Beauty-Hype Kollagen
Vermeintliches Wundermittel für schöne Haut entzaubert

Statt Tabletten und Pülverchen jetzt als Fruchtgummi und Tee: Auch die Lebensmittelindustrie will vom Boom mit Kollagen profitieren. Warum der Hype wissenschaftlich kaum haltbar ist.
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Kollagen gibts in vielen Formen – als Pulver ...
Foto: Shutterstock

Darum gehts

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Otto Hostettler
Beobachter

Jetzt kommt auch die Lebensmittelindustrie auf den Geschmack: Neben Pülverchen, Tabletten und Ampullen wird Kollagen inzwischen auch in Gummibärchen und Teebeuteln propagiert. Das angebliche Wundermittel soll zu schöner Haut, kräftigen Nägeln und glänzendem Haar führen. 

Auch wenn das Geschäft mit Kollagen boomt: Es gibt keine zuverlässige wissenschaftliche Grundlage dafür, dass Produkte mit zugesetztem Kollagen die Alterung der Haut wirksam verhindern. Eine im Herbst 2025 publizierte Metaanalyse bestätigt diese Erkenntnis. Einige Studien zeigen lediglich eine geringe Verbesserung der Hautfeuchtigkeit und der Elastizität.

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Dazu kommt: Kollagen ist ein körpereigenes Protein, der Körper stellt es aus Aminosäuren selbst her. In Nahrungsergänzungspräparaten stammt es meist aus tierischen Abfällen. Sie werden als aufgespaltene Proteinfragmente eingenommen und im Darm wieder in Aminosäuren zerlegt. Ob – und wo – der Körper diese Stoffe dann wieder zu Kollagen zusammenfügt, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Bei Gelenkbeschwerden wie Arthrose ist die Studienlage zur Wirkung von Kollagenpräparaten ebenso schwach wie inkonsistent.

Die deutsche Konsumentenorganisation Foodwatch kritisiert: «Statt viel Geld für vermeintliche Wundermittel auszugeben, profitieren Haut, Knochen und Gelenke am meisten von Altbewährtem.» Also etwa einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung, Krafttraining und ausreichend Schlaf.

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