«Ich vermisse das Schnäbi wirklich nicht»
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Podcast-Star Karin Bearpark:«Ich vermisse das Schnäbi beim Sex wirklich nicht»

«Thronfolge»-Star Karin Bearpark über Homophobie
«Die Wut macht mich fassungslos»

Mit dem Juni endet der Pride Month, der im Zeichen der LGBTQ-Gemeinschaft steht. Was die Aktivistinnen und Aktivisten antreibt: Ein Grossteil der queeren Menschen in der Schweiz erlebt Homophobie. So wie Podcast-Star Karin Bearpark.
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In der aktuellen Folge des Blick-Beziehungspodcasts «intim&laut» spricht Karin Bearpark über die Liebe zu ihrer Freundin, ihre sexuelle Orientierung und Homophobie.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Karin Bearpark (27) spricht über Diskriminierung nach ihrem Coming-out 2025.
  • LGBTIQ-Helpline meldete 281 Hate-Crime-Fälle 2025, 134 waren es 2022.
  • Schweiz war eines der ersten Länder, das homosexuelle Handlungen entkriminalisierte
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Sandra CasaliniRedaktorin

Quirlig, lustig und ohne Blatt vor dem Mund. So kennt man Karin Bearpark (27) aus ihrem Erfolgspodcast «Die Thronfolge», den sie gemeinsam mit Dara Masi (33) hostet. Beim Thema queere Rechte wird die Aargauerin allerdings ernst. «Das Erwachen war riesig. Ich hätte mir niemals vorstellen können, was da alles auf mich einprasseln würde», erzählt sie in einem «Pride»-Special des Blick-Beziehungspodcasts «intim&laut». Vor einem guten Jahr teilte Bearpark, die bis dahin immer in Beziehungen mit Männern gewesen war, auf Instagram ihre Liebe zu einer Frau. «Ich war mir der Thematik schon vorher durchaus bewusst. Aber die Diskriminierung und die Wut auf meine sexuelle Orientierung, die ich seither erlebe, machen mich fassungslos.» Das reicht von abschätzigen Blicken, wenn sie mit ihrer Freundin Händchen hält, bis zu offener Homophobie, vorwiegend online.

Karin Bearpark bekommt das zu spüren, was die meisten queeren Menschen in der Schweiz erleben: Laut Studien erfahren 80 Prozent Diskriminierung. Gemäss aktuellem Hate-Crime-Bericht der LGBTIQ-Helpline verzeichnete diese im Jahr 2025 281 entsprechende Meldungen – 2022 waren es noch 134. Das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer ist riesig. Gerade mal 10 Prozent der Betroffenen schalten die Polizei ein, und dies meist nur bei schwerer körperlicher Gewalt.

«Der Sex mit Männern war immer schmerzhaft»
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Podcast-Star Karin Bearpark:«Der Sex mit Männern war immer schmerzhaft»

Wer hats erfunden? Bill Clinton!

Dass Homophobie in der Schweiz wieder auf dem Vormarsch zu sein scheint, bricht mit der Tradition. Schliesslich waren wir 1942 eines der ersten Länder Europas, die homosexuelle Handlungen per Gesetz entkriminalisierten. Auch wenn gemäss Militärstrafgesetz «widernatürliche Unzucht» bis 1992 in der Armee verboten blieb und die Ehe für alle erst vor vier Jahren in Kraft trat. In den USA war Illinois der erste Bundesstaat, der 1962 die Gesetze gegen homosexuelle Handlungen abschaffte – die letzten US-Staaten taten dies erst 2003. In New York, wo die Pride-Bewegung ihren Ursprung hat, war Homosexualität bis 1980 illegal.

