«Am Anfang kamen wir ganz schön auf die Welt»
Larissa lebt den Reise-Traum

Hat sie den besten Job der Welt? Larissa Laudadio kuratiert eine Schweizer Reiseplattform, während sie mit ihrer Familie um die Welt reist. Das Leben ihrer Träume? «Auf jeden Fall. Auch wenn wir am Anfang ganz schön auf die Welt gekommen sind.»
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Los gehts: Im März 2026 beginnt das grosse Abenteuer für Larissa Laudadio und ihre Familie.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Familie reist seit März 2026 durch die Welt, arbeitet unterwegs
  • Larissa gründete 2025 Reiseplattform mycation mit, inspiriert durch eigene Planungsprobleme
  • Reisen sind keine Ferien, sondern oft anstrengender Alltag, sagt Larissa
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Sandra CasaliniRedaktorin

Es ist 2019, als sich Larissa und ihr damaliger Freund und heutiger Ehemann Claudio an die Planung ihres Herzenswunschs machen: eine Weltreise. 2020 sollte sie stattfinden. Aber eben – statt weltweiter Erkundungstouren gibts Lockdown und Verbote, niemand weiss, wann es möglich sein wird, um die Welt zu tingeln. «Also haben wir geheiratet und sind Eltern geworden. Sozusagen zur Überbrückung», scherzt Larissa Laudadio (35). 

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Das Baby ändert nichts an den Reisegelüsten der Eltern. Larissa und Claudio Laudadio (38) planen weiter, vor allem aber planen sie um. Aus den ursprünglichen abenteuerlichen Backpacking-Plänen werden familienfreundlichere Reisevarianten. Nicht zuletzt durch die eigene Planung merkt die Zürcher Kommunikationsspezialistin: Die Recherche ist aufwendig. «Ich glaube, wir Schweizerinnen und Schweizer haben ein eigenes Reise- und Planungsverhalten. Wir suchen nicht nur nach oberflächlichen Tipps, sondern wollen wissen, was andere erlebt haben. Wir suchen nach Information und Inspiration. Das musste ich mir zeitintensiv auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen.»

So entsteht die Idee einer Reiseplattform von Schweizerinnen für Schweizer, auf der sich alles findet, von Reiseberichten über Infos bis zu Travelhacks. Anfang 2025 geht mycation online, Larissa Laudadio ist Geschäftsführerin und Redaktionsleiterin. Die Redaktion ist klein, das Netzwerk aus Journalisten, Reise- und Tourismus-Expertinnen und Reisebegeisterten umso grösser. 

«Wir machen ja gar nichts!»

Im März 2026 ist es bei Laudadios so weit. Larissa und Claudio Laudadio lösen ihre Wohnung auf, gemeinsam mit ihrem mittlerweile dreijährigen Sohn beginnt das Abenteuer mit zwei Wochen Ferien in Thailand. Da die beiden trotz Erspartem einen guten Teil ihrer Reise durch ihre Jobs finanzieren – Claudio arbeitet als Sales Manager ebenfalls für mycation –, muss irgendwann ein Alltag her. Arbeit und Familienleben müssen vereinbart werden. Der Sohn, der bisher zusätzlich von einer Kita und den Grosseltern betreut wurde, ist jetzt auf seine Eltern fixiert. «Er musste lernen, dass es Zeiten gibt, in denen ich ihm nicht zur Verfügung stehe, auch wenn ich hier bin», so Larissa Laudadio. 

Während die Familie von Thailand weiterreist, zuerst nach Japan, dann in die USA und nach Curaçao in der Karibik, wo sie zurzeit weilt, merkt Larissa Laudadio: «Wir machen ja gar nichts!» Beim Reisen mit Familie und Job lebe man gleich wie zu Hause: arbeiten, einkaufen, Haushalt erledigen, Kind betreuen. «Normaler Alltag mit Aussicht», meint Larissa lachend.

Nur die Wochenenden sind spektakulärer. Da gibts dann eine Katamaran-Tour mit Delfinen statt eines Bootsausflugs auf dem Zürisee. «Aber wir sind anfangs ganz schön auf die Welt gekommen», sagt die Zürcherin. «Wir mussten alle Vorstellungen davon, die Sightseeing-Bucketlist abzuarbeiten, über Bord werfen. Reisen sind nicht Ferien. Es geht mehr darum, sich temporär an verschiedenen Orten ein Zuhause einzurichten und dort Land, Leute und Alltag kennenzulernen.»

«Ein extrem hohes Level an Kommunikation»

Während die ersten Wochen noch akribisch durchgeplant sind, werden jetzt auch mal kurzfristig Pläne gemacht oder geändert. «Ich liebe es, zu planen. Aber wenn es Teil des Alltags wird, ist es nicht mehr so prickelnd, deshalb hab ich es mir etwas abgewöhnt», so Larissa Laudadio. Wie ist es eigentlich für ein Paar, so lange zusammen unterwegs zu sein, zusammenzuleben und zu arbeiten, ohne ein anderes soziales Umfeld?

«Es braucht ein extrem hohes Level an Kommunikation», sagt Larissa Laudadio. «Und es ist essenziell, dass es immer für uns beide stimmt. Man darf einander nicht als Gefallen zustimmen, sonst stauen sich irgendwann negative Gefühle auf.» Da beim Reisen ständig etwas schiefgeht, übe man sich allerdings auch in Gelassenheit. «Wir sassen schon stundenlang in einem Flugzeug fest, zweimal ging unser Gepäck verloren – man gewöhnt sich an vieles.»

Das gemeinsame Reisen ohne erweitertes soziales Umfeld ist für Larissa und Claudio Laudadio als Paar immer wieder eine Herausforderung. Kommunikation, Toleranz und Gelassenheit sind unumgänglich.
Foto: Zvg

Natürlich habe sie manchmal ein schlechtes Gewissen, weil ihr Sohn nicht so viel Kontakt zu Gleichaltrigen hat wie zu Hause. «Aber er ist sehr offen und geht am Strand auch gern mal einfach auf Kinder zu, die er in einer Art Fantasie-Englisch anspricht. Das funktioniert oft erstaunlich gut.» Ausserdem gibts auch immer wieder mal Gesellschaft. So hatte die Familie auf Curaçao gerade Besuch von Freunden, und in den USA hat sie Verwandte besucht.

«Jede strenge Minute wert»

Demnächst gehts für Laudadios weiter nach Panama, dann nach Brasilien, wo ein längerer Aufenthalt geplant ist. «Manchmal stellt sich schon Reisemüdigkeit ein», gesteht Larissa Laudadio. «Und auch für den Kleinen ist das ständige Abschiednehmen nicht immer einfach.» Ihr Sohn wird im September vier Jahre alt. An die Weltreise wird er sich kaum bewusst erinnern, aber Eigenschaften wie Weltoffenheit und Resilienz bekommt er für die Zukunft sicherlich mit.

Die Rückkehr in die Schweiz ist für Mitte Februar 2027 geplant, bevor der Bub in den Kindergarten kommt. Ob Familie Laudadio auf Dauer hier bleibt, ist noch offen. Larissa Laudadio: «Wir testen jetzt aus, ob wir uns dieses Lebensmodell künftig wieder mal vorstellen können, eventuell mit Homeschooling für unseren Sohn.» Ein Leben als Reisende ist zwar aufwendig und anstrengend. «Aber bisher ist es jede strenge Minute wert», sagt Larissa Laudadio. Stand jetzt hat sie vom Nomadentum noch nicht genug. «Wir sind gespannt, was noch alles auf uns zukommt. Das gilt sowohl für die kommenden Tage als auch für die künftigen Jahre.»

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