Vielversprechendes Grün
Hilft Selleriesaft wirklich gegen Krankheiten und Stress?

Selleriesaft steht jeden Frühling wieder ganz oben auf der Liste der Menschen, die sich dem Detox-Hype hingeben. Aber bewirkt dieser Saft wirklich die Wunder, die er verspricht?
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Hält dieser grüne Saft, was er verspricht?
Foto: Getty Images/Johner RF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Selleriesaft-Trend verspricht Hilfe bei Migräne, Akne und Rheuma
  • Ernährungsberaterin bestätigt Selleries gesundheitliche Vorteile wissenschaftlich belegt
  • Ein halber Liter Saft täglich schützt effektiv gegen oxidativen Stress
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Schweizer Illustrierte

Sellerie gilt als Heilbringer der Wellnessgemeinde. Wer einen halben Liter des gepressten Safts morgens auf nüchternen Magen trinkt, fühle sich nicht nur fitter und wacher, sondern könne sogar chronische Krankheiten wie Migräne, Akne, Rheuma und Verdauungsprobleme bekämpfen. Ein Wundermittel also, ganz ohne Nebenwirkungen. Und tatsächlich: Im Netz posten Anhänger nach der zweiwöchigen Selleriesaft-Challenge teils beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder, die eine deutliche Verbesserung des Hautbilds zeigen.

Zum Lifestyle-Hype erkoren hat ihn aber erst der Wellness-Guru Anthony William, in den USA bekannt als selbst ernanntes «Medical Medium». Er schreibt Bücher und verfasst regelmässig Beiträge für die Lifestyle-Plattformen. Zwar verfügt Williams über keinerlei medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ausbildung, aber unbestritten ist: Sellerie ist gesund. Das bestätigt uns Ernährungsberaterin Tamara Meier 2024 in einem Interview.

Style: Frau Meier, Selleriesaft ist ein Gesundheitstrend. Ist der Hype berechtigt?

Tamara Meier: Absolut. Sellerie ist eine sehr alte Pflanze und wurde bereits in der alten Naturheilkunde für alle möglichen Krankheiten eingesetzt – und das sehr erfolgreich. Nun wurde er quasi wiederentdeckt. Endlich! Der Hype ist also berechtigt.

Was macht das Gemüse so besonders?

Neben vielen Vitaminen und Mineralien beinhaltet Sellerie sogenannte Phytonährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe. Je nach Farbe haben Gemüse und Obst unterschiedliche solcher Stoffe. Bei Sellerie ist ein ganz spezieller drin: Ein Pflanzenfarbstoff namens Apigenin, und der ist sehr gesundheitsfördernd. Das ist sogar mit wissenschaftlichen Studien nachgewiesen.

Welche positiven Eigenschaften ergeben sich daraus?

Sellerie bietet aufgrund dieser Pflanzenstoffe einen äusserst starken Schutz gegen oxidativen Stress. Das brauchen wir, weil wir heutzutage besonders viel oxidativen Stress ausgesetzt sind. Nicht nur aufgrund einer falschen Ernährung, sondern auch wegen Umweltbelastungen, Ozon, Rauchen, Medikamenten, Alkohol u. v. m. Hier ist der Sellerie sehr effektiv, diesem Stress entgegenzuwirken. Ganz viele Krankheiten entstehen durch oxidativen Stress. Sellerie ist wirklich ein Power-Gemüse.

Kann Sellerie also tatsächlich chronische Krankheiten lindern?

Ja. Die Phytonährstoffe sowie Vitamine und Mineralien wirken sich auf verschiedenen Ebenen positiv aus. Beispielsweise auf den Magen und Darm. Es ist beeindruckend, was man da machen kann. Zum Beispiel bei Menschen, die ständig einen sauren Magen oder ausgeprägten Reflux haben. Wirkungsvoll ist Sellerie auch bei Entzündungskrankheiten wie Rheuma und Gicht. Weil Sellerie Harnsäure anregt, hat er effektiv die Fähigkeit, Entzündungen zu reduzieren. Auch das Herzkreislaufsystem wird positiv unterstützt.

Ist Entsaften besser, als einfach Sellerie zu essen?

Ich habe in meiner Praxis sehr gute Erfahrungen mit dem Saft gemacht. Denn man müsste ganz schön viele Sellerie essen, um auf die Menge Saft zu kommen, die in einem Glas steckt. Das ist fast nicht machbar. Bei akuten Fällen ist das also ratsam.

Und für gesunde Menschen?

Für die Prävention empfehle ich, Sellerie im Salat, in einer Suppe oder einfach in Gemüseform zu essen, weil dann die wichtigen Nahrungsfasern erhalten bleiben. Sellerie hat sehr viele Ballaststoffe, und die sind für einen gesunden Darm enorm wichtig. Der Darm ist ein Muskel. Der muss gebraucht und trainiert werden. Und das geht nicht ohne Ballaststoffe.

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