1 Franken mehr für Konsum vor Ort – Confiserie krebst zurück
Sprüngli macht mit neuem Aufpreis Gäste und Personal hässig

Im Sprüngli-Café am Zürcher Hauptbahnhof zahlt man für den Konsum vor Ort neuerdings 1 Franken mehr. Das sorgt für mächtig Ärger – selbst unter den Angestellten. Jetzt stoppt der Traditionsbetrieb den umstrittenen Testlauf wieder.
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Sprüngli verärgert mit einem neuen Preisaufschlag die Kundschaft.
Foto: Blick

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sprüngli erhebt seit zwei Wochen am HB Zürich beim Konsum vor Ort einen Aufpreis von 1 Franken
  • Die Kundschaft zeigt sich darüber verärgert
  • Das Personal leidet unter den vielen Beschwerden, weshalb der Betrieb den Pilotversuch wieder rückgängig macht
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die edle Confiserie Sprüngli hat am Zürcher Hauptbahnhof gleich drei Filialen. In einer davon gibt es einen kleinen Cafébereich, in dem man das Sandwich, den Kaffee oder das Gipfeli auch gleich vor Ort geniessen kann. Seit zwei Wochen zahlen Gäste dort für den sogenannten «In House»-Konsum einen Aufpreis von einem Franken. Blick weiss: Der wohlbetuchten Sprüngli-Kundschaft schmeckt das gar nicht. Ganz zum Leid der Angestellten. 

Ein Augenschein vor Ort zeigt: Der neue Preisaufschlag ist im Sprüngli-Café nicht ausgewiesen. Auf der Tafel hinter der Ladentheke stehen nach wie vor die alten Preise. Heisst: Das Sprüngli-Personal muss die Gäste mündlich beim Bezahlen auf die Änderung hinweisen. Das sorgt offenbar regelmässig für Knatsch. Blick-Leserin Manuela C.* hat eine solche Situation miterlebt. C. hat einen Kaffee für 5.90 Franken bestellt. Und war vom Aufpreis «ziemlich baff», wie sie Blick erzählt. «Neben mir regte sich auch eine andere Kundin darüber auf. Dann entstand eine Diskussion mit den Mitarbeitenden», erinnert sie sich.

Verwirrung um intransparente Deklaration

Dabei wurde klar: Das Personal wird seither regelmässig wegen des neuen Preisaufschlags angegangen. «Ein Angestellter habe zeitweise gar nicht mehr zur Arbeit kommen wollen, weil die Kundschaft so verärgert reagiert hat», sagt C. Eine Mitarbeiterin in der betroffenen Filiale, die aus offensichtlichen Gründen anonym bleiben möchte, bestätigt den Ärger vieler Gäste gegenüber Blick. Deshalb hat auch die Belegschaft keine Freude an der Massnahme: «Uns wäre es lieber, wenn der Betrag automatisch dazugerechnet wird», so die Verkäuferin.

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Auffällig: Bestellt man sich etwas für den Konsum vor Ort, ist auf der Quittung der «falsche» Preis zum Mitnehmen abgedruckt. Lediglich ein Blick auf den abgebuchten Betrag auf dem Konto verrät den Preisaufschlag von einem Franken. 

Was hat es damit auf sich? Darüber schweigt das Traditionsunternehmen mit Sitz in Zürich auf Anfrage von Blick. Eine Sprüngli-Sprecherin sagt lediglich: «In den vergangenen zwei Wochen haben wir in zwei Filialen testweise einen Aufschlag von 1 Franken für Speisen und Getränke bei Konsumation vor Ort erhoben.» Grund dafür seien die höhere Mehrwertsteuer sowie der grössere Personalaufwand im Service gewesen. In welcher weiteren Filiale der Pilotversuch eingeführt wurde, bleibt offen. Eine Rückfrage von Blick ist derzeit pendent.

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Klar ist: In der Vorzeigefiliale von Sprüngli am noblen Zürcher Paradeplatz, nur einen Katzensprung vom HB entfernt, gilt der Aufpreis nicht. Dort sorgt aber allein die Frage danach für Gesprächsstoff: «Am HB muss man seit kurzem einen Franken mehr bezahlen», sagt ein älterer Herr an der Bartheke. «Das hat mir meine Kollegin auch erzählt», entgegnet die Bedienung. Und: «Dass man dort draufzahlen muss, finde ich zumindest ein bisschen fragwürdig.»

Sprüngli krebst wieder zurück

Der Widerstand, der sich jetzt regt, veranlasst die Confiserie dazu, zurückzurudern. So erklärt die Sprecherin: «Wir haben uns bereits diese Woche entschieden, diesen Aufschlag nicht weiter umzusetzen.»

Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass man für den Konsum vor Ort mehr bezahlen muss. Ein Vergleich zeigt: Auch bei der Confiserie Bachmann ist das der Fall. Wer einen Kaffee bestellt, zahlt dort 40 bis 70 Rappen mehr. 

Eine Zürcher Sprüngli-Konkurrentin verlangt für den Konsum im Café sogar noch mehr: Bei der Confiserie Honold zahlt man für einen Milchkaffee to go 4.50 Franken. Vor Ort sind es 5.80 Franken, also 1.30 Franken mehr. Beim Café Crème beträgt der Unterschied gar 1.40 Franken. Die Honold-Kundschaft scheint sich nicht am Aufschlag zu stören: «Unsere Gäste schätzen unsere Cafés sehr», sagt ein Sprecher zu Blick. Im Sprüngli-Café am HB zeigt sich derzeit ein anderes Bild. 

*Name geändert

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