Darum gehts
- Streit ums Essen sorgt in Familien für Drama, besonders bei Kindern
- Panierte Plätzli insbesondere führen oft zu heftigen Auseinandersetzungen am Tisch
- Beliebte Streitobjekte: Pizza, Pommes, Süssigkeiten und Softdrinks in Mengenfragen
Welche Eltern kennen das nicht? Zoff ums Essen! Kommt in den besten Familien vor. Oft fühlt sich eines der Kinder benachteiligt und meint ständig, es komme zu kurz. Was für ein Radau jedes Mal. Endlose Diskussionen. Geschrei! Tränen! Kann es sein, dass es meistens die Erstgeborenen sind? Frage für einen Freund.
Zankapfel Nummer eins sind vermutlich bei vielen – tadaa! – panierte Plätzli. Jessesmaria, das Drama. Kaum steht die Platte auf dem Tisch, fängt das Pokern an: Wer darf welches und wie viele? Die hatte schon drei! Ich hatte erst zwei. Das letzte gehört mir!
Eine Freundin berichtet, ihre Schwester habe jeweils jedes einzelne panierte Plätzli vorsorglich abgeleckt, damit die anderen ja nicht davon essen. Aber Pech gehabt, die anderen haben gelernt: Paniert schmeckt auch abgeleckt gut.
Eine andere Zu-kurz-Gekommene kapitulierte bei der Schlacht ums letzte Plätzli theatralisch und pfefferte das panierte Stück der jüngeren Schwester mitten ins Gesicht. Flankiert mit dem frommen Wunsch: «Hoffentlich erstickst du daran!»
Warum ist das so? Und wie kann man das aus der Welt schaffen? Selbst wenn man als Eltern alles dafür tut, dass es genug – ja sogar mehr als genug – für alle hat, kann man die Scharmützel nicht eindämmen.
Denn selbst wenn alle genug hatten und es bleiben im besten Fall Plätzli übrig, verlagert sich das Problem einfach nur weiter Richtung Kühlschrank. Gibt es etwas Besseres als kalte panierte Plätzli eingeklemmt im Brot? Eben. Aber wer darf wie viele haben? Da fängt der Streit schon wieder an.
Weitere beliebte Kampfzonen sind: Pizza, Pommes oder Chips. Und natürlich Süssgetränke. Wer hat schon wie viele Gläser Cola getrunken und warum überhaupt? Und wehe, jemand lässt mal einen letzten Schluck im Glas und geht vom Tisch. Skandal! Immer schenkt er sich so viel ein und trinkt es dann nicht aus – das macht er nur mir z’leid!
Oder Süsses. Da fragt man völlig naiv, welche sauren Gummis man kaufen soll, und bekommt die gleichgültige Antwort: «Mir doch egal, hab ich eh nicht mehr gern.» Aber wehe, eines der Geschwister isst dann von eben diesen Gummis. «Aah! Der isst mir ständig die weg, die ich am liebsten habe! Das macht er extra!»
Andere Schlaumeier haben eine besonders perfide Strategie. Sie naschen klammheimlich Schöggeli oder Guetzli bis zum allerletzten Exemplar. Und dann lassen sie genau dieses eine Alibi-Guetzli kalt berechnend übrig und verschliessen die Verpackung so, als wäre sie unangetastet. Kommt dann mal Besuch und man will die Guetzli anbieten, steht man mit leer gefressener Packung da wie ein Depp.
Es ist zum Verzweifeln. Wenn jemand einen Tipp hat, wie man diese Zwangsstörung loswird: Her damit!