Darum gehts
- Sonja Ruess veröffentlicht 52 Tipps für mehr Leidenschaft in Beziehungen.
- Ungewöhnlicher Ansatz: Trauerreden und Kindheitsglauben helfen bei Beziehungsproblemen.
- Buch «Der Elefant in deinem Bett» erscheint am 18. Februar 2026.
Der sprichwörtliche Elefant im Raum ist ein grosses Thema, das man ungern anspricht. Im Buch «Der Elefant in deinem Bett» der deutschen Sexologin und Beziehungsmentorin Sonja Ruess steht der Dickhäuter für ein nicht oder kaum mehr vorhandenes Liebes- und Sexualleben in einer langjährigen Beziehung. Es sei recht einfach, die Partnerschaft in die Sexlosigkeit zu manövrieren, schreibt Ruess in ihrem aktuellen Buch. «Dafür musst du nur vergessen, den Fokus auf das Liebesleben zu legen, und priorisierst stattdessen alles andere im Alltag.» Sie kenne diese Situation aus eigener Erfahrung, so Sonja Ruess. Was sie damals suchte: keine wissenschaftlichen oder psychologischen Erklärungen, sondern konkrete Tipps, um wieder Schwung und Leidenschaft ins eigene Liebesleben zu bringen. Diese gibt sie in «Der Elefant in deinem Bett» nun selbst. 52 sind es an der Zahl, und zum Teil sind sie recht ungewöhnlich. Aber sicherlich einen Versuch wert. Wir haben vier davon herausgepickt:
Hack Nr. 10:Schreib auf, was du in deiner Kindheit und Jugend über Sex gelernt hast
«Glaubst du unbewusst, dass Sex schmutzig oder pervers ist? Was bereitet dir am meisten Schamgefühle? Schreibe deine alten Glaubenssätze auf, zerknüll den Zettel und wirf ihn in die Mülltonne. Schreibe einen Zettel, auf dem steht: Ich darf meine Lust frei leben, so wie ich es will.»
Viele von uns sind mit dem Gedanken aufgewachsen, dass Sex etwas ist, worüber man nicht spricht. Und wenn, dann nur mit negativen Vorzeichen: Aufklärung fand vor allem zwecks Verhütung von Schwangerschaften und Vermeidung von Geschlechtskrankheiten statt. Kein Wunder, tun wir uns so schwer, unserer Lust Raum zu geben oder über sie zu sprechen, sogar mit dem eigenen Partner. Der erste Schritt: alte Glaubenssätze bewusst verabschieden und neue schaffen.
Hack Nr. 16:Genussvolle Selbstentdeckung
«Plane ein Date mit dir selbst. Blocke dir eine Stunde, in der dich niemand stört. Schaffe eine sinnliche Atmosphäre für dich. Entdecke und berühre dich bewusst und ohne Ziel. Es geht nicht nur um den Orgasmus, sondern darum, dich zu spüren, zu experimentieren.»
Die eigene Lust sei ein wesentlicher Bestandteil der Paarsexualität, so Ruess. Viele hätten Solosex als etwas Verbotenes erlebt, das schnell und heimlich passieren müsse. Wie aber soll man Sexualität bewusst nach den eigenen Bedürfnissen gestalten, wenn man sich nie die Zeit genommen hat, diese zu erkunden? Ausserdem: Je öfter der Körper stimuliert wird, desto öfter hat er Lust darauf – ob allein oder zu zweit.
Hack Nr. 37:Trauerrede schreiben
«Schreibe die Trauerrede deines Partners über dich als Beziehungsmenschen – so, wie du gern erinnert werden möchtest. Welche Werte habe ich in meiner Beziehung gelebt? Wofür will ich geliebt worden sein? Wie soll er sich an mich erinnern – nicht als Ideal, sondern als liebender Mensch?»
Sei ganz ehrlich – was würde in einem solchen Nachruf über euch als Paar stehen? «Wir haben nebeneinanderher gelebt, aber nicht wirklich miteinander»? «Du warst körperlich da, aber nie wirklich anwesend»? Oder doch lieber «Wir sind gemeinsam an unseren Herausforderungen gewachsen»? Sonja Ruess: «Es geht nicht darum, eine perfekte Version zu erschaffen, sondern die Version von einem Menschen, der wahrhaftig mit der Essenz seiner Seele geliebt hat. Es liegt bei dir, ob du dich dazu entscheidest, dich weiterhin zurückzuhalten oder dich deinem Partner mit all deinen verletzlichen Seiten ehrlich zu zeigen.»
Hack Nr. 50:Dirty Talk üben
«Es geht darum, dass du dir erlaubst, deiner Lust eine Stimme zu verleihen. Schreib deine eigenen Sätze auf, lies laut. Spüre, wie sie auf dich wirken. Fang mit Zuneigung und Wertschätzung an, und geh dann zu Andeutungen und direkteren Sätzen über.»
Angefangen wird mit drei bis fünf Sätzen, die dich spontan antörnen könnten, zum Beispiel: «Ich liebe es, wenn du …». Dabei gehe es nicht um Performance, so Ruess, sondern darum, herauszufinden, was sich positiv auf die Leidenschaft auswirken könnte. Natürlich dürfen – beziehungsweise sollen – dabei No-Gos und Tabus definiert werden. Und auch Lachen ist erlaubt, wenn etwas mal leicht schräg herauskommt.
Na, neugierig geworden? Alle 52 Hacks, sowie weitere Erklärungen, Tipps und konkrete Inputs gibts in «Der Elefant in deinem Bett», ab dem 18. Februar im Buchhandel erhältlich.