Darum gehts
- Wenn die Trauben reif sind, besuchen oft gefrässige Tiere die Rebberge.
- In der Toskana und in Südfrankreich sind Wildschweine ein Problem. Gegen sie helfen nur stabile Zäune
- Aber auch Vögel, Insekten und diebische Zweibeiner machen den Winzern zu schaffen.
Mit der Traubenreife kommen auch ungebetene Gäste. Wildtiere sind keine Kostverächter, und sobald die Tage wieder kürzer werden, füllen sie ihre Speicher für den Winter auf. Reife Trauben kommen da gerade recht. Besonders, wenn die Blätter für eine zügige Ernte entfernt wurden und die Früchte leicht zu erreichen sind.
Die Vierbeiner
Sie naschen nicht nur ein paar Beeren, sondern verdrücken in kurzer Zeit und am liebsten nachts gewaltige Mengen. Besonders gefürchtet unter den Vierbeinern sind Wildschweine. Wenn sich eine Rotte durch die Rebzeilen frisst, bleibt nicht viel übrig. Um sich vor solchen Überfällen zu schützen, helfen solide Zäune.
Auch Rehe liebe Trauben. Im Gegensatz zu Wildschweinen sind sie vornehme Esser und zupfen sich die reifsten Beeren aus den Trauben. Sitzt hingegen ein Mäuschen zwischen den Trauben, ist das weniger tragisch.
Die Vögel
Stare, Amseln und Drosseln fliegen auf farbige Beeren. Alles, was leuchtet, muss im Herbst in ihre Schnäbel. Früher engagierten die Winzer für den Herbst einen Feldschütz. Der ging in den Weinbergen auf Streife und vergraulte mit Holzrätschen und Schreckschusspistolen die Vögel. Dann folgten gasbetriebene Schreckschussgeräte, die nachts abgestellt werden.
Heute kommen Schutznetze zum Einsatz. Sie sind genormt, damit sich in den ihren Maschen keine Singvögel verheddern und müssen nach dem Herbst entfernt werden.
Die Insekten
Wespen können ganz schön was wegputzen. Während der Ernte sind sie unangenehm für die Lesemannschaft. Durch Wespenfrass beschädigte Trauben sind anfällig für Graufäule (Botrytis). Befallene Beeren müssen ausgelesen werden, was die Erntekosten in die Höhe treibt.
Seit 2014 kämpfen die Winzer nördlich der Alpen gegen die Kirschessigfliege. Die steht auf rote Sorten. Bei einem starken Befall blieben nur die Beerenhäute zurück. Ein trostloser Anblick.
Die Zweibeiner
Beim Mundraub ist es nicht geblieben. Jedes Jahr gibt es Meldungen über professionellen Traubenklau. Dabei geht es nicht um ein paar Kilo. Einmal mit dem Vollernter durch die Parzelle — und weg sind ein paar Tonnen Trauben. Der Verlust für die Winzer ist immens.
Acht bis neun Monate Arbeit waren für die Katz. Gross ist die Gefahr in Jahren mit geringen Erträgen. Ernten Traubendiebe von Hand, gehen sie raffiniert vor und lesen nur jeden zweiten Rebstock ab, damit es weniger auffällt.