Alltag einer Ärztin
Diese Ärztin ist 56 und fühlt sich so fit wie nie – das macht sie jeden Tag

Dr. Louise Newson ist seit Jahrzehnten Hausärztin und Hormonspezialistin. Mit 56 fühle sie sich besser als in ihrer Jugend, sagt sie. Ihr Rezept: Yoga, Krafttraining, bewusste Ernährung, Meditation und eine konsequente Schlafroutine.
Kommentieren
Mindestens fünfmal pro Woche macht die Ärztin morgens Yoga. Manchmal übt sie alleine, manchmal nimmt sie an einer längeren Yoga-Stunde teil.
Foto: Getty Images/Westend61
Blick_APP_DE_WeissRot_XXXHDPI-1024x1024_RGB.png
Blick Lifestyle

Früher war ihr Alltag alles andere als gesund. Während ihrer Ausbildung arbeitete Dr. Louise Newson im Schichtdienst, ass unregelmässig und fand kaum Zeit für Sport. Später kamen als Hausärztin und Mutter schlaflose Nächte und ein voller Terminkalender dazu.

Heute sieht ihr Alltag anders aus. Die 56-Jährige steht früh auf, bewegt sich regelmässig, achtet auf ihre Ernährung und versucht, Stress bewusst zu reduzieren. Einige ihrer Gewohnheiten sind simpel, andere ziemlich ungewöhnlich.

6 Uhr: Yoga statt Handy

Newson startet ihren Tag früh. Mindestens fünfmal pro Woche macht sie morgens Yoga. Manchmal übt sie rund 30 Minuten alleine, manchmal nimmt sie an einer längeren Ashtanga-Yoga-Stunde teil. Besonders wichtig ist ihr dabei, dass das Handy aussen vor bleibt. Bei Gleichgewichtsübungen müsse sie sich vollständig konzentrieren.

Zweimal pro Woche ergänzt sie Yoga mit Krafttraining. Dabei hebt sie Gewichte zwischen 10 und 30 Kilogramm. Der Grund: Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelmasse ab. Krafttraining kann helfen, Muskeln und Knochen zu erhalten. Für Newson ist das besonders wichtig, weil sie sich vor Osteoporose fürchtet.

Zum Abschluss ihrer Yoga-Einheit macht sie jeweils einen Kopfstand. Danach folgt rund zehn Minuten Savasana, also entspanntes Liegen am Ende der Yoga-Praxis.

6.30 Uhr: Sauna gegen Migräne

Nach dem Sport geht es für die Ärztin in ihre Infrarot-Sauna. Sie sagt, dass ihr die Wärme dabei hilft, Migräneanfälle zu vermeiden. Allerdings räumt Newson selbst ein, dass die wissenschaftliche Beweislage für die Wirkung einer Infrarot-Sauna gegen Migräne begrenzt ist. Für sie zählt vor allem die persönliche Erfahrung.

Auch bei anderen Methoden ihrer Routine gilt deshalb: Was ihr subjektiv guttut, ist nicht automatisch eine medizinisch bewiesene Behandlung.

6.55 Uhr: Hormone gehören für sie zur Routine

Nach dem Duschen verwendet Newson eine Hormonersatztherapie. Sie nimmt unter anderem Östrogen und Progesteron und verwendet zudem Testosteron. Die Ärztin ist auf Hormongesundheit spezialisiert und setzt sich insbesondere mit Beschwerden rund um die Wechseljahre auseinander. Sie betont aber selbst, dass eine Hormonersatztherapie kein Ersatz für einen insgesamt gesunden Lebensstil sei.

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Person, ihren Beschwerden und möglichen Risiken ab und sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

7 Uhr: Frühstück mit Joghurt, Früchten und selbst gemachtem Müesli

Bevor sie frühstückt, geht Newson nach draussen. Sie läuft dabei gerne barfuss über den Rasen und schaut nach ihren beiden Schildkröten.

