Irrer Vorfall in Deutschland
Familie grilliert in Treppenhaus und Wohnung – und landet im Spital

Eine Familie in Sachsen nutzt einen Holzkohlegrill im Treppenhaus und später im Wohnzimmer. Das unsichtbare Kohlenmonoxid breitet sich aus, sechs Personen landen im Spital. Die Polizei ermittelt gegen den Vater wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Kommentieren
1/2
Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, zum Beispiel bei Holzkohle, Gasheizern oder Heizgeräten ohne Abzug. Das Gas ist geruchlos und unsichtbar, weshalb die Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit oft erst bemerkt werden, wenn es fast zu spät ist.
Foto: MagentaGreen [Public domain], via Wikimedia Commons

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Familie in Hohnstein durch Kohlenmonoxid vergiftet, sechs Personen ins Spital gebracht
  • Vater nutzte Holzkohlegrill im Treppenhaus, Gas breitete sich unbemerkt aus
  • 24-fach erhöhter CO-Wert, Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
gina-grace-zurbrügg-ringier.jpg
Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

In einem Mehrfamilienhaus im sächsischen Hohnstein zündet eine Familie einen Holzkohlegrill nicht draussen, sondern im Treppenhaus an. Später bringt der Vater das scheinbar erloschene Gerät ins Wohnzimmer. Aber unbemerkt breitet sich Kohlenmonoxid aus, ein Gas, das «man weder riecht noch sieht», wie Feuerwehrchef Michael Hille gegenüber «TAG24» sagt. Erst Stunden später treten Symptome auf. Die Familie fühlt sich plötzlich unwohl. Kopfschmerzen, Schwindel und Orientierungslosigkeit machen sich bemerkbar. Die klassischen Anzeichen einer Vergiftung.

Die Kinder greifen zum Telefon und wählen den Notruf. Dieser Schritt rettet ihnen das Leben. «Ohne diesen Anruf hätte es tödlich enden können», erklären die Einsatzkräfte später.

Fahrlässige Körperverletzung

Es entstand kein Rauch, kein Feuer, nur das tödliche Gas breitete sich aus. Als der Rettungsdienst eintrifft, schlägt der Kohlenmonoxid-Warner sofort Alarm. Die Feuerwehr rückt unter Atemschutz an. Der Grill wird ins Freie gebracht, die Wohnung gelüftet. «Das Gas bindet sich an die roten Blutkörperchen und verhindert die Sauerstoffaufnahme», erklärt der Feuerwehrchef. «Man wird langsam bewusstlos, ohne es zu merken.»

Insgesamt wurden sechs Personen ins Spital eingeliefert, der Vater (57), seine Frau (49), zwei Töchter im Alter von 21 und 11 Jahren sowie zwei Söhne im Alter von 11 und 13 Jahren. Da der Grill nicht mehr qualmte, entstand kein Sachschaden.

Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Vater.

Holzkohlegrill in Wohnung

Im vergangenen Februar verwendete eine Familie im nordrhein-westfälischen Hennef ihren Holzkohlegrill in der Wohnung. Mutter (51), Vater (63), Sohn (11) und Grossvater (83) wurden durch das unsichtbare Gas bewusstlos und mussten ins Spital gebracht werden. Die Feuerwehr stellte einen Kohlenmonoxidgehalt in der Luft fest, der 24 Mal über dem zulässigen Grenzwert lag. Der Grill wurde ins Freie gebracht und die Wohnung belüftet. 

Grill als Heizung

In Heilbronn (D) nutzte im letzten September ein Mann seinen Holzkohlegrill in der Wohnung, diesmal als improvisierte Heizung. Das Kohlenmonoxid breitete sich durch Wände und Decken. Sechs Nachbarn wurden verletzt, vier davon schwer. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Wohnungsbesitzer ein.

14-Jähriger stirbt in Wohnung

In Selm, im Bundesland NRW, geschah im November 2025 eine Tragödie: Ein 14-jähriger Bub wurde leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Feuerwehrleute wurden durch einen Kohlenmonoxid-Warner alarmiert und fanden den Jugendlichen leblos vor. Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. Die Polizei vermutet, dass eine Kohlenmonoxidvergiftung die Todesursache war. Der Junge lebte alleine in der Wohnung.

Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist

Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, zum Beispiel bei Holzkohle, Gasheizern oder Heizgeräten ohne Abzug. Das Gas ist geruchlos und unsichtbar, weshalb die Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit oft erst bemerkt werden, wenn es fast zu spät ist.

Brandschutz-Experten empfehlen dringend, Holzkohlegrills oder Gasgeräte nie in Innenräumen zu verwenden, Kohlenmonoxid-Melder zu installieren und bei ersten Symptomen sofort die Räume zu verlassen und den Notruf zu wählen.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen