Darum gehts
- Die Polin Karolina K. (27) starb 2024 auf Bali an Erschöpfung
- Sie wog weniger als 24 Kilogramm und ernährte sich ausschliesslich von Obst
- Ärzte warnen: Frutarismus führt zu Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Schäden
Als sie tot in einem Hotel aufgefunden wurde, wog sie weniger als 24 Kilogramm. Die Polin Karolina K.* (†27) ernährte sich ausschliesslich von Obst und behauptete, ihr «Körper würde entgiften». Doch beim Durchsuchen ihrer Korrespondenz erkannte man, was wirklich dahintersteckte!
Ihre Umstellung auf eine extreme Rohkost-Diät führte zu schweren Gesundheitsproblemen, darunter ein gravierender Mangel an Proteinen und Mineralstoffen. K. ignorierte die Warnungen ihrer Freunde und die Symptome, die auf die schwerwiegenden Folgen ihrer Ernährung hindeuteten.
Ihre vegane Ernährung wurde immer extremer
Das Schicksal von Karolina K. hat die Welt schockiert. Ihre Geschichte warnt, wie weit das Streben nach dem «perfekten» Körper und einem gesunden Lebensstil gehen kann. Die 27-Jährige, die sich jahrelang streng rohköstlich ernährt hatte, starb nur drei Tage nach ihrer Ankunft auf Bali in einem Hotelzimmer an Erschöpfung.
Karolina K. wurde in Warschau geboren und wuchs dort auf. Später zog sie nach Grossbritannien, wo sie an der Universität Leeds studierte. Laut ihren Freunden begann dort ihre Besessenheit mit «sauberer Ernährung», «gesundem Leben» und spiritueller Reinigung. Zuerst verzichtete sie auf Fleisch, dann auf alle tierischen Produkte, und sie wurde Veganerin.
Mit der Zeit ging sie mit ihrer Ernährung noch weiter, verzichtete vollständig auf gekochte Lebensmittel und ernährte sich jahrelang fast ausschliesslich von rohem Obst. Diese Ernährungsweise wird als Frutarismus bezeichnet.
«Toxischer Gesundheitswahn»
Experten warnen, dass eine solche Denkweise immer häufiger anzutreffen sei. Sie bezeichnen das Phänomen als «toxischen Gesundheitswahn», wie «Blic.rs» berichtet. Dieser entwickle sich besonders unter jungen Menschen zu einem globalen Trend.
«Es beginnt ganz harmlos mit dem Verzicht auf Zucker, dann auf Fleisch, dann auf Milchprodukte. Dazu kommen Gluten und verarbeitete Lebensmittel. Am Ende bleiben nur noch Obst und Wasser übrig. Aber das ist keine Gesundheit, sondern stille Selbstzerstörung», warnen Ernährungswissenschaftler.
Frutarismus ist eine der radikalsten Formen des Veganismus. Ärzte warnen, dass eine solche Ernährungsweise langfristig zu einem schweren Mangel an Eiweiss, Vitamin B12, Kalzium und Eisen führt. Im Fall von Karolina K. waren es genau diese Mangelerscheinungen, die zu einem Organversagen führten.
Symptome betrachtete sie als Zeichen der «Entgiftung»
Auf ihrem Blog und in den sozialen Medien teilte Karolina Fotos von exotischen Früchten, bunten Smoothies und motivierenden Zitaten. Hinter diesem idyllischen Bild verborgen, entwickelte sich jedoch eine Krankheit, die ihren Körper langsam zerstörte und schliesslich zu ihrem Tod führte.
Laut Angaben aus ihrem Umfeld begann sie während ihres Studiums abzunehmen und soll irgendwann weniger als 23 Kilogramm gewogen haben. Wegen des drastischen Proteinmangels brachen ihre Nägel und Zähne, sie entwickelte Anzeichen von Osteoporose (Knochenschwund). In ihren Posts klagte sie über Juckreiz, Blähungen und Hautausschlag. Laut ihr alles nur eine «Entgiftung des Körpers».
Ihre Freunde rieten ihr, einen Arzt aufzusuchen. Doch K. beharrte darauf, dass «ihr Körper sein eigenes Gleichgewicht finden würde». Ihr letzter Instagram-Beitrag stammt aus dem November 2024. Unter ein Obst-Foto schrieb K.: «Die Reinheit des Körpers ist die Reinheit der Seele.»
Tragödie auf Bali
Im Frühjahr 2024 reiste Karolina nach Bali. Die Insel ist für spirituelle Praktiken und alternative Ernährungsgemeinschaften bekannt. Sie wohnte im Sumberkima Hill Resort im Norden der Insel. Hotelmitarbeiter berichteten später, dass sie extrem abgemagert ausgesehen habe, mit eingefallenen Augen, dünnen Armen und hervorstehenden Knochen.
«Sie sah aus wie jemand, der des Lebens überdrüssig war, aber sie war höflich und lächelte. Wir boten ihr an, einen Arzt zu rufen, aber sie lehnte die Hilfe ab und sagte, es gehe ihr gut», erinnerte sich der Hotelmanager.
Die junge Frau verbrachte fast ihre gesamte Zeit in ihrem Zimmer. Sie bat das Personal, ihr nur frisches Obst und Wasser zu bringen, und wollte nicht, dass jemand sie beim Essen sah. Nach einigen Tagen verliess sie ihr Zimmer nicht mehr und reagierte nicht mehr auf Anrufe oder Klopfen. Als das Personal das Zimmer betrat, fanden die Mitarbeiter K. nur noch tot vor.
Erschöpfung und Hunger als Todesursache
Laut einer polizeilichen Untersuchung gab es keine Anzeichen von Gewalt. Es wird angenommen, dass starke Erschöpfung und Hunger ihren Tod verursachten. Schätzungsweise wog K. zum Zeitpunkt ihres Todes weniger als 24 Kilogramm.
K.s Bekannte aus Online-Communities, die sich mit Veganismus und Rohkost beschäftigen, fanden später heraus, dass die Polin seit Monaten unter Knochenschmerzen, Krämpfen und starker Schwäche gelitten hatte. Ein Gruppenmitglied behauptete, bei K. sei ein schwerer Mangel des Blutplasmaproteins Albumin diagnostiziert worden. Der Mangel habe sich in Schwellungen und Blutergüssen am ganzen Körper geäussert.
Ablehnung von Medikamenten
Doch Karolina gab ihre Ernährung nicht auf. Sie glaubte, die Symptome seien Teil eines «Reinigungsprozesses». Ihre Eltern versuchten wiederholt, sie nach Hause zu holen, jedoch ohne Erfolg. Bereits 2018 wurde sie wegen einer Essstörung behandelt, kehrte aber nach ihrer Genesung zu ihrer strengen Diät zurück.
Freunden zufolge begann K., privaten Online-Gruppen beizutreten, die extreme Diäten und die Ablehnung von Medikamenten propagierten. Die Mitglieder dieser Gruppen überzeugten sich gegenseitig davon, dass die Symptome ein «Beweis für die Reinigung» seien und dass jede medizinische Intervention «eine Abkehr von der Natur» darstelle.
* Name bekannt
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.