Tausende Menschen warten an Flughäfen
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Ausfälle wegen Krieg:An vielen Flughäfen herrschte in den vergangenen Tagen Chaos

Rückholaktionen für Touristen?
«Die Allgemeinheit soll nicht für solchen Leichtsinn zahlen»

Gestrandete Schweizer im Nahen Osten klagen über fehlende Unterstützung durch das EDA. Während andere Länder Rückholflüge organisieren, bleiben Schweizer Touristen auf sich allein gestellt. Die Rolle des EDA sorgt bei unserer Leserschaft für eine hitzige Debatte.
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Tausende Touristinnen und Touristen hängen im Nahen Osten fest und hoffen auf eine Rückkehr in die Heimat.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 4300 Schweizer Touristen stecken im Nahen Osten fest, 3000 in VAE
  • EDA organisiert keine Rückholflüge, Kritik an fehlender Unterstützung
  • Umfrage: 36 Prozent für Evakuierungsflüge
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Rund 4300 Schweizer Touristinnen und Touristen sitzen wegen der Eskalation im Nahen Osten fest, allein 3000 davon in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gesperrte Lufträume, gestrichene Flüge und anhaltende Explosionen prägen seit Tagen den Alltag vor Ort. Viele Reisende wissen nicht, wie und wann sie in die Schweiz zurückkehren können.

Während Länder wie Deutschland oder Österreich Evakuierungsflüge organisieren, verzichtet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf koordinierte Rückholaktionen. Das sorgt für Kritik: Mehrere Schweizerinnen und Schweizer berichten, sie fühlten sich unzureichend informiert und von den Behörden im Stich gelassen.

Leserumfrage zeigt geteilte Meinungen

Die Debatte darüber spiegelt sich nicht nur in der Politik, sondern auch in der Leserschaft wider. In einer Leserumfrage mit über 3100 Teilnehmenden zeigt sich ein gespaltenes Bild: 42 Prozent sind der Meinung, wer ins Ausland reist, trage das finanzielle Risiko selbst und solle keine staatliche Hilfe erwarten. 36 Prozent fordern sofort organisierte Evakuationsflüge, während 23 Prozent finden, der Bund solle sich darauf beschränken, zu informieren und die Heimreise den Betroffenen überlassen.

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Deutlich zeigt sich diese Haltung auch in der Kommentarspalte. Leser Jörg Guler etwa schreibt, er sei in Neuseeland gestrandet, akzeptiere das aber und organisiere sich selbst. «Dieses Gejammer der gestrandeten Touristen wegen EDA, Versicherung und sonst noch etwas nervt mich. Wenn man Geld hat, um eine weite Reise zu machen, ist das schön. Aber ein Gejammer zu veranstalten, wenn etwas schiefläuft, ist erbärmlich. Solche Leute sollen zu Hause bleiben!»

Ähnliche Worte findet Leserin Jeanine von Arx: «Beim Reisen gilt Eigenverantwortung. Wer in ein Risikogebiet reist, hat sich vorgängig zu informieren und dann auch danach zu handeln. Der Staat ist nicht verantwortlich, dass die Unverantwortlichen sorglos in den Tag leben können.» 

Auch Reto Isler meint: «Wenn man schon freiwillig in eine Region reist, von der seit Jahrzehnten bekannt ist, dass sich jederzeit einer der unzähligen lokalen Konflikte zu einem Flächenbrand ausweiten kann, sollte man schon selbst einen Notfallplan haben. Es kann doch nicht sein, dass für solchen Leichtsinn jedes Mal die Allgemeinheit geradestehen soll.» 

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Bezüglich Krisenmanagement und Qualität der Administration ist die Schweiz ein Drittweltland.
Beat Anliker
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Leser Beat Anliker macht deutlich, dass das Problem für ihn auf beiden Seiten liegt. «Erstens die Einstellung und Naivität der Menschen, welche in diese Region reisen, obschon die drohende Eskalation seit Monaten sichtbar ist, und auf der anderen Seite eine aufgeblasene aber für Krisensituationen völlig untaugliche Administration und Regierung, welche schlicht überfordert und für die Bürger unbrauchbar ist.» Abschliessend zieht er ein drastisches Fazit: «Bezüglich Krisenmanagement und Qualität der Administration ist die Schweiz ein Drittweltland.»

Staat in der Pflicht?

So manche Leserinnen und Leser sehen die Verantwortung vor allem beim Staat – ohne die Reisenden selbst zu kritisieren. Reto Menzi schreibt: «Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Bundesbern für solche Fälle keine Kooperationsvereinbarungen für Evakuierungsflüge mit unseren Nachbarländern hat.» Der Verweis auf gesperrte Lufträume erscheine ihm wenig überzeugend, da dieser Umstand auch für die Rückführungsflüge der Nachbarländer gelte. «Man sollte nicht übersehen, dass Schweizer in bisher sicheren Ländern gestrandet sind, nicht in Teheran!»

Auch Margrit Voegelin teilt diese kritische Sicht und betont: «Hört doch auf, alle in den gleichen Topf zu schmeissen! Viele der Gestrandeten sind im Transitbereich und nicht in den Ferien in Dubai. Was können die dafür, dass ihre Airline einen Zwischenstopp dort macht und dieser irrsinnige Krieg genau dann losgeht und der ganze Flugverkehr eingestellt wird?»

Für Elisabeth Hager ist die Sache eindeutig: «Es ist die Aufgabe des Staates, die eigenen Leute zurückzuholen. Wir bezahlen ja auch Steuern. In Italien klappts, die Deutschen schaffen es, aber wir Schweizer werden einfach vertröstet!»

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