Ein Jahr nach den sogenannten Stonewall-Aufständen von 1969, einer gewaltsamen Polizeirazzia, gingen in New York erstmals queere Menschen auf die Strasse und protestierten.
Foto: IMAGO/GRANGER Historical Picture Archive

Im Big Apple fand 1970 der erste Protestmarsch unter dem Namen «Christopher Street Liberation Day» statt. Er fand im Gedenken an die sogenannten Stonewall-Aufstände von 1969 statt: Im Stonewall Inn, einem Lokal in der New Yorker Christopher Street, wehrten sich queere Menschen gegen eine gewaltsame Polizeirazzia, was im Nachhinein zu mehrtägigen Protesten, zahlreichen Festnahmen und Verletzten führte. Ebenfalls 1970 gabs in London erstmals eine Mahnwache der neu gegründeten Gay Liberation Front mit 150 Teilnehmenden. Zwei Jahre später fand in der britischen Hauptstadt der erste Protestmarsch unter dem Namen «Gay Pride March» statt. Pride steht seither als Begriff für Selbstachtung und Stolz auf die eigene sexuelle Orientierung. Am 24. Juni 1978 folgte dann die erste politische Aktion in Zürich, unter dem Namen «Christopher Street Day» (CSD) – im Zentrum stand die Unterschriftensammlung für eine Petition gegen Homosexuellen-Register, die die Zürcher Stadtpolizei über schwule Männer führte. Erst ab 1994 wurde der CSD zum jährlichen Ereignis. 2009 wurde der Anlass in «Zurich Pride Festival» umbenannt, im Sprachgebrauch heisst er seither einfach Pride. Vor einer Woche, am 20. Juni 2026, feierten 20’000 Menschen queere Sichtbarkeit. Den Pride Month verdanken wir übrigens Ex-US-Präsident Bill Clinton (79), der 1999 den Juni als solchen deklarierte.

Ex-US-Präsident Bill Clinton im April 1993 bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Schwulen- und Lesben-Organisationen im Oval Office. 1999 erklärte er den Juni zum Pride-Monat.
Foto: imago/ZUMA Press

Aber warum ist Sichtbarkeit so wichtig für die LGBTQ-Community? «Um sie zu entstigmatisieren», sagt Karin Bearpark. «Ich höre oft, man müsse ja seine Sexualität nicht allen unter die Nase reiben. Aber Sichtbarkeit ist nötig, um Vorurteile abzubauen.» Diese hätten vor allem Leute, die kaum je Kontakt mit queeren Menschen haben, sagt «intim&laut»-Psychologin Ramona Zenger (37). «Wer keinen direkten Kontakt hat, greift oft auf Stereotype und auch Fehlinformationen zurück. Je grösser die Distanz, desto grösser die Angst, desto diffuser und unkonkreter scheinen gewisse Dinge.» Queerness könne bestehende Weltbilder infrage stellen sowie soziale oder religiöse Werte bedrohen, so Zenger.

Wie hartnäckig sich gewisse Vorstellungen in den Köpfen halten, merkt Karin Bearpark immer wieder, wenn sie sich auf Diskussionen einlässt. «Kürzlich fragte mich jemand, ob ich mit meiner Partnerin Kinder haben möchte. Ich sagte, ich schliesse das nicht aus. Worauf diese Person sich echauffierte und meinte, Kinder bräuchten doch einen Vater. Sie regte sich also schon mal vorsorglich über einen potenziellen Zustand auf, den es vielleicht gar nicht geben wird, aufgrund meiner Sexualität.»

Liebe gibt es in allen Formen

Auch habe ihr schon mal jemand gesagt, seit ihrem Outing wirke sie weniger attraktiv, so Bearpark. «Warum meine sexuelle Orientierung etwas mit meiner Ausstrahlung zu tun hat, ist mir schleierhaft.» Die Podcasterin bezeichnet sich übrigens als pansexuell, das heisst, sie verliebt sich in Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht. «Aber das Label ist mir nicht so wichtig. Liebe gibt es in allen Formen. Ich werde nie verstehen, warum man das nicht einfach annehmen kann.» Oder, wie Zürichs Stadtpräsident Raphael Golta (50) zur LGBTQ-Community an der Pride sagte: «Ihr habt Grund, glücklich zu sein. Aber ihr habt auch allen Grund, wütend zu sein.»

Die Zurich Pride war auch 2026 eine riesige Party. Allerdings immer noch eine mit traurigem Hintergrund: Homophobie ist alltäglich und wieder auf dem Vormarsch.
Foto: Keystone
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