Darum gehts
- Katzenbesitzer ignorieren Expertenwarnungen vor Krankheiten durch engen Kontakt mit Katzen
- Leser kommentieren ironisch, vergleichen Katzen mit alltäglichen Keimquellen wie Smartphones
- Trotz allem gilt: Seltene Krankheiten übertragbar, Schwangere und Immungeschwächte gefährdet
Der Blick-Bericht über angeblich riskante Katzenküsse hat vergangene Woche auf Blick.ch für ordentlich Schnurren – und noch mehr Widerspruch – gesorgt. Während Experten davor warnten, dass selbst gesunde Katzen Parasiten, Bakterien oder Krankheiten übertragen können, reagierte ein grosser Teil der Community ungefähr so: «Ja gut … und jetzt?»
Denn viele Leserinnen und Leser wollen sich ihre tägliche Portion Katzenliebe offensichtlich nicht verbieten lassen. Statt Panik gab es in den Kommentaren vor allem Ironie, Augenrollen – und sehr viele Menschen, die seit Jahrzehnten ihre Katzen knuddeln, küssen und trotzdem noch bester Gesundheit sind.
Viele Menschen drücken ihre Katze aus Zuneigung und geben ihr einen Kuss. Doch genau das kann riskant sein: Experten warnen, dass selbst scheinbar gesunde Katzen Krankheiten übertragen können – teilweise mit ernsthaften Folgen für den Menschen.
Viele Menschen drücken ihre Katze aus Zuneigung und geben ihr einen Kuss. Doch genau das kann riskant sein: Experten warnen, dass selbst scheinbar gesunde Katzen Krankheiten übertragen können – teilweise mit ernsthaften Folgen für den Menschen.
«Bin 55 und lebe noch, trotz Katzenschmuserei», schreibt etwa René Mathis trocken unter den Artikel. Ähnlich klingt es bei Jürg Moggi: «Ich küsse Katzen seit 50 Jahren und lebe immer noch.»
Viele Leser empfinden die Warnungen sogar als übertrieben. Yvonne Gubser nennt den Bericht «Panikmache mit seltenen Einzelfällen». Andreas Siegenthaler kommentiert: «Wir haben vier Katzen, die rein und rausgehen seit Jahren. Wir müssten alle todkrank sein.»
«Krank machen mich nur Katzenhasser»
Besonders auffällig: Für viele Katzenhalter gehören Küssli und Kuscheln ganz selbstverständlich zum Alltag.
«Ich liebe meine fünf Katzen und küsse sie jeden Tag! Krank machen mich nur die Katzenhasser!», schreibt Tomy Gunter.
Auch So Ri will sich ihre Katzenroutine nicht nehmen lassen: «Selbstverständlich knuutsch ich meine Katze weiterhin. Das tue ich seit bald 47 Jahren.»
Roul Irmscher kommentiert ähnlich: «Ich halte seit über 40 Jahren Katzen, sie pennen in meinem Bett, ich knuddle sie und natürlich bekommen sie auch das ein oder andere Bussi!»
Und Steven Reynard meint sogar: «Ich küsse lieber meine Katzen als irgend jemanden in einer Menschenmenge. Garantiert weniger Risiko allemal.»
Viele zweifeln an den Experten
Neben den Katzenküssen selbst sorgte vor allem ein Wort für Diskussionen: «Experten».
«Früher ohne Experten war es richtig schön», schreibt Stefan Sutter. Martin Burgherr findet gar: «Heute gibt es mindestens 90 % zu viele Experten.»
René Frei kommentiert sarkastisch: «… wir wären den Experten nach sowieso längst tot oder schwer krank.»
Andere Leser vergleichen Katzen mit ganz alltäglichen «Keimschleudern». Lars Valentin schreibt: «Legt alle eure Smartphones weg, das sind die grössten Dreckschleudern!» Sam Hugler meint: «Beim Berühren eines WC-Türgriffs in einer Autobahnraststätte bekomme ich mehr ab, als meiner Katze einen Kuss zu geben.»
Einige Stimmen mahnen trotzdem zur Vorsicht
Zwischen viel Ironie und Katzenliebe gab es aber auch Leser, die die Warnungen nachvollziehen konnten.
«Katzen sind keine Menschen, Katzen sind Tiere», schreibt Sabine Ittig. Stephan Zaugg formuliert es ähnlich: «Es gibt die Welt der Tiere. Es gibt die Welt der Menschen. Wir brauchen uns nur daran zu halten und gut ist.»
Und Leo Furrer ergänzt: «Giardien und Fuchsbandwurm bitte nicht vergessen.»
Tatsächlich weisen Tierärzte immer wieder darauf hin, dass bestimmte Krankheiten zwar selten, aber grundsätzlich übertragbar sind – besonders bei engem Kontakt oder mangelnder Hygiene. Besonders vorsichtig sein sollten Schwangere sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Die grosse Frage bleibt: Was denkt eigentlich die Katze?
Mehrere Leser brachten noch einen anderen Punkt ins Spiel: Vielleicht mögen Katzen unsere Küsse schlicht gar nicht.
Faniella Diwani schreibt: «Die Katze will nicht ‹geküsst› werden. Wenn die Katze ‹küssen› will, dann fordert sie zum gegenseitigen Nasenstupser.»
Denn genau das erklärten auch Experten im ursprünglichen Bericht: Katzen zeigen Nähe anders – etwa durch Köpfchengeben, Schnurren oder ruhiges Beisammensein.
Am Ende ist sich die Community dann aber doch (fast) einig:
Ob Katzenküsse nun gefährlich, harmlos oder völlig überflüssig sind – ernst genommen wird die Warnung kurz, diskutiert wird sie heftig, und umgesetzt wird sie… sagen wir mal, eher so mittel konsequent.
Denn seien wir ehrlich: Unsere Samtpfoten sind einfach viel zu niedlich, als dass das nächste Katzenküssli nicht doch schneller passiert, als man «Experte» sagen kann.