Blick-AI-Experte Thomas Benkö erklärt
Warum ChatGPT nicht vor Verbrechen warnt

In Zürich-Oerlikon plante der Chinese Han L.* (24) ein Kindergarten-Massaker mit ChatGPT. Aber die KI-Firma warnte die Behörden nicht im Vorhinein – Fälle aus USA und Brasilien zeigen, dass es auch anders ginge.
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Ans FBI gemeldet: Banker Darren Z. plante Mord an seiner Ex mit ChatGPT.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Mann plante 2024 einen Angriff in Zürich ausführlich mit ChatGPT
  • OpenAI informierte weltweit nur zweimal Behörden, in USA und Brasilien
  • In der Schweiz gabs noch keine Vorab-Meldung, Anwalt findet das gut
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Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead

Würdest du die Polizei informieren, wenn dir ein Kollege einen Mordplan verraten würde? Wohl eher Ja. Bürgerpflicht.

Genau solche Gespräche führen kriminelle oder psychisch labile Menschen vermeintlich anonym mit KI-Chatbots – auch in der Schweiz. 

Der neuste Fall stammt vom Chinesen Han L.* (24), der im Herbst 2024 in Zürich-Oerlikon mit dem Messer auf Kindergärtler losging. Mehrere Kinder wurden verletzt. Er plante die Tat im Detail mit ChatGPT.

Hat die Firma die Behörden informiert? Nein! Im KI-Bereich steckt die Verbrechensbekämpfung noch in den Kinderschuhen. Weltweit sind nur zwei Fälle dokumentiert, wo ein Verbrechen verhindert werden konnte.

März 2026: US-Banker Darren Z.** (25) schmiedete mit ChatGPT Mordpläne gegen seine Ex-Freundin. «Wenn ich sie nicht haben kann, kann sie niemand haben. Ich werde sie bis Ende dieses Monats töten.» Die Mutterfirma OpenAI schlug Alarm und verständigte das FBI. Die Handschellen klickten, bevor Darren die Tat umsetzen konnte.

Juni 2026: Ein brasilianischer Landwirt (36) plante mit ChatGPT den Mord an seinem achtjährigen Sohn – er wollte der Mutter keine Alimente mehr zahlen. Erst wollte er einen Killer anheuern. Dieser sagte ab als er erfuhr, dass es sich um ein Kind handelte. Also fragte der Bauer die KI, wie man das Gift Rizin aus Rizinussamen gewinnt. Auch hier informierte OpenAI das FBI, das die brasilianischen Behörden informierte. Die Polizei konnte ihn schnappen – einen Tag vor der geplanten Tat.

Konto gesperrt – dann Amoklauf

Alle anderen «KI-Straftaten», wurden erst im Nachhinein bekannt: Dazu gehört auch ein Banküberfall, ein Mord an der 83-jährigen Mutter oder ein Amoklauf in einer Schule mit 9 Toten.

Dieser letzte Fall ist besonders stossend: Transfrau Jesse R.** (18) hatte das Massaker an einer kanadischen Schule ausgiebig mit der KI besprochen. OpenAI hat sogar das ChatGPT-Konto zwar gesperrt – aber die Behörden nicht informiert. Opfer haben nun Klage eingereicht.

Und in der Schweiz? 

Dokumentiert sind keine Fälle, in denen eine KI-Firma vorab ein Verbrechen gemeldet hätte. Genaue Zahlen sind schwierig in Erfahrung zu bringen. Die Kantonspolizei Zürich sagt auf Blick-Anfrage: «Bitte wenden Sie sich an das Fedpol beim Bund.» Das Fedpol sagt: «Bitte wenden Sie sich an den Kanton.» Hier kommt man also nicht weiter.

Auch bei Google Schweiz wird man nicht fündig. Die Firma, die neben der Websuche auch den KI-Chatbot Gemini betreibt, bekommt zwar viele Behörden-Anfragen – laut einem Sprecher aber nach der Tat. Dabei wäre eine proaktive Meldung laut dem Schweizer Datenschutzgesetz erlaubt, wenn es um «Gefahr für Leib und Leben» geht. 

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«Was im Einzelfall theoretisch wünschenswert wäre, führt schnell zu Massenüberwachung, die zu viele Menschen unter Generalverdacht stellt»,
Martin Steiger, IT-Anwalt
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Der bekannte Zürcher IT-Anwalt Martin Steiger ist über die Zurückhaltung der grossen Tech-Firmen nicht unglücklich. «Was im Einzelfall theoretisch wünschenswert wäre, führt schnell zu Massenüberwachung, die zu viele Menschen unter Generalverdacht stellt.» 

Eine Anfrage zum Thema liess OpenAI offen. Also fragen wir den ChatGPT-Chatbot direkt: «Ja. OpenAI kann die Polizei proaktiv informieren, aber nur in seltenen Fällen.» 

Zu selten?

* Name geändert
** Namen bekannt

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