Haustier-Trend
Katzen-Laufräder: Braucht dein Stubentiger wirklich eins?

Ein riesiges Rad mitten im Wohnzimmer: Katzen-Laufräder werden immer beliebter. Sie sollen Wohnungskatzen beschäftigen und fit halten. Doch brauchen Katzen tatsächlich ein eigenes Fitnessgerät und worauf sollte man achten?
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Ein Katzen-Laufrad kann für sehr aktive Wohnungskatzen eine spannende Ergänzung sein.
Foto: Getty Images
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Gunda BosselSEO-Redaktorin

Auf den ersten Blick erinnert es an ein riesiges Hamsterrad. Katzen-Laufräder sind jedoch deutlich grösser und so gebaut, dass eine Katze darin laufen kann. Es wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber vor allem für Wohnungskatzen kann ein solches Rad interessant sein. Sie haben weniger Möglichkeiten, lange Strecken zu rennen als Freigänger. Ein Laufrad kann deshalb eine zusätzliche Möglichkeit für Bewegung und Beschäftigung bieten. Aber:

Nicht jede Katze wird zum Laufrad-Fan

Das zeigt auch die bisherige Forschung. In einer kleinen Studie wurden erwachsene Katzen zunächst an ein Laufrad gewöhnt. Danach nahm die freiwillige Aktivität bei den weiblichen Tieren zu. Bei den männlichen Katzen zeigte sich dagegen kein entsprechender Effekt. Kurz gesagt, und es bringt einen etwas zum Schmunzeln: Die gemütlichen Kater scheinen sich deutlich weniger für körperliche Ertüchtigung zu interessieren als Katzen.

Das Laufrad kann also funktionieren, aber offenbar nicht für jedes Tier gleich gut. Auch Tierärzte sehen das Laufrad vor allem als zusätzliche Beschäftigung für geeignete, aktive Katzen. Entscheidend ist, dass das Tier freiwillig darin läuft. 

Warum Bewegung für Katzen wichtig ist

Auch wenn Katzen viele Stunden am Tag schlafen, brauchen sie Bewegung und Beschäftigung. Zu einem artgerechten Alltag gehören unter anderem rennen, springen, klettern, kratzen, verstecken und jagen. Für Wohnungskatzen ist deshalb eine abwechslungsreiche Umgebung besonders wichtig. Dazu gehören etwa Kratzbäume, erhöhte Liegeplätze, Verstecke und Spielmöglichkeiten. Ein Laufrad kann dabei ein zusätzlicher Baustein sein, mehr aber auch nicht.

Für welche Katzen eignet sich ein Laufrad?

Besonders interessant kann das tierische Fitnessgerät für junge, aktive und neugierige Wohnungskatzen sein. Auch Samtpfoten, die zu Hause viel Energie haben und gerne herumrennen, können Gefallen daran finden. Eine gemütliche Katze (oder dann vielleicht eher ein Kater?) wird dagegen möglicherweise überhaupt kein Interesse zeigen. Dann steht das teure Laufrad im schlimmsten Fall einfach herum.

Bei älteren Katzen oder Tieren mit gesundheitlichen Problemen sollte man intensives Training nicht einfach beginnen. Auch bei Übergewicht sollte zunächst tierärztlich geklärt werden, welche Bewegung sinnvoll ist.

So gewöhnt sich die Katze ans Laufrad

Die wichtigste Regel lautet: Nichts erzwingen. Das Rad sollte zunächst einfach in der Wohnung stehen. Die Katze kann es in Ruhe beschnuppern und erkunden. Mit einem Spielzeug oder einem kleinen Leckerli lässt sich vorsichtig Interesse wecken.

Beginnt die Katze freiwillig, darauf zu laufen, kann man sie dafür belohnen. Die Gewöhnung sollte langsam erfolgen, denn manche Tiere sind zunächst von der Bewegung oder den Geräuschen irritiert. Die Katze sollte niemals festgehalten oder ins Rad gesetzt werden, um sie zum Laufen zu bringen.

Worauf sollte man beim Katzen-Laufrad achten?

Ein gutes Katzen-Laufrad sollte stabil, rutschfest und ausreichend gross sein. Wichtig ist, dass die Katze beim Laufen nicht dauerhaft eine stark gekrümmte Haltung einnehmen muss. Auch die Breite der Lauffläche spielt eine Rolle. Das Rad sollte ausserdem ruhig laufen und keine Stellen haben, an denen Pfoten oder Schwanz eingeklemmt werden können. Wer ein Modell kauft, sollte deshalb nicht nur auf das Design achten, sondern vor allem auf die Grösse und die Sicherheit. Laufräder für Katzen findest du ab etwa Hundert Franken, wobei die Luft nach oben offen ist.

Das Laufrad ersetzt kein Katzenspiel

Auch mit Laufrad braucht eine Katze Abwechslung. Besonders wichtig sind Spiele, bei denen sie ihr natürliches Jagdverhalten ausleben kann: Spielangeln, Futterspiele, Kratzmöglichkeiten und erhöhte Liegeplätze sorgen für zusätzliche Bewegung und Beschäftigung. Und auch der Mensch bleibt sehr gefragt: Gemeinsames Spielen stärkt die Beziehung und bietet etwas, das ein Laufrad nicht ersetzen kann.

Ein Laufrad ist also wirklich kein Muss

Ein Katzen-Laufrad kann für sehr aktive Wohnungskatzen eine spannende Ergänzung sein. Manche Tiere nutzen es begeistert, andere ignorieren es komplett. Man sollte also gut abwägen, ob sich die Anschaffung lohnt.

Ein Laufrad gehört grundsätzlich nicht zur Grundausstattung einer Katze. Entscheidend ist vielmehr, dass sie genügend Möglichkeiten zum Spielen, Klettern, Jagen und Erkunden hat. Die Kartonbox mit ein paar Löchern oder ein frischer Ast aus dem Wald auf dem Balkon kann Katzen genau so aktiv halten wie ein schickes «Fitnessgerät».

Wenn der Stubentiger das neue Teil also demonstrativ links liegenlässt, muss man sich keine Sorgen machen. Vielleicht hat er einfach schon entschieden, dass Sofa und Kartons die bessere Trainingsmethode sind.

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