Darum gehts
- Flugzeug Zürich-Nizza geriet 2018 vor Landung in kritische Lage
- Pilot verlor Bewusstsein wegen Lebensmittelvergiftung, Copilot landete sicher
- Sust-Bericht: Keine technischen oder systemischen Ursachen, Untersuchung eingestellt
Ein Flug der Swiss Zürich nach Nizza geriet im August 2018 kurz vor der Landung in eine kritische Situation. Dies zeigt ein am Dienstag veröffentlichter Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust). Während des Anflugs auf den Flughafen Nizza verlor der Pilot (damals 49) eines A320 plötzlich das Bewusstsein, nachdem er zuvor über Übelkeit geklagt hatte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Maschine noch rund 425 Meter über dem Boden.
Der Co-Pilot, der das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt steuerte, erkannte die Lage zunächst nicht sofort und versuchte, seinen Kollegen mehrfach anzusprechen.
Airbus neigte sich zur Seite
In den entscheidenden Sekunden kam es zu ungewöhnlichen Steuerbewegungen, da der bewusstlose Pilot den Steuerknüppel noch berührte, heisst es in dem Bericht. Aus diesem Grund geriet der Airbus dabei in eine Schräglage von bis zu 10 Grad. Das Flugzeug geriet zeitweise auch unter die entsprechende Höhe, die für die Landung in Nizza vorhergesehen war.
Der Co-Pilot konnte die Situation jedoch rasch stabilisieren und führte die Landung schliesslich alleine durch.
Pilot musste sich mehrfach übergeben
Das Flugzeug setzte schliesslich sicher auf. Nach der Landung meldete die Crew einen medizinischen Notfall, und der Pilot musste sich mehrfach übergeben.
Untersuchungen ergaben später, dass eine Lebensmittelvergiftung zum Zusammenbruch des Piloten geführt hatte. Ein solcher Vorfall gilt als selten.
Da der Vorfall nicht auf technische, betriebliche, organisatorische oder systemische Ursachen und Umstände zurückzuführen ist und der präventive Nutzen beschränkt ist, hat die Sust die Untersuchung eingestellt.