Darum gehts
- Namen von Disney-Prinzessinnen befinden sich im Aufschwung
- Aurora aus dem Märchen Dornröschen ist überraschender Schwweizer Aufsteiger
- Aber Achtung: nicht jede Disney-Figur ist eine gute Namenspatin
Wer Aurora heisst, hat einen märchenhaften Namen. Er bedeutet Morgenröte und klingt ein bisschen nach Zauberwelt, nach Italien, dem Meer und natürlich Eros Ramzottis Liebeslied an seine Tochter. Bekannt ist er aber auch als Name von Dornröschen, der Prinzessin aus dem Disney-Klassiker «Sleeping Beauty». Und ausgerechnet dieser Name erlebt in der Schweiz einen bemerkenswerten Aufschwung.
2025 wurden hierzulande 192 Mädchen Aurora genannt. Damit schaffte es der Name auf Platz elf der beliebtesten Mädchennamen. Noch 2022 waren es 168 Babys, 2019 erst 135. Innerhalb von sechs Jahren hat Aurora also deutlich zugelegt. Auch in der Deutschschweiz ist der Name auf dem Vormarsch: 2025 erhielten 167 Mädchen diesen Namen, 30 mehr als im Vorjahr.
Ob dahinter tatsächlich die Liebe zu Disney steckt? Oder liegt es am steigenden Bekanntheitsgrad der Tochter von Michelle Hunziker und Eros Ramazotti? Das alles lässt sich nicht genau sagen. Aurora ist ein alter lateinischer Name und bedeutet Morgenröte.
Das Bundesamt für Statistik erfasst zwar die vergebenen Vornamen, nicht aber die Beweggründe der Eltern. Trotzdem ist die Verbindung zur Märchenwelt naheliegend: Für viele Menschen ist Aurora nun einmal die Prinzessin, die hundert Jahre schläft und schliesslich von ihrem Prinzen wachgeküsst wird.
Elsa, Anna und die Macht der Eiskönigin
Ein ähnliches Phänomen könnte man bei «Frozen» vermuten. Seit der Film 2013 in die Kinos kam, sind Elsa und Anna aus den Kinderzimmern kaum mehr wegzudenken. Die beiden Schwestern wurden zu weltweiten Kinderlieblingen, ihre Lieder zu Ohrwürmern.
Anna gehört in der Schweiz ohnehin zu den Klassikern. 2025 erhielten 175 Mädchen diesen Namen. Damit schaffte er es auf Platz 16 der Schweizer Hitparade. Allerdings ist Anna schon seit Jahrhunderten verbreitet und war lange vor dem Film beliebt. Ob die Eiskönigin dem Namen zusätzlichen Schub gegeben hat, lässt sich anhand der Statistik nicht belegen.
Bei Elsa ist die Verbindung zum Film für viele Menschen heute besonders präsent. Der Name hat einen ganz eigenen Klang und war bereits vor «Frozen» bekannt. Doch gerade bei solchen Namen wäre es spannend, die Entwicklung über mehrere Jahrzehnte zu verfolgen: Hat der Film tatsächlich neue Eltern inspiriert oder lediglich einen ohnehin beliebten Namen wieder ins Bewusstsein gerückt?
Arielle, Belle und Jasmine: Wer schafft es in die Schweizer Kinderzimmer?
Andere Disney-Prinzessinnen haben Namen, die deutlich stärker mit ihren Filmfiguren verbunden sind. Arielle etwa, die Meerjungfrau, die ihre Stimme für ein Leben an Land eintauscht. Oder Jasmine aus «Aladdin», die sich nicht vorschreiben lässt, wen sie heiraten soll. Auch Belle aus «Die Schöne und das Biest» hat mit ihrer Liebe zu Büchern und ihrem eigenständigen Charakter viele Fans.
Ob diese Namen in der Schweiz häufiger vergeben werden, ist eine andere Frage. Sie gehören nicht zu den grossen Favoriten der aktuellen Schweizer Namenshitparade. Das heisst allerdings nicht, dass es sie gar nicht gibt: Seltene Namen können durchaus vergeben werden, ohne in den vorderen Rängen, und somit in den offiziellen Statistiken, aufzutauchen.
Nicht jede Disney-Figur ist eine gute Namenspatin
Bei manchen Figuren dürfte die Begeisterung bei der Namenswahl etwas kleiner ausfallen. Cruella aus «101 Dalmatiner» etwa ist zwar eine unvergessliche Filmfigur, aber nicht gerade das Vorbild, das man seinem Nachwuchs mit auf den Weg geben möchte. Auch Ursula, die Meerhexe aus «Arielle», hat als Namenspatin einen eher zweifelhaften Ruf. Auch Maleficent ist eine eher unsympathische Wahl.
Und dann wäre da noch Mulan. Die mutige Kämpferin, die sich gegen gesellschaftliche Erwartungen stellt, wäre durchaus eine starke Namenspatin. Ob Schweizer Eltern ihre Töchter tatsächlich nach ihr benennen, lässt sich aus den veröffentlichten Ranglisten nicht eindeutig ablesen.
Wenn die Kindheit bei der Namenswahl mitentscheidet
Dass Filme, Serien und Popkultur unsere Namensvorlieben beeinflussen können, ist nicht abwegig. Wer als Kind mit Disney aufgewachsen ist, verbindet mit den Figuren vielleicht schöne Erinnerungen. Manche Eltern möchten ihrem Kind einen Namen geben, der sie selbst an eine unbeschwerte Zeit erinnert. Andere mögen schlicht den Klang.
Die Schweizer Zahlen zeigen jedenfalls, dass Aurora derzeit besonders gefragt ist. Ob Dornröschen dabei Pate steht oder ob Eltern einfach den schönen Namen mögen, bleibt offen. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn wer weiss: In zwanzig Jahren möchte die kleine Aurora womöglich lieber mit ihrem eigenen Namen glänzen als mit dem Hinweis, dass sie nach einer schlafenden Prinzessin benannt wurde.