Darum gehts
Der Küchenschwamm ist für Mikroorganismen ein Paradies: Feuchtigkeit, Wärme und Speisereste bieten ideale Nährbedingungen. Viele Bakterienarten vermehren sich darin rasend schnell. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
In den Schwämmen tummeln sich aber nicht nur zahlreiche Arten von «Allerweltskeimen», die für gesunde Menschen problemlos sind. Nachgewiesen werden können auch krank machende Bakterien wie Salmonellen oder Kolibakterien (Escherichia coli). Beide Erreger können Lebensmittelinfektionen auslösen, von kurzzeitigem Unwohlsein bis zur Lebensmittelvergiftung.
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Keime vermehren sich stark
Damit nicht genug: Die krank machenden Erreger können sich in den Schwämmen nicht nur stark vermehren, sondern sie können von dort auch auf andere Oberflächen in der Küche übertragen werden, wie das BfR warnt.
Um dies nachzuweisen, gaben die Forschenden des BfR Lösungen mit Escherichia coli und Salmonellen in verschiedenen Keimzahlen auf die Schwämme. Zudem wurde auf einige Schwämme eine bakterienhaltige Lösung mit Staphylokokken gegeben. Diese Keime bilden unter gewissen Bedingungen Giftstoffe, die ebenfalls Lebensmittelvergiftungen verursachen können.
Das Ergebnis des Tests: «Alle untersuchten Bakterien vermehrten sich von geringen Keimzahlen innerhalb weniger Tage erheblich», hält das BfR fest. Und: Die Bakterien überstehen auch eine mehrtägige Austrocknung.
In weiteren Versuchen zeigten die Forschenden, dass bereits leichter Druck auf einen Schwamm ausreicht, um die Keime auf eine Oberfläche zu übertragen. Letztlich können Bakterien bei direktem Kontakt auf Lebensmittel gelangen und – wenn diese ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden – eine Lebensmittelinfektion verursachen. «Dafür reichen mitunter bereits sehr geringe Keimzahlen aus», hält das Bundesinstitut fest.
Man sieht es dem Schwamm nicht an
Das BfR betont, dass man den Schwämmen eine Besiedelung mit Keimen nicht anmerke: «Sie zeigten keine auffälligen Veränderungen hinsichtlich des Geruchs, sahen nicht sichtbar verschmutzt oder schmierig aus.» Umso wichtiger sei es, die Schwämme in regelmässigen Abständen zu wechseln, um Infektionen im Haushalt zu vermeiden, betonen die Forschenden. «Nicht wenige Lebensmittelinfektionen haben ihren Ursprung im Privathaushalt, und nicht immer sind sie mit ein, zwei Tagen Unwohlsein überstanden», sagt BfR-Präsident Andreas Hensel.