Darum gehts
- Der Luzerner Ständerat Damian Müller schlägt vor, das Rentenalter auf 66 Jahre zu erhöhen
- Ziel: Zusätzliche Mittel für Verteidigung statt Mehrwertsteuererhöhung
- User kritisieren Missmanagement im VBS und Belastung älterer Arbeitnehmer
In der Diskussion um die Finanzierung der Armee sorgt ein neuer Vorschlag für Aufsehen: Statt des Vorschlags, die Mehrwertsteuer weiter zu erhöhen, bringt der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller ins Spiel, das Rentenalter für Frauen und Männer auf 66 Jahre anzuheben. Er bezeichnet dieses zusätzliche «Sicherheitsjahr» als mögliche Notbremse, falls im Parlament keine tragfähige Lösung zustande kommt.
Bei unserer Leserschaft löst Müllers Vorschlag heftige Reaktionen aus. «Nach dem F-35-Debakel in alle Richtungen nach Geld zu fragen, hat irgendwie einen seltsamen Beigeschmack», kommentiert Leser Mark Sanner. Das VBS solle «einfach mal richtig einkaufen». Für ihn fehlen nicht die Einnahmen, sondern ein sorgfältigerer Umgang mit den vorhandenen Mitteln.
Noch schärfer drückt es Thomas Lendi aus: «Wieso arbeiten wir nicht gleich so lange, bis der Bestatter kommt?» Den Vorschlag eines höheren Rentenalters hält er für völlig überzogen. Stattdessen fordert er Einsparungen an anderer Stelle: «Beim Asylwesen einsparen, Bund schlank und effizienter machen, BR-Rente abschaffen und Auslandsgelder kürzen. Wir verlochen seit Jahren Gelder!»
Arbeitsmarkt und VBS unter Beschuss
Auch Userin Corinne Meister zeigt sich empört: Sie kritisiert, dass die Politik «einmal mehr komplett versagt» habe, und fragt, «wie man eine Armee nur so runterfahren und derart vernachlässigen» könne. Für sie sei die Situation «absolut unverantwortlich». Besonders problematisch sei nun, dass die Bevölkerung ein Jahr länger arbeiten solle, «wo jeder weiss, wie schwierig es auf dem Arbeitsmarkt für ältere Menschen ist».
Felix Raschle stellt die Beschaffungspolitik des VBS grundsätzlich infrage: «Wenn man die VBS-Beschaffungen der letzten Jahre studiert, kommt man zur Erkenntnis, dass deren Einkäufe nicht mit der modernen Kriegsführung Schritt halten.» Viel zu viel Geld sei verschleudert worden. «Dieses Versagen sollen nun die Bürger mit einer längeren Arbeitszeit kompensieren? Warum weigert sich die FDP immer dagegen, dass im Gesetz zuerst eine Jobgarantie ab 50 eingefügt wird? Hört auf, das Volk für blöd zu verkaufen!»
«Ein zusätzliches Arbeitsjahr ist verkraftbar»
Auf der anderen Seite gibt es auch Leserinnen und Leser, die den Vorschlag begrüssen. «Wenn eine Lösung gefunden wird, wie wir die Stelle auch bis 66 behalten können, dann wieso nicht? Wäre mir tatsächlich lieber als höhere Steuern und Abgaben!», schreibt Userin Tanja Berger.
Elisabeth Hasler-Stoffel hält den Schritt für «richtig, nötig und zumutbar für die Sicherheit unseres Landes». Sie betont, dass ein zusätzliches Arbeitsjahr kein Problem sei, solange man gesund sei. «Bei allen anderen wird es eh kein Thema sein. Packen wirs! Die Schweiz kann beweisen, dass sie eine Willensnation ist und nicht bloss eine Schönwetterfahne.»
Ähnlich argumentiert Hans Weber: «Wenn wir Sicherheit ernst nehmen, müssen wir auch bereit sein, einen Beitrag zu leisten. Ein zusätzliches Arbeitsjahr ist verkraftbar. Vor allem, wenn es darum geht, die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz langfristig zu sichern. Statt immer nur neue Steuern zu fordern, ist es ehrlicher, strukturelle Lösungen zu diskutieren.»