 34 Gäste. Zur Auswahl stehen Glamping-Zelte mit Bett und privater Holzterrasse sowie die beiden Nebengebäude Farmhouse mit zwei Schlafzimmern und Farmhouse Dependance, das sich besonders für grössere Gruppen eignet.
Das Freizeitangebot
Neben dem Outdoor-Erlebnis bietet die Farm ein breites Angebot. So gehören beispielsweise Kochkurse, ein Obstgarten-Brunch, kuratierte Ausflüge ins Tal oder eine Kennenlerntour mit den Tieren zum Programm.
Die Anreise
Von Belgrad nach Valjevo gibt es regelmässige Zug- und Fernbusverbindungen. Die Reise dauert rund zwei Stunden. Ab Valjevo empfiehlt sich das Mieten eines Autos, damit man bis zum Glamping-Resort gelangt.
Das Glamping-Resort My little Farm befindet sich im kleinen Dorf Ogladjenovac in der Nähe von Valjevo. Auf der Farm wohnen auch Tiere. So beispielsweise Schweizer Sennenhunde, Katzen, Hühner, Gänse und Esel.
Die Unterkunft
Das Anwesen bietet Platz für bis zu 34 Gäste. Zur Auswahl stehen Glamping-Zelte mit Bett und privater Holzterrasse sowie die beiden Nebengebäude Farmhouse mit zwei Schlafzimmern und Farmhouse Dependance, das sich besonders für grössere Gruppen eignet.
Das Freizeitangebot
Neben dem Outdoor-Erlebnis bietet die Farm ein breites Angebot. So gehören beispielsweise Kochkurse, ein Obstgarten-Brunch, kuratierte Ausflüge ins Tal oder eine Kennenlerntour mit den Tieren zum Programm.
Die Anreise
Von Belgrad nach Valjevo gibt es regelmässige Zug- und Fernbusverbindungen. Die Reise dauert rund zwei Stunden. Ab Valjevo empfiehlt sich das Mieten eines Autos, damit man bis zum Glamping-Resort gelangt.
Bauen in der Schweiz? Ein Ding der Unmöglichkeit
Kurer selbst ist auf dem Land in Volketswil ZH aufgewachsen. Heute ist er Liegenschaftsentwickler, Mitte-Kantonsrat in Obwalden und führt zwei Hotels in Engelberg. Sein Entscheid, nach Serbien zu expandieren, war einfach: «Wir hatten den Traum, im landwirtschaftlichen Bereich tätig zu sein. In der Schweiz kann man das sich nicht leisten.»
Für ihn sprechen einige Gründe gegen die Schweiz. «Finanziell und flächenmässig wäre das Projekt gescheitert. Aus regulatorischer Sicht hätte ich es gar nicht gemacht», sagt er. Zudem lasse der hiesige Regulierungsrahmen kaum Spielraum: «Wir sind furchtbar überreguliert. Mit gesundem Menschenverstand in der Schweiz zu bauen, ist nicht mehr möglich.» Und weiter: «Für mich ist es viel lässiger, in einem Land wie Serbien zu gründen, weil die Menschen dort eine Veränderung wollen und man sieht, dass es bergauf geht.»
Das Problem mit der Abwanderung
Sein Kollege Mladen Vorinski und er waren zu Beginn auf den saisonalen Betrieb einer Zwetschgenplantage spezialisiert. Selbst im weniger streng regulierten Serbien findet sich nicht so schnell ein Stück Land. «Wir suchten rund drei Jahre lang, um eine ideale Fläche zu finden.» Nun ist der Spatenstich laut Kurer bald zehn Jahre her.
Das war nicht das einzige Problem. Serbien kämpft mit Abwanderung und einer tiefen Geburtenrate. Laut der Tageszeitung «Politika» überstieg die Zahl der Auswanderer zwischen 2011 und 2022 jene der Zuwanderer. Im Durchschnitt verliessen jedes Jahr etwa 11'000 Menschen mehr das Land, als einwanderten. Auch das Dorfleben sagt den Jungen nicht zu: «Alle möchten nach Belgrad oder Novi Sad und auf dem Dorf gibt es wenig Junge», ergänzt Kurer.
Die Farm als Hoffnungsfunken
Kurers Geschichte ist dementsprechend eine seltene für die Bevölkerung vor Ort. Von der Gründung der My little Farm profitiert auch die Region. «Es war unser Wunsch, die ganze Gemeinde einzubeziehen», sagt Kurer. Der Hof verkauft eigene Produkte wie Eier, Marmelade und Butter sowie Wein eines benachbarten Produzenten oder Honig des naheliegenden Imkers. «Es hat ein anderes Leben ins Dorf gebracht. Es ist ein Miteinander.»
Für die Bevölkerung bedeutet Kurers Farm mehr als nur einen Betrieb: «Viele Leute sagen mir auf der Strasse, dass meine Geschichte ihnen Hoffnung gibt.»
Der Schweizer mit der serbischen Mentalität
Im Gespräch mit Kurer merkt man, dass die serbische Mentalität auf den Obwaldner abgefärbt hat. Der Gründer erzählt von seinen schlechten Serbischkenntnissen, die er in einer Morgensendung präsentierte: «Wenn das ein ‹Jugo› machen würde in der Schweiz, würde er zerrissen werden. Bei mir war es umgekehrt. Wenn ich schlecht Serbisch rede, wird das zelebriert.»
Seine Gründergeschichte hat auch einen anderen Erfolg. «Das Land ist sehr beschäftigt mit sich selbst momentan. Seit Monaten wird es mit negativen Nachrichten geflutet. Eine solche Geschichte ist ein Lichtblick und eine Hoffnungsstory.» Die Schweizer Meinung gilt als Qualitätsmerkmal. Denn für die Bevölkerung gilt: «Das, was der Schweizer gut findet, muss gut sein», sagt Kurer. «Sie fühlen sich geehrt, dass jemand das Land feiert.»
Wenn der Gang zur Bank zur Herkulesaufgabe wird
Nicht alles ist ganz so romantisch in Serbien. «Wenn ich auf die Bank gehe, dann drehe ich durch», berichtet Kurer. Es sind besonders die unnötigen administrativen Schritte, die zum Verzweifeln bringen. Und dennoch lernte er auch dazu: «Was wir von den Serben lernen können, ist Spontanität. Wir sind das Gegenteil davon. In Serbien überlegt man nicht lange, bevor man ein Projekt startet.»
Nachdem ihm Engelberg und die Schweiz zwischendurch fehlen, etwa wegen eines Cervelats oder eines Raclettes, bereut Kurer seinen Schritt dennoch nicht. Zwischen der stark regulierten Schweiz und dem improvisationsfreudigen Serbien habe er seinen Platz gefunden. «Ich darf beide Welten mit ihren Vor- und Nachteilen geniessen.»