Darum gehts
- Samsung zeigt neues Trifold-Smartphone mit faltbarem XXL-Bildschirm
- Das futuristische Gerät wiegt 300 Gramm und kostet rund 2500 Dollar
- Erhältlich ab 2026 in Übersee und Korea, robust gegen Kratzer
Wer das Trifold testen will, braucht Geduld – und wird genau beäugt. Die Geräte sind dezent gesichert, jedem ist ein eigener Aufpasser zugeteilt. Kaum legt der Journalist vor mir das Gehäuse aus der Hand, rückt eine Mitarbeiterin mit ihrem Mikrofasertuch an. Fingerabdrücke auf dem Display sind hier nicht vorgesehen; alles soll perfekt bleiben für das nächste Paar Augen.
Von dem «metallischen Klicken», wie von ersten Testern beim Zuklappen beschrieben, höre ich in der Hektik nichts, aber ich spüre sie. Das Trifold ist ein Brocken: Rund 300 Gramm schwer und geschlossen etwa so dick wie zwei übereinandergelegte iPhones. Es beult Jeans und Jackentasche aus, doch die Haptik entschädigt für das Gewicht.
Das Display ist eine Wucht
Denn sobald man das Gerät komplett entfaltet, vergisst man es. Aus dem Ziegelstein wird eine hauchdünne, zehn Zoll grosse digitale Leinwand. Der Titanrahmen und die präzisen Scharniere vermitteln eine Stabilität, die man bei zwei Faltstellen nicht erwarten würde. Wer mit dem Daumen über die Fläche streicht, merkt, wie weit die Technik gekommen ist: Bei ersten Falthandys gab es bei den Knickstellen noch grosse Täler, diese sind mittlerweile fast ganz verschwunden.
Doch wozu das Ganze? Reicht das normale Galaxy Z Fold nicht? Wer die Geräte vergleicht, merkt: Das alte Fold ist ein Kompromiss, ein quadratisches Display, auf dem Videos oft schwarze Balken haben. Das Trifold hingegen liefert mehr Breitbild und weniger Balken. Der XXL-Bildschirm verändert auch die Art, wie man das Handy nutzt. Wo man früher mühsam zwischen Apps hin- und herwechselte, herrscht jetzt deutlich mehr Freiheit. Ich öffne E-Mails, Browser und Kalender gleichzeitig. Für Leute, die das Büro immer gerne bei sich haben, bietet das Trifold Produktivität à gogo.
Achtung, Sand im Getriebe
Und Samsung zeigt Muskeln. Der Zeitpunkt ist Kalkül: Aus China drückt Huawei mit dem Mate XT auf den Markt. Die Koreaner kontern mit mehr Sicherheit: Während Huawei das Display aussen ungeschützt den Kratzern ausliefert, faltet Samsung es wie einen Brief nach innen. Das macht das Gerät zwar etwas klobiger, aber im Alltag robuster.
Dennoch bleibt das Trifold vorerst ein Werkzeug für eine kleine Runde. Es ist für Pendler, die im überfüllten Intercity keinen Platz für einen Laptop haben, aber trotzdem arbeiten wollen. Oder für News-Junkies: Man schaut ein Video und liest die Kommentare oder einen anderen Artikel, ohne dass die Schrift winzig wird. Für den Rest der Welt bleibt es bisher ein teures Statement, ein Luxusgut für rund 2500 Dollar. Erhältlich ist es sowieso erst in Übersee und in Korea. Zudem bleibt die Physik der natürliche Feind: Staub und Sand sind Gift für die feine Mechanik und Samsung warnt explizit davor.
Am Ende meines kurzen Dates mit dem Trifold wirkt mein iPhone seltsam klein und altmodisch. Sicher, das Trifold ist noch schwer und sündhaft teuer. Doch es hinterlässt eine bleibende Frage im Kopf: Werden wir künftig wirklich noch ein separates Tablet mitnehmen, wenn wir die XL-Leinwand eigentlich schon in der Hosentasche tragen können? Und als ich mich das Frage, rückt die Frau mit dem Mikrofasertuch an.