Darum gehts
- Schweizer Käse als regionale Alternative zum Feta im Trend
- Appenzeller Ziegenkäse überzeugt bei Pasta, Ofengemüse und Salat
- In der Schweiz wird auch Salzlakenkäse aus Schafmilch produziert
Blick-Leserin Evelyne schreibt: «Lieber Claudio, muss es eigentlich immer Feta sein? Auf Social Media begegnet er mir inzwischen überall. Auf jedem beliebigen Salat, mit Wassermelone, über Pasta gebröselt, als ganzer Block mit Tomaten überbacken, auf Ofengemüse oder zu einem Dip püriert. Haben wir in der Schweiz keinen Käse, der das genauso gut oder sogar besser kann?»
Und wie wir das haben, liebe Evelyne! Der Feta-Hype ist mir auch aufgefallen. Nichts gegen den Käse an sich, aber dass viele reflexartig zum immer gleichen Produkt greifen, ist erstaunlich eindimensional. Ich bin ein grosser Fan regionaler Produkte und bevorzuge Lebensmittel aus der Schweiz. Klar gibt es Ausnahmen. Sbrinz ist grossartig. Aber er ist kein Parmesan. Auf den unverwechselbaren Geschmack und die Konsistenz des Originals möchte ich nicht verzichten.
Feta-Alternativen aus der Schweiz
Aber um Feta mache ich einen eleganten Ausweichschritt und lande regelmässig im Appenzell. Dort wird aus regionaler Ziegenmilch unter anderem herrlich frischer Ziegenkäse hergestellt. Cremig, leicht säuerlich und mit genügend Charakter, um Tomaten, Wassermelone, Ofengemüse oder Pasta mindestens so gut zu begleiten wie Feta.
Und damit ist die Schweizer Käsetheke noch lange nicht abgegrast. Auch Schafmilch wird hier zu tollen Frisch- und Weichkäsen verarbeitet. Es gibt sogar Schweizer Salzlakenkäse aus reiner Schafmilch. Wer also genau diese salzig-säuerliche Art von Feta sucht, wird auch bei uns fündig.
Aus dem Tessin wiederum bieten sich junge Formaggini an. Passen super zu Tomaten und Salaten, lassen sich marinieren oder auf warmem Gemüse zum Schmelzen bringen. Und dann wäre da noch Ziger. Einer unserer ältesten Käse überhaupt, aus Molke hergestellt und viel zu oft vergessen. Ob mild und frisch oder kräftig gewürzt, er lässt sich über Pasta geben, für Füllungen verwenden oder mit Gemüse kombinieren.
Warum weit reisen? Gute Gründe für lokale Zutaten
Übrigens gibt es noch weitere Lebensmittel, bei denen ich lieber zur Schweizer Alternative greife. Für ein Pesto müssen es zum Beispiel nicht immer die teuren Pinienkerne sein. Ich nehme lieber Schweizer Sonnenblumenkerne, die schmecken fantastisch, haben einen schönen Biss und kosten erst noch weniger.
Und warum im Sommer eine weit gereiste Mango aufschneiden, wenn bei uns Aprikosen reif sind? Sie bringen Süsse, Säure und Saftigkeit mit und schmecken dann am besten, wenn sie Saison haben. Auch beim Backen greife ich lieber zu Schweizer Haselnüssen als zu importierten Mandeln. Gerade in einer Wähe mit heimischen Früchten schmecken sie für mich ohnehin besser. Und in mein Müesli kommen Leinsamen statt Chiasamen. Wozu ein sogenanntes Superfood von weit herholen, wenn eine mindestens so gute Alternative auch bei uns wächst?
Ich jedenfalls finde das hundertmal spannender und geschmackvoller.