Versprechen der Detailhändler
«Ausser Kaffeerahm, Kaffee und Schoggi kaufe ich hier nichts mehr»

Im Schweizer Detailhandel versprechen Aldi, Lidl, Denner, Migros und Coop tiefere Preise für 2026. Doch längst nicht alle der Leser glauben daran.
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Blick fragte bei den grossen Detailhändlern nach und bat sie um ihr Preisversprechen für 2026.
Foto: imago/Sven Simon

Darum gehts

  • Schweizer Detailhandel verspricht 2026 günstigere Preise trotz steigender Rohstoffkosten
  • Community zweifelt an dauerhaften Preissenkungen und vermutet versteckte Kostenverschiebungen
  • Nicht repräsentative Umfrage: 460 Teilnehmende, 50 Prozent positiv, 34 Prozent skeptisch
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Eva KunzSenior Community Editorin

Geht es nach den hiesigen Detailhandelsriesen, sollen die Preise im Jahr 2026 weiter purzeln. Aldi, Lidl, Denner, Migros und Coop versprechen weitere Preissenkungen und teilweise dauerhaft tiefe Preise. Möglich sollen diese Versprechen durch Effizienzsteigerungen, gezielte Investitionen und Kostenvorteile werden, auch wenn steigende Rohstoffpreise den Handlungsspielraum begrenzen dürften. Insgesamt zeigt sich: Der Preiskampf im Schweizer Detailhandel bleibt Thema.

Community ist skeptisch

Ein Grossteil der Blick-Community freut's. Viele haben aber auch Bedenken und zweifeln daran, ob diese Preisversprechen eingehalten werden können. So zeigt sich in einer nicht repräsentativen Blick-Umfrage mit insgesamt 460 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Hälfte positiv gegenüber dieser Ankündigung. 34 Prozent bleiben allerdings skeptisch und sind nicht sicher, ob die Detailhandelsriesen ihre Preisversprechen halten werden. 16 Prozent ist der Preis egal, solange die Qualität stimmt. 

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Ein von Grund auf skeptischer Tenor herrscht derweil in der Kommentarspalte. Eduard Gygax schreibt etwa: «Mit Versprechungen ist es immer so eine Sache. Meistens hapert es dann mit den Einhaltungen und der Umsetzung.» Edwin Baldauf argumentiert: «Das heisst für die einen ‹mehr im Korb› und für die anderen ‹weniger Verdienst›! Das wird nicht eintreffen», ist er sich sicher. «Mindestens für die einen, denn die anderen werden den Verlust bei den Lieferanten wieder einziehen.»

Leser befürchten Verlagerung der Kosten

Auch Heinz Hostettler geht da mit und fragt rhetorisch in die Runde: «Und wie viel höher ist der Druck auf die Lieferanten der Produkte?» – «Und trotzdem bleibt es alles zu teuer», ist sich Leser Mark Baumann sicher.

Generell glauben viele der Leserschaft, dass die Kosten nicht wirklich sinken, beziehungsweise sich einfach verlagern werden. Zudem vermuten einige, dass dabei auch zu kreativeren Tricks gegriffen werden könnte, etwa bei Produktgestaltung und -verpackungsdesign. Urs Berger schreibt: «Jeder Händler versucht, die Preise zu senken, was er auch gross publik macht. Schlussendlich ist weniger in der Verpackung und der Kunde zahlt für die Ware gleich viel, wenn nicht sogar mehr ...»

«Vielversprochenen Preissenkungen sind nur warme Luft»

«Es wird viel geredet und gesagt», schreibt Daniel Zuber. «Am Ende verdienen die Geschäfte daran, was sie verkaufen. Sonst würden sie es nicht machen.» Su Innen ist auch dieser Meinung: «Die vielversprochenen Preissenkungen und Tiefpreise sind nur warme Luft. Ich nehme vielmehr stille und versteckte Preissteigerungen wahr.»

Einkaufstourismus als kostensparende Alternative

Um zu sparen, weichen einige der Kommentierenden auch auf die Läden im nahen Ausland aus. Bruno Michel etwa: «Tiefe Preise sind immer noch ein Fremdwort in der Schweiz. Solange ich das gleiche Kosmetikprodukt oder Snacks, Freilandeier, Milch und lokales Fleisch ein paar Kilometer weiter billiger kriege, wird auch weiterhin ab und zu dort eingekauft.»

Auch Remo Zehnder zählt sich zu den Einkaufstouristen und hat seine Produktpalette, die er in der Schweiz einkauft, noch mehr eingeschränkt: «Ausser Kaffeerahm, Kaffee und Schoggi kaufe ich hier nichts mehr.» Er habe es selbst nicht glauben wollen, «aber mindestens meine gesamte Jahres-Krankenkassenprämie spare ich dadurch ein. Das sind locker 5000 Franken im Jahr.»

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