Restaurantschliessungen sorgen für Unmut
«Die Migros spart sich in eine wachsende Kundenunfreundlichkeit»

Die Migros zieht bei mehreren Restaurants den Stecker. Während einige Leserinnen und Leser Verständnis für den Entscheid zeigen, werfen andere dem Unternehmen vor, sich zunehmend von seinen früheren Werten zu entfernen.
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Die Migros Ostschweiz schliesst drei Restaurants.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Migros Ostschweiz schliesst Restaurants in Romanshorn, Weinfelden, Schaffhausen und Rorschach
  • Nachfrage sinkt, Investitionen nötig, Fokus auf Take-away-Verpflegung
  • Leserumfrage: 31 Prozent bevorzugen andere Restaurants, 6 Prozent Take-away
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Die Migros-Restaurants haben für viele Kundinnen und Kunden einen festen Platz im Alltag. Trotzdem zeigt sich seit langem ein klarer Trend: Die Nachfrage geht zurück. Immer mehr Menschen kaufen direkt im Supermarkt fertige Menüs, Sandwiches oder Salate, statt im Restaurant zu essen.

Vor diesem Hintergrund baut die Migros Ostschweiz ihr Gastro-Angebot um und schliesst mehrere Standorte. Betroffen sind die Restaurants in Romanshorn TG, Weinfelden TG und Schaffhausen sowie das Take-away in Rorschach SG. Laut Migros ist die Nachfrage seit Jahren rückläufig, gleichzeitig sind an den Standorten hohe Investitionen nötig.

Wenig Begeisterung für Take-away

In einer Umfrage haben wir unsere Leserinnen und Leser gefragt, ob sie regelmässig im Migros-Restaurant essen. Insgesamt haben knapp 4000 Personen teilgenommen. Dabei zeigt sich: 63 Prozent besuchen die Migros-Restaurants häufig, entweder wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses oder weil sie das Essen sehr schätzen. 31 Prozent geben hingegen an, lieber in andere Restaurants zu gehen, während 6 Prozent Take-away bevorzugen.

Frust über Migros-Kurs wächst

In den Kommentaren sorgen die Restaurantschliessungen für gemischte Reaktionen. Während einige Verständnis für den wirtschaftlichen Entscheid zeigen, üben andere deutliche Kritik an der Strategie. Einige Leserinnen und Leser werfen dem Unternehmen vor, sich von früheren Werten zu entfernen. Ruedi Zimmermann schreibt etwa: «Seit alles verändert wurde, zugunsten von Gewinnmaximierung habe ich kein M-Laden oder Restaurant mehr betreten.»

Reto Huber sieht die Entwicklung als schleichenden Verlust aus Kundensicht: «Die Migros spart sich Schritt für Schritt in eine wachsende Kundenunfreundlichkeit hinein.» Aus betriebswirtschaftlicher Sicht seien Anpassungen nachvollziehbar, dennoch stelle sich die Frage, ob damit nicht auch ein Stück Alltagskultur verloren gehe. «Gerade die Migros-Restaurants hatten für viele Menschen eine soziale Funktion, die sich nicht ohne weiteres durch Take-away-Konzepte ersetzen lässt», argumentiert er.

Auch Thomas Moser zeigt sich enttäuscht: «Ich war viele Jahre lang im Migros-Restaurant, bis es zumachte. Zuvor hatten sie noch alles erneuert. Man soll zum Take-away gehen, das aber weiter entfernt ist. Schade!»

Wirtschaftliche Argumente

Auf der anderen Seite relativieren einzelne Stimmen die Kritik und verweisen auf wirtschaftliche Realitäten. Patricia Böni schreibt: «Ich kenne und sehe meistens nur Rentner im Migros-Restaurant. Für diese ist es sicher ein Verlust, aber die können das Restaurant auch nicht selber finanzieren. Wenn die Abteilung Restaurant immer im Minus ist, ist dieser Schritt halt nötig.»

Auch Walter Grätzer zeigt Verständnis für den Schritt: «Sind die Kosten zu hoch, wird ein Bereich aufgelöst. Es gilt Angebot und Nachfrage. Wenn die Umsätze rückläufig sind und die Lohnkosten steigen, ist dieser Entscheid berechtigt.»

Oliver Strub sagt: «Die Migros soll sich auf ihr Kerngeschäft des Detailhandels konzentrieren. Die klassische Quartierbeiz bietet ein lokales Erlebnis, das die Systemgastronomie des Detailhandels mit ihrem standardisierten Angebot nicht ersetzen kann.»

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