Einkaufstouristen aufgepasst!
Diese Produkte sind in der Schweiz günstiger, als im Ausland

In der Migros kosten gewisse Artikel weniger als bei Aldi in Deutschland. Die Schweiz ist in Einzelfällen bis zu 36 Prozent günstiger. Etwa bei Nüdeli oder Kaffee. Lohnt sich die Fahrt über die Grenze überhaupt?
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Der Einkauf ennet der Grenze lohnt sich nicht immer – gewisse Produkte sind in der Schweiz günstiger.
Foto: Keystone
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Yves Demuth
Beobachter

Wer in Deutschland Lebensmittel einkauft, sollte nicht wahllos ins Regal greifen. Denn nicht alles ist ennet der Grenze billiger. Fünf Lebensmittel sind bei Migros und Aldi Suisse deutlich günstiger als bei Aldi Süd in Deutschland. Die Preisersparnis liegt bei 8 bis 36 Prozent, zeigt eine Beobachter-Stichprobe.

Dabei wurden die Preise in der Schweiz und in Deutschland jeweils inklusive Mehrwertsteuer verglichen. Denn gemäss einer Studie der Universität St. Gallen lässt sich nur noch eine Minderheit der Einkaufstouristen die deutsche Mehrwertsteuer nach dem Einkauf zurückerstatten.

Preisunterschiede von minus 36 Prozent bis plus 277 Prozent

Orangensaft, Pfeffer, Kaffee, Penne oder Spaghetti kosten in der Schweiz weniger. Im Durchschnitt ist der Lebensmitteleinkauf in der Schweiz allerdings noch immer deutlich teurer. Teilweise kosten sogar Schweizer Produkte in der Schweiz mehr. Etwa Tête-de-Moine-Käserosetten aus dem Jura und Schweizer Bündnerfleisch.

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Was ebenfalls auffällt: Die Preisunterschiede zwischen Migros und Aldi Suisse sind verschwindend klein. Wer bei der Migros immer das günstigste Produkt wählt, das in der Regel mit einem gelben Tiefpreisschild markiert ist, zahlt fast genauso wenig wie beim Discounter Aldi Suisse. In der Beobachter-Stichprobe beträgt der Preisunterschied 0,18 Prozent – gleich viel wie im Beobachter-Preisvergleich vom letzten September.

Warum die Schweiz günstiger ist

Dass die Schweiz bei einigen Produkten günstiger ist, hat vor allem politische Gründe. Die Schweiz erhebt erstens auf Orangensaftkonzentrat aus Brasilien oder Mexiko keine Importzölle, wenn ein Ursprungszeugnis vorliegt. Die EU hingegen verlangt einen Zoll von 12,2 Prozent des Warenwerts.

Zweitens erhebt Deutschland auf Getränke in der Regel den höheren Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent statt des tieferen Lebensmittelsatzes von 7 Prozent. In der Schweiz sind es nur 2,6 Prozent. 

Drittens gibt es in Deutschland eine Kaffeesteuer, die zusätzlich zu Mehrwertsteuer und Importzöllen anfällt. Wer in Deutschland ein Kilo Kaffee kauft, zahlt zusätzlich 2.19 Euro Kaffeesteuer. Diese erhält man an der Grenze auch nicht zurück. Eine solche Steuer gibt es in der Schweiz nicht. Daneben spielen noch weitere Faktoren eine Rolle wie etwa der stärkere Franken, der Importe generell verbilligt. 

Warum Schweizer Butter und Milch so teuer sind

Ganz anders sieht es bei Milch und Butter aus. Diese Grundnahrungsmittel sind in der Schweiz massiv teurer. Und auch das hat mit Politik zu tun. Der Milchpreis wird in der Schweiz von der Branchenorganisation Milch (BOM) zentral festgelegt. Der Wettbewerb ist ausgeschaltet, um die Milchbauern zu schützen. 

Die Zeche zahlen die Konsumenten. So gibt es aktuell zwar 6 Prozent mehr Milch als im Vorjahr, wie BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler bestätigt. Grund sei das gute Futter. Doch der Preis für diejenige Milch, die zu Vollmilch und Butter wird, sinkt erst im Februar.

Gemäss einer älteren Studie hat der Schutz der Milchbauern aber gleichzeitig zu überhöhten Margen der Schweizer Butterindustrie geführt, wie der Beobachter berichtete. BOM-Geschäftsführer Kohler stellt das in Abrede.

Das sagen die Detailhändler

Der deutsche Anbieter Aldi Süd schreibt bloss, dass Preisvorteile weitergegeben würden. Bei Aldi Suisse heisst es, dass der starke Franken, andere Produktions- und Lieferkosten, gesetzliche Vorgaben oder die Wettbewerbsbedingungen zu anderen Verkaufspreisen führen könnten. Man setze sich für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ein.

Die Migros schreibt, der harte Preiswettbewerb unter Schweizer Detailhändlern führe insbesondere im Tiefpreissegment häufig zu ähnlichen Preisniveaus. Die politischen Rahmenbedingungen seien in der Schweiz anders, was zu anderen Kosten führe. Etwa weise der Tierschutz höhere Standards auf. Man setze sich für faire Preise und hohe Qualität ein.

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