Danach gibt es griechischen Joghurt, Früchte und selbst gemachtes Granola. Fertigprodukte sind ihr zu süss. Deshalb mischt sie Haferflocken, Chiasamen, Leinsamen, Rosinen, Haferkleie und Weizenkeime selbst. Dazu trinkt sie heisses Wasser mit einer Scheibe Zitrone. Auf Koffein verzichtet sie nach eigener Aussage seit Jahren, weil ihr ein Arzt dies wegen ihrer Migräne empfohlen habe. 

Bei den Nahrungsergänzungsmitteln setzt sie unter anderem auf Fischöl, Vitamin D und Magnesium. Zudem nimmt sie Eisen, weil ihre Eisenwerte häufig niedrig seien. Probiotika verwendet sie zwei- bis dreimal pro Woche. Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel sind nicht automatisch nötig, wenn keine Unterversorgung besteht. Ob beispielsweise Eisen oder Vitamin D sinnvoll ist, lässt sich am besten anhand der individuellen Situation und gegebenenfalls von Blutwerten beurteilen.

Mittag: Drei Salate statt schneller Snacks

Wenn Newson arbeitet, steht Wasser auf ihrem Schreibtisch. Zum Mittagessen gibt es meistens mehrere selbst gemachte Salate. Sie orientiert sich dabei gerne an Rezepten des britisch-israelischen Kochs Yotam Ottolenghi: geröstetes Gemüse, Olivenöl, Kräuter, Kichererbsen, Feta, Samen und Nüsse. So kombiniert sie Gemüse mit Eiweiss, Fett und Ballaststoffen. Das hält sie nach eigener Erfahrung länger satt.

Auf dem Heimweg isst sie häufig einen Apfel. So verhindere sie, zu Hause sofort zu einem schnellen Snack zu greifen.

19 bis 21 Uhr: Einfaches Abendessen

Abends isst Newson gemeinsam mit ihrem Mann. Sie versucht, nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen zu essen.

Viele Gerichte bereitet sie gleich in grösseren Mengen zu und friert sie ein. Besonders gerne macht sie Aufläufe mit Fleisch, Gemüse und Linsen. Wenn es schnell gehen muss, gibt es ein Omelett mit Peperoni, Spinat, Tomaten und Zwiebeln oder Süsskartoffeln.

Auf Alkohol verzichtet die Ärztin komplett. Auch das hängt mit ihren persönlichen Erfahrungen zusammen: Sie hatte früher Herzklopfen und bemerkte nach dem Verzicht auf Alkohol und Koffein weniger Migräne.

22 Uhr: Meditation statt Handy

Vor dem Schlafengehen nimmt sich Newson noch einige Minuten Zeit für Meditation. Dabei stellt sie sich vor, dass ihr Körper von einer Art Teflonschicht umgeben ist. Negative Gedanken sollen einfach abprallen. Die Übung hilft ihr nach eigener Aussage dabei, Stress abzubauen und den Kopf freizubekommen.

Daneben verwendet sie einen Wasserstoff-Inhalator. Sie glaubt, dass ihr das Einatmen von Wasserstoff bei ihren Migränebeschwerden hilft. Für solche Anwendungen ist die Studienlage allerdings noch nicht ausreichend, um daraus eine allgemeine gesundheitliche Empfehlung abzuleiten.

Nicht jede Gewohnheit muss teuer sein

Newsons Routine klingt auf den ersten Blick aufwendig und teilweise kostspielig. Sie selbst sagt jedoch, dass sie ihr Geld bewusst für ihre Gesundheit ausgibt.

Vor allem aber zeigt ihr Beispiel: Ein gesunder Alltag besteht nicht aus einer einzelnen Wunderlösung. Regelmässige Bewegung, Krafttraining, ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und Zeit für Erholung gehören zu den Gewohnheiten, die auch unabhängig von Newsons speziellen Methoden sinnvoll sein können.

Ihr wichtigster Rat lautet deshalb sinngemäss: Nicht nur möglichst lange leben, sondern möglichst lange gesund bleiben.

Dieser Artikel erschien erstmals auf Onet Kobieta, der Frauen- und Lifestyle-Rubrik des polnischen Nachrichtenportals Onet, das zur Ringier-Gruppe gehört.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen