Darum gehts
- Wegen Alzheimerfällen in ihrer Familie entschied sich Agnieszka Butter mit über 40, Neurowissenschaften zu studieren.
- Fast 50 Prozent aller Demenzerkrankungen lassen sich laut Studien durch gezielte Anpassungen im Alltag vermeiden.
- Chronische Dehydrierung verschlechtert die Gehirndurchblutung und steigert das Demenzrisiko.
Als ihre Grossmutter und später auch ihre Tante an Alzheimer starben, beschloss Agnieszka Butter mit über 40, sich beruflich umzuorientieren. Von der Modebranche wechselte sie an die Universität Edinburgh, um Neurowissenschaftlerin zu werden. Die 50-Jährige wollte besser verstehen, wie man das Gehirn schützen kann.
«Wir wissen heute, dass fast die Hälfte aller Demenzfälle auf 14 beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen ist – von Rauchen über Übergewicht bis hin zu unbehandeltem Hörverlust», sagt Butter gegenüber der britischen Zeitung «The Telegraph». Einfache Anpassungen im Alltag können das Erkrankungsrisiko drastisch senken. Das sind ihre wichtigsten Routinen für ein gesundes Gehirn:
Hydratisiert und gelassen in den Tag starten
Die Neurowissenschaftlerin wacht mit einem klassischen Wecker auf und trinkt als Erstes ein Glas Wasser. «Die meisten von uns trinken schlicht zu wenig, aber schon ein Flüssigkeitsverlust von nur einem Prozent führt zu Konzentrations- und Gedächtnisproblemen», betont sie. Gleichzeitig verringere chronische Dehydrierung die Durchblutung des Gehirns und erhöhe das Demenzrisiko. Danach macht Butter drei Runden Boxatmung – eine einfache Technik mit vier gleich langen Phasen von je vier Sekunden: Einatmen, Luft anhalten, Ausatmen und erneut Luft anhalten. Das beruhigt das Nervensystem und baut Stresshormone ab.
Kräuter und Eier am Morgen
Über den Morgen verteilt trinkt die Neurowissenschaftlerin etwa 1,5 Liter, darunter eine Tasse heisses Wasser mit Zitrone sowie Kräutertees aus Salbei, Thymian, Rosmarin oder Kamille. «Jedes Kraut enthält unterschiedliche Nährstoffe, die das Gehirn unterstützen», sagt sie. Zum Frühstück isst sie oft Eier, die reich an Cholin sind. Der Nährstoff hilft dem Körper, einen Neurotransmitter zu bilden, der für das Gedächtnis und die Stimmung verantwortlich ist. Violette Früchte wie Pflaumen oder Heidelbeeren landen ebenfalls auf ihrem Teller. Sie stecken voller Anthocyane, die nachweislich das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit verbessern und den Blutdruck senken. Als einziges Nahrungsergänzungsmittel nimmt sie Vitamin D3 ein, das in Studien als wichtiger Schutzfaktor gilt.
Ausreichend Bewegung, genügend Schlaf und proteinreiches Essen können helfen, den Alterungsprozess des Gehirns zu verlangsamen und das Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz reduzieren. Deshalb unterstützt SWICA gesundheitsfördernde wie auch präventive Aktivitäten und Angebote mit attraktiven Beiträgen von bis zu 1'300 Franken (mehr erfahren) aus den Zusatzversicherungen Completa Forte, Praevita und Optima. Schlafprobleme können die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, wie auch ihr Wohlbefinden verringern.
Holen Sie sich jetzt Hilfe und Tipps für einen gesunden Schlaf
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Düfte und Zeit in der Natur
Ein täglicher Spaziergang ist für Butter ein Muss. Dabei verzichtet sie auf Kopfhörer, um den Naturgeräuschen zu lauschen. Auch den Duft von Blumen und Kräutern nimmt sie bewusst wahr. Ein nachlassender Geruchssinn könne eines der ersten Anzeichen von Demenz sein, sagt sie. «Wir beginnen, zu verstehen, dass ein gezieltes Geruchstraining die Gehirnfunktion und die kognitiven Fähigkeiten steigern kann.» Rosmarin verbessere beispielsweise das Gedächtnis und die geistige Klarheit. Düfte gelangen direkt ins limbische System, das Emotionen reguliert und die Bildung neuer Nervenzellen anregt. «Für eine langfristige kognitive Gesundheit müssen wir alle unsere Sinne stimulieren, und der Geruchssinn wird oft vernachlässigt.»
Kopf leeren, Zahnseide nutzen, tief schlafen
Ihr wichtigstes Abendritual sei es, ihre Gedanken aufzuschreiben, sagt Butter. «Das hilft mir, sicherzustellen, dass ich all die Informationen loslasse, die mir vor dem Schlafengehen im Kopf herumschwirren.» Ausserdem nimmt sie sich ein paar Minuten Zeit, um die Zähne gründlich zu putzen und Zahnseide zu verwenden. Studien zufolge können Entzündungserreger aus dem Mund über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und die Entstehung von Alzheimer oder Demenz fördern. Um 22.30 Uhr löscht die Neurowissenschaftlerin das Licht, damit sie genau acht Stunden schlafen kann. «Das Gehirn läuft in dieser Zeit auf Hochtouren», sagt sie. «Es baut Giftstoffe ab, festigt Erinnerungen und unterstützt das Nervensystem.»