Darum gehts
- Luxus statt Beilage: Honigcherrytomaten für 39 Franken pro Kilo
- Schweizer Premiumtomaten sind zurzeit noch rar, viele Spezialsorten werden importiert
- Schutzzölle für heimische Gemüse – darum sind Tomaten so teuer
Sie sind weit mehr als nur Beilage: Tomaten! Wer derzeit am Markt einkauft, findet durchaus welche, die so viel kosten wie ein Stück Fleisch. Die teuersten sind momentan die Honigcherrytomaten – je nachdem kann das Kilo bis zu 39 Franken kosten.
Bei Gemüsehändler Werner Pfister aus Freienstein ZH kosten sie derzeit 38 Franken, sie kommen aus Holland. Der hohe Preis ist für die Kundschaft kein Hindernis: «Sie wollen das, sonst hätte ich sie nicht im Angebot!» Umgerechnet kostet ein kleines Tomätli 45 Rappen: «Manche sagen, das sei für sie wie ein Praliné.»
Schutzzölle für Schweizer Gemüse
Für Schweizer Tomaten ist es noch einen halben Monat zu früh. Gerade bei Cherry- und Datteltomaten greift Pfister deshalb zu Importware. Bei seinen drei Lieferanten hat er gerade noch eine Kiste italienische Cherrytomaten organisieren können. «Das hat seinen Preis, die sind von 18 auf 24 Franken hoch.» Auch Erdbeercherrys aus der Schweiz hat er günstiger im Angebot, aber geschmacklich überzeugen sie ihn nicht: «Je nachdem, wofür man sie braucht, gehen sie schon.»
Schweizer Tomaten werden von Mai bis Oktober durch Zölle vor günstiger Konkurrenz aus dem Ausland geschützt. Sollte jedoch das inländische Angebot die Nachfrage nach Tomaten nicht decken können, werden Importkontingente gesprochen. Mit diesem Kontingent können Tomaten aus dem Ausland zum tiefen Zolltarif importiert werden.
Im Sommer, wenn Schweizer Tomaten Hochsaison haben, werden pro Woche rund 1800 Tonnen Tomaten (inklusive Cherry und Peretti) umgesetzt. «Das kann nicht immer aus hiesiger Produktion gedeckt werden», erklärt Markus Waber, stellvertretender Direktor des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten. «Darum müssen mittels Importkontingent manchmal bis zu 300 Tonnen zusätzlich in einer Woche importiert werden, damit die Nachfrage gedeckt werden kann.» Letztes Jahr wurden über 80’000 Tonnen Tomaten in der Schweiz umgesetzt, wovon mehr als die Hälfte aus dem Ausland stammte.
Tomaten: Wie eine empfindsame Diva
Pfister baut auf seinen 1,5 Hektar Land im Tösstal ZH privat keine Tomaten an – dafür sind sie ihm zu heikel. «Sie mögen keinen Regen. Ich habe einen Kollegen, der noch Freilandtomaten macht, aber das ist eine Lotterie», sagt er. Seine persönlichen Favoriten sind Ochsenherztomaten: «Sehr fleischig, saftig – mein Highlight. Man sieht oft diese grossen, die unten so bauchig sind. Doch das ist zu viel dicke Schale. Meine sind kleiner, haben aber ein richtiges Herz.» Schweizer Ware gebe es davon jedoch erst später im Sommer, momentan stammen sie aus Frankreich. Ebenso die Berner Rose. Erst ab Mitte Juni bezieht sie Pfister von einem Lieferanten aus Oberlunkhofen AG.
Tomaten gehören zu den dankbarsten, aber auch anspruchsvollsten Gartenpflanzen. Damit sie gesund und kräftig wachsen, braucht es vor allem den richtigen Standort und konsequente Pflege. Tipps von Jardin Suisse.
- Einen möglichst sonnigen Standort wählen.
- Bei Pflanzungen in Töpfen immer neues Substrat verwenden.
- Düngen, düngen, düngen … Tomaten brauchen regelmässige Nährstoffgaben. Befolgen Sie dabei die Herstellerangaben auf dem Düngemittel.
- Einen ausgewogenen Tomatendünger verwenden und zugleich auf eine gleichmässige Wasserversorgung achten, damit Kalzium kontinuierlich aufgenommen werden kann. Besonders die grossfruchtigen Sorten reagieren empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen und können von Blütenendfäule betroffen sein.
- Direkt in den Wurzelbereich giessen, die Blätter möglichst nicht benetzen.
- Staunässe vermeiden.
- Die kleinen Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, regelmässig entfernen. So bleibt die Pflanze luftig, die Blätter trocknen rasch ab und die ganze Kraft geht in den Haupttrieb.
- Die Erde unter den Tomatenpflanzen mit organischem Material wie Rasenschnitt mulchen, um Spritzwasser vom Boden her zu reduzieren.
- Zwischen den Tomatenpflanzen ausreichende Pflanzabstände von 60 bis 80 cm einhalten.
- Eine Unterpflanzung mit Basilikum, Peterli oder Ringelblumen wehrt Schädlinge ab, fördert die Bodengesundheit und das Wachstum.
Tomaten gehören zu den dankbarsten, aber auch anspruchsvollsten Gartenpflanzen. Damit sie gesund und kräftig wachsen, braucht es vor allem den richtigen Standort und konsequente Pflege. Tipps von Jardin Suisse.
- Einen möglichst sonnigen Standort wählen.
- Bei Pflanzungen in Töpfen immer neues Substrat verwenden.
- Düngen, düngen, düngen … Tomaten brauchen regelmässige Nährstoffgaben. Befolgen Sie dabei die Herstellerangaben auf dem Düngemittel.
- Einen ausgewogenen Tomatendünger verwenden und zugleich auf eine gleichmässige Wasserversorgung achten, damit Kalzium kontinuierlich aufgenommen werden kann. Besonders die grossfruchtigen Sorten reagieren empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen und können von Blütenendfäule betroffen sein.
- Direkt in den Wurzelbereich giessen, die Blätter möglichst nicht benetzen.
- Staunässe vermeiden.
- Die kleinen Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, regelmässig entfernen. So bleibt die Pflanze luftig, die Blätter trocknen rasch ab und die ganze Kraft geht in den Haupttrieb.
- Die Erde unter den Tomatenpflanzen mit organischem Material wie Rasenschnitt mulchen, um Spritzwasser vom Boden her zu reduzieren.
- Zwischen den Tomatenpflanzen ausreichende Pflanzabstände von 60 bis 80 cm einhalten.
- Eine Unterpflanzung mit Basilikum, Peterli oder Ringelblumen wehrt Schädlinge ab, fördert die Bodengesundheit und das Wachstum.
Die Nachfrage sei jetzt schon riesig: «Ich habe gerade noch die letzten zehn Kisten aus Frankreich erwischt.» Besonders beliebt bei Feinschmeckern ist auch die Merinda aus Sizilien, eine aromatische Fleischtomate mit kräftigem Geschmack. «Da kostet eine schnell mal 70 Rappen.» Zu seinen Favoriten zählt zudem die Küsnachter, eine uralte Sorte mit ähnlichem Aroma wie jenes der Merinda.
Die Tomate ist empfindlich. «Sie ist eine Diva», sagt Kochbuchautor Claudio Del Principe. «Die geschmackvollsten halten nur wenige Tage. Die lagerfähigen sind dafür oft fad.» Der Profi kauft seine Tomaten beim Biobauern nebenan. «Wer direkt bei den Erzeugern kauft, bekommt frischere Ware, die intensiver schmeckt. Wir sehen, wie unser Gemüse angebaut wird, und verstehen so besser, warum gute Lebensmittel ihren Preis haben.» Zu seinen Lieblingen gehört die Ananastomate, gelb mit roten Flammen. «Die ist nach der Ernte schnell angetätscht, für den Grosshandel also nicht attraktiv – aber zum Essen göttlich!»
Luxustomaten kommen gut an
Allerdings sind die Luxustomaten auch im Coop angekommen: Die Amela sorgte vor zwei Jahren mit einem Kilopreis von 32 Franken für Schlagzeilen. Die Zucht kommt aus Japan, «amela» heisst übersetzt «süss», produziert wird das delikate Gemüse in Spanien. Dabei schmeckt es fast wie eine Frucht: Auf dem Luxusportal Hochedel.ch schwärmt man «von der fruchtigen Süsse und feiner Säure in perfekter Ausgewogenheit und explosiver Frische.» Zurück bleibe die grosse Lust auf mehr. Auch die Migros hat Premiumtomaten im Sortiment. Die teuersten sind derzeit die Cherrytomaten von Sélection am Zweig (200 Gramm) aus den Niederlanden, mit einem Kilopreis von 24.80 Franken.
Rot, gelb, orange, klein, rund oder länglich: Kaum ein Gemüse ist so bunt und beliebt wie die Tomate. Frisch geerntet vom eigenen Strauch schmecken sie am besten. Alles, was es braucht, ist gute Erde, Sonne, Wasser und Dünger. Eigentlich keine Hexerei.
Allerdings machen Pilzkrankheiten einen Strich durch die Rechnung. Allen voran die Kraut- und Braunfäule. Sie lässt Blätter und Triebe innert weniger Tage braun werden, verursacht faulende Stellen an den Früchten – und führt nicht selten zum Totalausfall der Ernte.
Doch es gibt gute Neuigkeiten aus der Züchtung. In den letzten Jahren haben Fachleute gezielt daran gearbeitet, resistentere Sorten zu entwickeln. Diese sogenannten «Pi-resistenten» Tomaten sind weniger anfällig für die Kraut- und Braunfäule und können im Garten oder im Topf auch ohne Tomatenhaus angebaut werden. Während klassische oder nur «tolerante» Sorten bei feuchtem Sommerwetter rasch befallen werden, bleiben resistente Varianten oft deutlich länger gesund – teilweise bis weit in den Herbst hinein, wenn die Ernte bereits weit fortgeschritten ist.
Die Auswahl ist inzwischen gross: von Cocktailtomaten bis hin zu länglichen Mini-San-Marzano-Typen. Die Setzlinge sind in Gärtnereien und Gartencentern erhältlich und eignen sich gut für Garten, Balkon und Terrasse. Fachleute gehen davon aus, dass sich diese Sorten in den kommenden Jahren fest im Sortiment etablieren werden.
Rot, gelb, orange, klein, rund oder länglich: Kaum ein Gemüse ist so bunt und beliebt wie die Tomate. Frisch geerntet vom eigenen Strauch schmecken sie am besten. Alles, was es braucht, ist gute Erde, Sonne, Wasser und Dünger. Eigentlich keine Hexerei.
Allerdings machen Pilzkrankheiten einen Strich durch die Rechnung. Allen voran die Kraut- und Braunfäule. Sie lässt Blätter und Triebe innert weniger Tage braun werden, verursacht faulende Stellen an den Früchten – und führt nicht selten zum Totalausfall der Ernte.
Doch es gibt gute Neuigkeiten aus der Züchtung. In den letzten Jahren haben Fachleute gezielt daran gearbeitet, resistentere Sorten zu entwickeln. Diese sogenannten «Pi-resistenten» Tomaten sind weniger anfällig für die Kraut- und Braunfäule und können im Garten oder im Topf auch ohne Tomatenhaus angebaut werden. Während klassische oder nur «tolerante» Sorten bei feuchtem Sommerwetter rasch befallen werden, bleiben resistente Varianten oft deutlich länger gesund – teilweise bis weit in den Herbst hinein, wenn die Ernte bereits weit fortgeschritten ist.
Die Auswahl ist inzwischen gross: von Cocktailtomaten bis hin zu länglichen Mini-San-Marzano-Typen. Die Setzlinge sind in Gärtnereien und Gartencentern erhältlich und eignen sich gut für Garten, Balkon und Terrasse. Fachleute gehen davon aus, dass sich diese Sorten in den kommenden Jahren fest im Sortiment etablieren werden.
Wie viel Geld man für Qualität, Herkunft und besondere Sorten ausgeben will, muss letztlich jede und jeder für sich selbst entscheiden. Die Nachfrage nach Premiumtomaten ist offensichtlich da.