Darum gehts
- Autor Thomas Meyer diskutiert im Podcast über Beziehungen und Geschlechtergräben
- Er empfiehlt die Paartherapie, auch wenn keine akuten Probleme vorliegen
- Meyer: Gegensätze ziehen sich nicht an, Ähnlichkeit vermeidet Beziehungsstress
«Zahlreiche Paare machen auf mich nicht den Eindruck, als fänden sie es total lässig, zusammen zu sein», sagt Autor Thomas Meyer («Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse») im Podcast «Intim & laut». Mit Gastgeberin Sandra Casalini und Psychotherapeutin Ramona Zenger diskutiert er über den Gechlechtergraben. Diesen hält der 52-Jährige zwar nicht für besonders tief, trotzdem seien Beziehungen zwischen Männern und Frauen oft nicht vom grossen Glück geprägt.
«Viele scheinen der Überzeugung zu sein, eine Beziehung sei halt so oder so zu 50 Prozent lässig und zu 50 Prozent än richtigä Scheiss», so Meyer. Und wenn man sich trenne, lande man eh früher oder später wieder im gleichen Seich, also könne man auch gleich bleiben. Er selbst möchte eine andere Art von Partnerschaft, nämlich eine, «zu der ich jeden Tag Ja sagen kann». Damit dies so bleibt, gehen er und seine Partnerin zweimal pro Jahr vorsorglich zur Paartherapie. «Es gibt immer etwas zu diskutieren, auch wenn man keine akuten Probleme hat. Und es tut manchmal gut, diese Gespräche in einem neutralen Rahmen zu führen. Das sollten alle tun.» Viele Trennungen liessen sich vermeiden, wenn man miteinander rede, sich entschuldige und die Gefühle der anderen Person anerkennen würde.
«Pretty Woman» funktioniert im echten Leben nicht
Ansonsten rät Meyer zu einer «möglichst langweiligen Beziehung». Der Spruch «Gegensätze ziehen sich an» sei ein Hollywoodmärchen, Geschichten à la «Pretty Woman» funktionierten im echten Leben nicht. «Eine Partnerschaft ist wie gemeinsame Ferien. Wenn beide total unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse haben, ists nur stressig.» Das Leben sei schon anstrengend genug, da brauche es nicht noch unzählige zusätzliche Konflikte in der Beziehung. «Natürlich ist man sich nie zu 100 Prozent in allem einig. Aber in den wesentlichen Aspekten brauchts Ähnlichkeit, mit allem anderen tut man sich keinen Gefallen.»