Schnippschnapp im Rebberg
Weg mit dem alten Holz

Winzer liegen auch im Winter nicht auf der faulen Haut. Nach dem Stress der Weinlese und der Gärphase machen viele von ihnen zwar ein, zwei Wochen Ferien. Doch danach steht einer der wichtigsten Arbeitsschritte auf dem Programm: der Rebschnitt.
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Der Rebschnitt ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte im Rebjahr.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Reben werden zwischen Mitte Januar und Mitte März geschnitten
  • Der Winterschnitt entscheidet über Menge und Qualität der gelesenen Trauben und des aus ihnen gekelterten Weins
  • Der Rebschnitt ist Chefsache
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Eva ZwahlenRedaktorin Wein

Kennen Sie das? Sie stehen vor einem Rosenstrauch oder einem kleinen Apfelbäumchen in Ihrem Garten, die Schere in der Hand – und sind ratlos. Sollen Sie hier schneiden oder lieber dort? Nur ein bisschen die Spitzen kürzen oder besser gleich zum Kahlschlag ansetzen?

Wenn die Winzerin mit der Rebschere vor den winterlich kahlen Rebstöcken steht, hat sie sich vorher eine klare Strategie zurechtgelegt: Wie sollen die Reben «erzogen» werden, die als Lianen dazu neigen, hemmungslos zu wachsen und zu wuchern? Wie bleiben sie am ehesten gesund? Wie viel oder wenig Ertrag müssen sie erbringen? Und vor allem: Welche Weinqualität sollen sie in diesem Jahrgang erzielen?

Der Rebschnitt ist Chefsache

Der Winterschnitt ist absolut entscheidend für das, was wir Konsumenten dereinst im Glas haben werden. Deshalb ist das Rebenschneiden Chefsache. Im Winter befinden sich die Reben im Winterschlaf. Diese Winterruhe, während der sich der Saft der Rebe in die Wurzeln zurückgezogen hat, ist die ideale Zeit, um die verholzten Triebe des Vorjahres abzuschneiden.

Zwischen Mitte Januar und Mitte März, an Tagen ohne Frost und bevor die Reben austreiben, arbeiten die Winzer unermüdlich in den Rebbergen, mit Scheren bewaffnet. «Ich liebe diese Arbeit, auch wenn sie streng und anspruchsvoll ist», betont ein befreundeter Waadtländer Winzer aus Epesses, der den Rebschnitt niemals an seine Mitarbeiter delegieren würde. «Der Rebschnitt ist der Stolz, die Visitenkarte eines jeden Winzers», findet er und weist uns diskret auf die nicht ganz so perfekte Schnitttechnik seines Nachbarn hin, abzulesen an dessen Reben…

Die Visitenkarte des Winzers

Die Technik hat sich mit den Jahren verändert, nicht zuletzt als Folge des fortschreitenden Klimawandels. Die Reben werden heute so erzogen, sprich an Drahtrahmen aufgebunden, dass die Trauben vor der immer heisseren Sonne geschützt werden und nicht allzu nahe am Boden wachsen, denn dort ist die Hitze grösser.

«Heute müssen die Reben einiges wegstecken: Hitze, Trockenheit, heftige Niederschläge, Spätfröste, Rebkrankheiten», gibt unser Winzer zu bedenken. «Wenn man eine Rebe schlecht schneidet, stirbt sie zwar nicht ab, produziert aber garantiert keinen qualitativ überzeugenden Wein.» Zum Glück ist unser Winzer quasi mit jedem Rebstock per Du. Und legt allergrössten Wert auf seine Visitenkarte…

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