Experten schlagen Alarm
Viel zu viele Kinder sind dick

Bis 2040 könnten weltweit 120 Millionen Kinder chronische Krankheiten entwickeln. Auch in der Schweiz sind fast fünf Prozent der Kinder adipös.
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Experten fordern Zuckersteuern, strengere Werbebeschränkungen und mehr Bewegung im Alltag der Kinder. (Symbolbild)
Foto: Getty Images/EyeEm

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bis 2040 könnten weltweit 227 Millionen Kinder adipös sein
  • In der Schweiz sind 5 Prozent der Kinder bereits adipös
  • McDonald’s plant 200 Filialen, Experten fordern striktere Werbebeschränkungen
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Die Zahl der übergewichtigen Kinder explodiert und die Prognosen sind erschreckend. Bis 2040 könnten weltweit etwa 227 Millionen Kinder adipös sein, also einen BMI von 30 oder höher haben. Zum Vergleich: 2025 waren es noch rund 180 Millionen. Übergewichtig, also mit einem BMI von mehr als 25, könnten Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sogar mehr als eine halbe Milliarde Kinder sein. Das entspricht etwa jedem zehnten Kind weltweit, Tendenz steigend.

Experten schlagen deshalb Alarm. «Kindesadipositas ist ein Versagen unserer Umwelt. Viele Regierungen lassen zu, dass die Lebensmittelindustrie Kinder uneingeschränkt umwirbt», sagt der WHO-Ernährungsexperte Kremlin Wickramasinghe zum britischen «Guardian». 

Jedes sechste Schweizer Kind übergewichtig

Den Berichten der Organisation Global Obesity Observatory zufolge, die eng mit der WHO zusammenarbeitet, könnten bis 2040 rund 120 Millionen Kinder frühe Anzeichen chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Bluthochdruck zeigen. Besonders betroffen seien China, Indien, die USA und Grossbritannien.

In der Schweiz ist die Situation ähnlich besorgniserregend: Fast jedes sechste Kind zwischen 5 und 17 Jahren ist laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) übergewichtig, rund fünf Prozent sind adipös. Herzprobleme, Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkbeschwerden drohen bereits im Kindesalter.

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Fast-Food weiterhin auf dem Vormarsch

Ein Grund ist neben mangelnder Bewegung die Ernährung. Experten fordern Zuckersteuern, strengere Werbebeschränkungen und mehr Bewegung im Alltag der Kinder.

Während weltweit über Gegenmassnahmen diskutiert wird, expandieren die grossen Fast-Food-Ketten aber immer weiter – auch in der Schweiz. McDonald’s betreibt hierzulande 183 Standorte, bald sollen es 200 sein. Burger King hat 94, KFC 17, Subway über 50. In Uznach SG etwa soll ein McDonald's direkt neben einem Schulhaus entstehen – die Pläne sorgten Mitte Februar für Proteste. 

Abnehmspritze als Antwort?

Eine weitere Gegenmassnahme könnte auch die Abnehmspritze sein. Seit Mai 2025 übernehmen die Krankenkassen in der Schweiz die Behandlung stark übergewichtiger Kinder und Jugendlicher ab zwölf Jahren mit dem Wirkstoff Semaglutid – befristet auf drei Jahre. Die Spritze wird einmal wöchentlich verabreicht und zügelt den Appetit. Zuvor war vor allem Liraglutid im Einsatz, das täglich gespritzt werden muss.

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Die Ostschweizer Kinderärztin Dunja Wiegand bezeichnet die Therapie gegenüber der «Schweizer Illustrierten» für viele Betroffene als «Erleichterung». Stark übergewichtige Kinder litten häufig unter Bluthochdruck, Atemnot, Gelenkschmerzen und psychisch unter Ausgrenzung. Die Spritze könne helfen, gefährliche Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Fettleber zu verhindern und erstmals echte Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Doch die Begleiterkrankungen werden bei Kindern, anders als bei Erwachsenen, nicht berücksichtigt. Wiegand plädiert dafür, in bestimmten Fällen früher eingreifen zu können, insbesondere bei genetischem Risiko oder rascher Gewichtszunahme.

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