Ferien mit Samtpfote
«Meine Katze war völlig verstört» – diese Ferien-Fehler machen viele

Ferien bedeuten für viele Menschen Freiheit. Endlich raus aus dem Alltag, neue Orte entdecken, abschalten. Für Katzen dagegen klingt genau das eher nach Stress als nach Erholung.
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Katzen mögen keine Ferien. Gepäckstücke werden oft bereits vor der Abreise misstrauisch beäugt.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Katzen spüren Veränderungen vor Ferien und reagieren sensibel auf Routinewechsel
  • Tierschutz empfiehlt, Katzen während Ferien zuhause zu lassen, nicht mitzunehmen
  • Experten: Professionelle Betreuung oder vertraute Freunde wichtig, um Stress zu vermeiden
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Gunda BosselSEO-Redaktorin

Dass Katzen die Ferien nicht genau so wie ich lieben, habe ich mit meinen eigenen Samtpfoten ziemlich schnell gelernt: Während ich voller Vorfreude Koffer packe, werden meine Stubentiger plötzlich anhänglich, beobachten jede Bewegung oder verziehen sich irgendwann misstrauisch unters Bett. Lange dachte ich, ich bilde mir das ein. Experten sagen aber: Katzen merken sehr früh, wenn sich ihre Routine verändert – und reagieren oft sensibel darauf. Schon die Gepäckstücke, die ich fürs Packen aus dem Keller hole, machen meine Büsis massiv misstrauisch.

Tierschutzorganisationen wie VIER PFOTEN warnen deshalb regelmässig davor, Ferien bei Katzen zu unterschätzen. Denn anders als Hunde hängen viele Katzen sehr an ihrem gewohnten Umfeld. Sie sind klar revierbezogen, während Hunde sich meist so lange wohlfühlen, als ihr Herrchen oder Frauchen in der Nähe ist.

Für Katzen ist das Zuhause oft das grösste Glück

Menschen lieben Tapetenwechsel. Katzen meistens nicht. «Katzen sind extrem territoriale Tiere», erklärt VIER PFOTEN in einem Ferien-Ratgeber. Bedeutet: Die vertraute Wohnung, bekannte Gerüche und feste Abläufe geben ihnen Sicherheit.

Genau deshalb empfehlen die Experten, Katzen während der Ferien möglichst zu Hause zu lassen. Und ehrlich gesagt: Mit meinen Katzen funktioniert das inzwischen wirklich auch am besten. Früher dachte ich, es sei traurig, sie während der Ferien nicht ins schnucklige Rustico im Grünen mitzunehmen. Heute weiss ich: Für sie ist es viel entspannter, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben und dort betreut zu werden.

Die Betreuung ist wichtiger als viele denken

Was man bedenken muss, wenn man die Samtpfote zu Hause lässt: Eine Katze braucht in den Ferien nicht einfach nur jemanden, der kurz Futter hinstellt. Das unterschätzen viele. Katzen brauchen Routine, Ansprache und Aufmerksamkeit. Gerade sensible Tiere reagieren schnell gestresst, wenn plötzlich niemand mehr da ist und ihnen nur jemand kurz das Futter hinstellt.

Bei meinen zwei Katzen merke ich sofort, ob sie einer Person vertrauen. Kommt jemand Hektisches in die Wohnung, verstecken sie sich sofort. Bei vertrauten oder ruhigeren Menschen bleibt sie dagegen erstaunlich entspannt.

Experten empfehlen deshalb, möglichst jemanden aus dem nahen Umfeld als Catsitter einzuspannen – Freunde, Familie oder Nachbarn. Falls das nicht möglich ist, können jedoch auch professionelle Katzensitter helfen.

Mein persönlicher Tipp: Die Betreuung unbedingt vorher testen. Ein kurzer Besuch vor den Ferien zeigt oft schnell, ob die Chemie stimmt.

Katzenhotel: Für manche perfekt, für andere purer Stress

Es gibt heute richtige Luxus-Katzenhotels mit Kletterwänden, Spielzimmern und Einzelbereichen. Trotzdem ist das nicht automatisch die beste Lösung.

Laut VIER PFOTEN reagieren viele Katzen empfindlich auf fremde Geräusche, unbekannte Gerüche und neue Tiere. Besonders ängstliche Stubentiger können in einer Ferienpension stark gestresst sein.

Ich selbst habe einmal probeweise eine Katzenpension angeschaut – wunderschön eingerichtet, liebevolle Betreuung. Trotzdem wusste ich sofort: Meine Katzen, insbesondere mein dicker, roter, aber sehr schüchterner Kater, würden dort wahrscheinlich den ganzen Tag in einem Versteck sitzen und sich fürchten.

Andere Katzen wiederum geniessen die Aufmerksamkeit dort regelrecht. Es hängt also extrem vom Charakter des einzelnen Tieres ab.

Katze mit in die Ferien nehmen? Klingt oft schöner, als es ist

Die Vorstellung ist verlockend: Ferienhaus am Waldrand, Katzen auf der Terrasse, alles harmonisch. Doch in der Realität reagieren viele Samtpfoten auf Reisen allerdings ziemlich gestresst. Schon Autofahrten können schwierig sein. Noch belastender sind lange Reisen oder Flüge. Experten raten deshalb klar davon ab, Katzen unnötig im Flugzeug mitzunehmen.

Stress zeigt sich bei Katzen oft ganz leise

Das Schwierige: Katzen zeigen Stress oft subtil. Während Hunde häufig direkt reagieren, ziehen sich Katzen eher zurück. Manche verstecken sich plötzlich, andere kratzen an den Möbeln oder beginnen, unsauber zu werden. Laut Experten steckt dahinter oft Unsicherheit. Gerade Veränderungen im Alltag können Katzen stark belasten.

Bei meinen Katzen merke ich Stress meistens daran, dass sie weniger fressen oder nachts unruhig werden. Deshalb versuche ich inzwischen, vor den Ferien möglichst viel Normalität beizubehalten.

Diese Dinge helfen Katzen während der Ferien wirklich

Mit der Zeit habe ich ein paar Dinge gelernt, die Ferien für Katze und Halter deutlich entspannter machen:

  • Fütterungszeiten möglichst gleich lassen.
  • Vertraute Decken oder Kleidung zu Hause lassen.
  • Betreuung früh genug organisieren.
  • Keine grossen Veränderungen direkt vor den Ferien.
  • Neue Betreuungspersonen vorher kennenlernen lassen.
  • Und ganz wichtig: Die Katze sollte gechippt und registriert sein – in der Schweiz etwa bei ANIS, denn gerade in ungewohnter Umgebung kann ein Tier schneller verschwinden, als man denkt.

Was viele Katzenhalter erst spät merken

Ich glaube, viele Katzenhalter kennen dieses Gefühl: Man freut sich auf Ferien – und hat gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. Mir ging das lange genauso. Irgendwann habe ich aber verstanden: Gute Ferien für Katzen müssen nicht spektakulär sein. Für die meisten Stubentiger bedeutet Glück vor allem eines: vertraute Gerüche, bekannte Abläufe und möglichst wenig Veränderung. Sprich: lieber eine Person zu Hause engagieren, als die Katzen mit auf die Reise zu nehmen.

Wo findet man eigentlich gute Katzensitter?

Nicht jeder hat Familie oder Nachbarn, die während der Ferien einspringen können. Genau deshalb boomen Plattformen für Haustierbetreuung. Dort können Katzenhalter gezielt nach Katzensittern in ihrer Region suchen – oft inklusive Bewertungen, Preisen und Erfahrungsberichten anderer Tierbesitzer.

Besonders bekannt sind etwa Rover oder Petsitting24. Auch auf Tierio oder in lokalen Facebook-Gruppen finden viele Halterinnen und Halter Betreuungspersonen für ihre Stubentiger.

Ich persönlich würde aber niemals einfach blind jemanden buchen. Für meine Katzen wäre das der totale Stress. Deshalb lohnt sich ein Kennenlernen vor den Ferien extrem. Gute Katzensitter nehmen sich Zeit, fragen nach Gewohnheiten, Medikamenten oder Lieblingsplätzen der Katze – und wollen das Tier oft vorher einmal treffen.

Experten empfehlen ausserdem, darauf zu achten, dass der Sitter:

  • zuverlässig erreichbar ist.
  • Erfahrung mit Katzen hat.
  • auch auf Auffälligkeiten achtet.
  • Fotos oder Updates schickt.
  • nicht nur füttert, sondern sich wirklich Zeit nimmt.

Denn gerade sensible Katzen reagieren stark darauf, ob jemand ruhig und geduldig mit ihnen umgeht. Manche Tiere tauen schnell auf – andere brauchen mehrere Besuche, bis sie Vertrauen fassen.

Wir träumen von Ferien, Katzen hassen sie des Öfteren

Während wir also von Abenteuern träumen, wünschen sich Katzen oft einfach nur ihr Sofa und ihren Lieblingsplatz. Am besten mit einer liebevollen Betreuung, die auch mal ein paar Stunden in der Wohnung bleibt und sich mit den Katzen beschäftigt. Alles andere ist je nach Katze möglich, aber im Allgemeinen gilt: Liebevoll betreut, bleibt die Samtpfote am besten Zuhause in ihrer gewohnten Umgebung.

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