Schnell handeln bei Zahnunfall
Zahn ausgeschlagen? Diesen wichtigen Trick sollten Eltern unbedingt kennen

Ein Sturz vom Velo, ein Zusammenprall beim Fussball oder ein Unfall im Schwimmbad – und plötzlich liegt ein Zahn am Boden. Für Eltern ist das ein Schock. Doch jetzt zählt vor allem eines: schnell und richtig handeln. Denn jetzt können Minuten entscheidend sein.
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Beim Ausschlagen eines bleibenden Zahns kann schnelles und überlegtes Handeln darüber entscheiden, ob er gerettet und wieder eingesetzt werden kann.
Foto: Getty Images/Connect Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kinder erleiden immer wieder Zahnverletzungen durch Stürze und Zusammenstösse
  • Ausgeschlagene Zähne sollten in Milch feucht gehalten und nicht ausgetrocknet werden
  • Schnelle zahnärztliche Behandlung erhöht die Chance, bleibende Zähne zu retten
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Der Sommer bedeutet für Kinder vor allem eines: rausgehen, herumtoben und möglichst viel erleben. Sie fahren Velo und Trottinett, spielen Fussball, springen auf dem Trampolin oder ins Schwimmbad. Dabei steigt allerdings auch das Verletzungsrisiko. Neben aufgeschürften Knien und gebrochenen Armen gehören Zahnverletzungen zu den typischen Folgen von Stürzen und Zusammenstössen. Besonders häufig betroffen sind die oberen Schneidezähne.

Für Eltern ist ein ausgeschlagener Zahn zunächst ein Schreckmoment. Doch genau dann sollte man möglichst ruhig bleiben. Denn bei einem bleibenden Zahn kann schnelles Handeln darüber entscheiden, ob er gerettet und wieder eingesetzt werden kann.

Bei einem ausgeschlagenen Zahn zählt jede Minute

Der wohl häufigste Fehler passiert ausgerechnet aus Panik: Der gefundene Zahn wird in ein Taschentuch gewickelt oder einfach irgendwo hingelegt. Dadurch trocknet er aus – und das kann die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich verschlechtern.

Besser ist es, den Zahn vorsichtig an der Krone, also dem normalerweise sichtbaren Teil, anzufassen. Die Wurzel sollte möglichst nicht berührt werden. Anschliessend sollte der Zahn feucht gehalten werden. Dafür kann im Notfall tatsächlich ein ganz gewöhnliches Lebensmittel aus dem Kühlschrank helfen: Milch. Sie hält die empfindliche Oberfläche des Zahns feucht und bietet ein geeignetes Milieu, um ihn bis zur Behandlung möglichst gut zu erhalten.

Danach heisst es: so schnell wie möglich zum Zahnarzt oder zum zahnärztlichen Notfalldienst. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser sind grundsätzlich die Chancen, den ausgeschlagenen bleibenden Zahn zu erhalten.

Milchzahn niemals zurück in die Zahnlücke stecken

Bei einem Milchzahn gilt allerdings eine wichtige Ausnahme. Ein ausgeschlagener Milchzahn sollte nicht wieder eingesetzt werden. Unter ihm entwickelt sich bereits der bleibende Zahn. Beim Zurücksetzen könnte dessen Anlage verletzt werden.

Trotzdem sollten Eltern eine Verletzung des Milchgebisses nicht einfach ignorieren. Ist ein Milchzahn nach einem Sturz locker, verschoben, abgebrochen oder ins Zahnfleisch gedrückt worden, sollte das Kind zahnärztlich untersucht werden. Denn auch ein scheinbar harmloser Schlag kann Schäden verursachen, die man von aussen zunächst nicht sieht.

Das gilt übrigens auch für bleibende Zähne, die noch an ihrem Platz sitzen. Ein heftiger Aufprall kann beispielsweise die Zahnwurzel, den Zahnnerv oder das Gewebe rund um den Zahn verletzen, ohne dass sofort ein sichtbarer Schaden entsteht. Später kann der Zahn empfindlich werden, sich verfärben oder locker werden. Nach einem stärkeren Schlag auf Mund oder Gesicht lohnt sich deshalb eine Kontrolle beim Zahnarzt.

Gerade im Sommer passieren viele Zahnunfälle

Dass Zahnverletzungen gerade in den Ferien häufig vorkommen, ist wenig überraschend. Kinder sind deutlich mehr draussen und bewegen sich mehr. Ein unglücklicher Sturz mit dem Velo oder Trottinett, ein Zusammenprall beim Fussball, ein Sturz auf dem Trampolin oder ein Unfall beim Schwimmen kann genügen.

Auch bei Kontaktsportarten besteht ein erhöhtes Risiko. Ein passender Mundschutz kann dabei helfen, Zähne, Zahnfleisch und Kiefer vor Verletzungen zu schützen. Während Helm und Knieschoner für viele Kinder selbstverständlich sind, wird der Zahnschutz allerdings häufig vergessen.

Was Eltern im Notfall wissen sollten

Wenn ein bleibender Zahn komplett ausgeschlagen wurde, sollten Eltern ihn suchen, vorsichtig an der Krone anfassen und möglichst feucht halten. Milch ist dafür eine geeignete Möglichkeit. Anschliessend sollte das Kind sofort zahnärztlich behandelt werden. Auch ein abgebrochenes Stück Zahn sollte aufbewahrt und mitgenommen werden – denn solche Fragmente können für die Behandlung wichtig sein.

Bei einem Milchzahn gilt dagegen: nicht zurückstecken, sondern ebenfalls möglichst schnell zahnärztlich abklären lassen.

Ein ausgeschlagener Zahn sieht zunächst nach einem kleinen Unglück aus. Für seine Rettung kann aber tatsächlich der Faktor Zeit entscheidend sein. Und deshalb gehört eine einfache Regel in jede elterliche Notfallapotheke: Den Zahn nicht austrocknen lassen und so schnell wie möglich professionelle Hilfe holen.

Wichtig: Unfallunterlagen unbedingt aufbewahren

Auch wenn der Zahn nach dem Unfall zunächst wieder völlig normal aussieht, sollten Eltern alle Unterlagen zum Zahnunfall gut aufbewahren. Dazu gehören Zahnarztberichte, Röntgenbilder, Rechnungen und Angaben zum Unfallhergang. Denn Schäden an einem verletzten Zahn können sich manchmal erst Monate oder sogar Jahre später zeigen, etwa durch eine Verfärbung, eine Entzündung oder Veränderungen an der Zahnwurzel. Eine lückenlose Dokumentation kann dann wichtig sein, damit nachvollziehbar bleibt, wann und wie die Verletzung entstanden ist, welche Behandlung bereits erfolgt ist, und welche Versicherung die Kosten trägt.

Dieser Artikel erschien erstmals auf Najmama, dem slowakischen Online-Portal für Eltern und Familien. Es gehört zum Medienhaus Ringier.

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