Blickschutz ohne Folie
S26 Ultra: Samsung baut Schnüffler-Schutz ins Handy ein

Das Galaxy S26 Ultra sieht aus wie sein Vorgänger. Fühlt sich an wie der Vorgänger. Und hat trotzdem ein Feature eingebaut, das kein anderes Smartphone der Welt bietet. Blick hat das Gerät acht Tage lang getestet.
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Das Samsung Galaxy S26 Ultra ist ab 11. März in der Schweiz erhältlich. Der Name ist Programm – auch beim Preis. Das Gerät gibt es ab 1249 Franken.
Foto: Tobias Bolzern

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • S26 Ultra: Privacy Display blockt Seitenblicke auf Knopfdruck
  • Kamera und Chip wurden verbessert, Design kaum verändert
  • Das Gerät gibts ab 1249 Fr. Für wen es sich lohnt, für wen nicht
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Wer das Galaxy S26 Ultra neben das S25 Ultra legt, sieht kaum einen Unterschied. Samsung hat das blockige Design behalten, gleich viele Kameras. Der Rahmen? Aluminium statt Titan. Vier Gramm leichter, 0,3 Millimeter dünner.

Wer das im direkten Vergleich spürt, hat wohl einen sehr sensiblen Tastsinn. Was sich wirklich geändert hat, sieht man erst, wenn man den sogenannten Privacy-Modus aktiviert.

Schwarzbild auf Befehl

Wer schon einmal eine Sichtschutzfolie auf einem Laptop hatte, kennt das Problem: Der Bildschirm wird dunkler, der Blickwinkel enger. Abnehmen kann man die Folie, aber dann ist der Schutz weg. Samsung hat das Problem anders gelöst. Das 6,9-Zoll-AMOLED-Panel hat zwei Arten von Pixeln, angeordnet in einem Raster: schmale, die Licht nach vorne schicken, und breite, die es streuen. Im Privacy-Modus werden die breiten gedimmt. Heisst: Wer frontal schaut, sieht alles. Wer ab ungefähr 45 Grad seitlich aufs Display schaut, sieht schwarz.

So funktioniert das Privacy Display des S26 Ultra.
Foto: Tobias Bolzern

Es gibt zwei Stufen. Wer will, schaltet den Sichtschutz fürs ganze Display ein oder aus. Es gibt jedoch einen Haken. Samsung verspricht zwar, dass die Helligkeit unverändert bleibt, doch in der Praxis wird das Display bei der verbesserten Stufe gedimmt, der Kontrast schwindet. Störend vor allem im Gebrauch draussen. Doch der Privacy-Modus lässt sich feiner justieren: Banking-App öffnen? Privacy Display an. App wieder schliessen: Display normal. Eingehende Benachrichtigungen lassen sich auch separat schützen: Nur das Pop-up wird dabei abgedunkelt, der Rest des Displays bleibt unberührt. Der Sitznachbar im Tram sieht so weder Kontostand noch Chat-Inhalt.

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Nach dem Test ist dennoch klar: Es ist eines der überzeugendsten Smartphone- Features seit Jahren. Und wer das Privacy Display nur als nette Spielerei abtut: Gleich nebenan liest sicher gerade jemand mit.

Der Buckel und seine Folgen

Samsung wirbt damit, das dünnste Ultra je gebaut zu haben. Das stimmt. Was die Werbung verschweigt: Das neue Kameramodul ragt mehr als vier Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Beim Vorgänger war es nur etwa halb so viel. Auf dem Tisch wackelt das S26 Ultra bei der kleinsten Berührung. Die naheliegende Lösung ist eine Hülle. Die macht das dünne Ultra aber dicker als seinen Vorgänger.

Buckel-Vergleich: das S26 Ultra (rechts) und das S25 Ultra.
Foto: Tobias Bolzern

Mehr Licht, weniger Wackeln

Die Sensoren hat Samsung nicht angetastet. Was sich geändert hat: Die Blende der Hauptkamera öffnet neu auf f/1.4 statt f/1.7, die 5-fach-Telelinse auf f/2.9 statt f/3.4. Grössere Blenden bedeuten mehr Licht und Samsung hat zudem die Bildverarbeitung angepasst. Bei schlechtem Licht und in der Nacht zeigt sich das. Tagsüber lieferte schon der Vorgänger sehr gute Ergebnisse.

Neu ist die sogenannte Horizontalsperre beim Video. Das Gerät filmt mit einem grösseren Bildausschnitt als nötig und schneidet dann zu: Der Horizont bleibt immer gerade, egal wie fest man die Kamera bewegt oder dreht. Schaukelndes Boot, holpriger Velountergrund, Konzert im Moshpit: das Bild bleibt stabil. Die Bildqualität leidet dabei leicht, für den Alltag ist das aber okay.

Volle Ladung, halbe Lösung

Der Akku ist gleich gross wie beim Vorgänger (5000 mAh). Was sich geändert hat, ist das Tempo beim Laden. Mit einem 60-Watt-Ladegerät geht es von leer auf 45 Prozent in einer Viertelstunde. Nach einer halben Stunde sind es rund 75 Prozent. Der Unterschied zum Vorgänger ist da, aber überschaubar. Beim Laden ohne Kabel liegen neu 25 Watt drin. Was fehlt: ein eingebauter Magnet-Ring für Qi2-Zubehör. Wer das will, braucht eine separate Hülle. Für 1249 Franken ist das schwer zu rechtfertigen.

Die KI als Beifahrer

Samsung bewirbt das S26 Ultra als KI-Phone. Bixby, Google Gemini, Galaxy AI und Perplexity laufen parallel. Google Geminis agentische Fähigkeiten, also der Assistent, der selbständig Aufgaben über Apps hinweg erledigen soll, klingen vielversprechend. Wenn sie ausgereift sind, bringt Google dasselbe jedoch wohl auch auf andere Android-Phones. Photo Assist bearbeitet Bilder per Texteingabe zuverlässig, die Spam-Erkennung bei Anrufen funktioniert besser als beim Vorgänger. Doch mehr überzeugt die Hardware: Das Privacy Display ist eine Weltneuheit. Die Kamera macht bessere Bilder in der Nacht. Der Akku lädt schneller. Das – nicht Bixby – sind die Gründe, das S26 Ultra zu kaufen.

Für wen – und für wen nicht

Wer vom S24 Ultra oder einem älteren Modell wechselt, spürt einen klaren Sprung: Wer erst letztes Jahr auf das S25 Ultra aufgerüstet hat, braucht nicht zu wechseln. In der Schweiz gibt es das S26 Ultra ab 1249 Franken (256 GB), die 512-GB-Variante kostet 1399, die mit 1 TB Speicher: 1649 Franken. Die Lieferung erfolgt ab dem 11. März. Und: In Südkorea gingen in der ersten Vorbestellungswoche 1,35 Millionen Geräte über den Tisch. 70 Prozent kauften das Ultra, berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap. Im vergangenen Jahr lag der Wert noch bei 52 Prozent. Vor einem Jahr schrieb ich an dieser Stelle, die klassische Handy-Evolution sei am Ende. Samsung hat das offenbar nicht gelesen: Das Privacy Display überzeugt.

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