Darum gehts
- Sprüngli erhebt seit zwei Wochen am HB Zürich beim Konsum vor Ort einen Aufpreis von 1 Franken
- Das Personal leidet unter den vielen Beschwerden, weshalb der Betrieb den Pilotversuch wieder rückgängig macht
- Viele Leser kritisieren den Aufpreis als übertrieben, andere halten ihn für gerechtfertigt
Am Zürcher Hauptbahnhof wurde in einer Sprüngli-Filiale testweise ein Aufpreis von einem Franken für den Konsum vor Ort erhoben. Wer seinen Kaffee oder sein Gipfeli im kleinen Cafébereich geniessen wollte, musste plötzlich mehr bezahlen – ohne dass dies auf den Preistafeln ersichtlich war. Stattdessen wurde die Änderung erst an der Kasse mündlich kommuniziert, was bei vielen Kundinnen und Kunden für Verwirrung und Diskussionen sorgte.
Die fehlende Transparenz führte offenbar regelmässig zu angespannten Situationen zwischen Gästen und Personal. Mitarbeitende berichten von wachsender Frustration, da sie den Unmut der Kundschaft direkt abbekamen. Besonders kritisch: Auf den Quittungen war weiterhin der tiefere Take-away-Preis aufgeführt. Nach zunehmender Kritik hat Sprüngli inzwischen reagiert und den Testlauf mit dem Aufpreis wieder gestoppt.
Deutliche Kritik an fehlender Transparenz
Auch in unserer Leserschaft sorgt der Aufpreis für Gesprächsstoff und kontroverse Reaktionen. Besonders die fehlende klare Deklaration stösst vielen sauer auf. So schreibt User Ozy Steiner: «Bei den bekannten Sprüngli-Preisen ist ein Aufschlag einfach nur eine Frechheit. Sorry Leute, aber so geht das nicht.»
Leserin Margrit Herzog findet noch deutlichere Worte: «Da ist die Schmerzgrenze definitiv überschritten. Seit die Kaffeepreise so unverschämt aufgeschlagen haben, trinke ich nur noch zu Hause Kaffee – und das Gleiche mit Tee, dessen Preise sowieso in meinen Augen eine Oberfrechheit sind.»
Etwas differenzierter äussert sich Leser Andy Lienhard: «Das ist an vielen Orten so, dass bei der Konsumation vor Ort ein Zuschlag erhoben wird (z. B. anderer MwSt.-Satz, Toiletten, Tischservice etc.), aber es muss klar ersichtlich sein. Es darf nicht sein, dass die Mitarbeiter mündliche Aufklärung betreiben und dann noch den Unmut der Kunden erdulden müssen.»
Peter Klein betont ebenfalls die fehlende Transparenz: «Es geht nicht um den einen Franken per se, sondern eher um die Nicht-Deklaration. Hätte man hier, wie andernorts auch, den Aufpreis klar angeschrieben, kein Problem. Es wäre interessant zu erfahren, warum das nicht gemacht wurde.»
«Sprüngli ist Luxus»
Doch es gibt auch Stimmen, die den Aufschlag deutlich gelassener einordnen. So schreibt Patrick Soppelsa: «Sorry, Sprüngli ist Luxus!» Wer sich einen Franken mehr nicht leisten könne, finde mit der Migros oder Lidl genügend günstigere Alternativen, betont er.
Lena Kerner hingegen meint, die Unterschiede zu anderen Anbietern seien mittlerweile gering: «Ich finde, dass die Alternativen gleich teuer oder minimal billiger sind. Alle haben sich angeglichen. Was gut ist, hat halt seinen Preis.»
Ähnlich argumentiert Leser Marco Schmid: «Ganz ehrlich: Wer Qualität will, muss halt auch bereit sein, etwas mehr zu zahlen. Ein Kaffee in einem Café ist nicht mit einem Take-away vergleichbar. Personal und Infrastruktur haben ihren Preis.»