Leser zur F-35-Kürzung
«Die Amis zeigen mit den Kampfjets ihre Abzockerfratze»

Der Bund kürzt die Anzahl an F-35-Kampfjet-Käufen, welche mit den USA ausgehandelt wurden. Durch den Preisanstieg könne man sich schlicht nicht mehr alle leisten. Vor allem die Bürgerlichen protestieren. Unsere Leser zeigen sich gespalten.
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Im Dezember musste Verteidigungsminister Martin Pfister bekannt geben, dass die Schweiz nur noch 30 statt 36 US-Kampfjets beschaffen kann.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz reduziert den Kauf von F-35-Jets von 36 auf 30
  • Grund: 6-Milliarden-Kredit reicht wegen US-Teuerung nicht aus
  • Projektkosten belaufen sich weiterhin auf 6 Milliarden Franken
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Nun steht fest: Es wird weniger Kampfjets für die Schweiz geben. Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hat bekanntgegeben, dass nur noch ein Teil der mit den USA ausgehandelten F-35 Kampfjets angeschafft werden. Von den ursprünglich 36 Maschinen werden es nur noch 30 sein. Aufgrund der Teuerung würde der vom Volk beschlossene 6-Milliarden-Kredit schlicht nicht mehr für alle Flieger ausreichen. 

Das passt FDP-Ständerat Josef Dittli (68) gar nicht. Er hebt hervor, dass das Volk auch über die Anzahl der Jets abstimmte. Da die Maschinen gestaffelt über mehrere Jahre geliefert werden, hätte es auch Spielraum gegeben, meint er. Diesen gebe man nun auf. Auch unsere Leserinnen und Leser beteiligen sich an der Diskussion. Sie teilen sich in zwei eindeutige Lager. 

«Man sollte überlegen, ob wir wirklich Kampfjets brauchen»

Ein Teil der Leserschaft findet den Entscheid der Schweizer Regierung gerechtfertigt. Thomas Zimmermann etwa lobt: «Ein kluger Entscheid. Nicht die Mehrwertsteuer erhöhen, sondern die Ausgaben am Budget anpassen. Ich kann auch nicht zwei Franken ausgeben, wenn ich nur einen Franken habe.» Remo Herzig stimmt zu: «Gut so! Wieso braucht ein so kleines Land überhaupt so viele Kampfjets? 20 würden sicher auch schon ausreichen.» Oliver Thalmann ergänzt: «Die Amis zeigen mit den Jets endlich mal wieder ihre Abzockerfratze. Aber ob das reicht, damit unser Bund sich endlich anderswo umsieht?»

Viele fordern nun gar einen vollkommenen Ausstieg aus dem US-Deal. So schreibt Felix Niederhauser: «Ich würde den ganzen Deal abblasen. Dann sollte man überlegen, ob wir wirklich Kampfjets brauchen.» Er zweifle an deren Mehrwert. «Warum nicht eine Alternative ins Auge fassen», schlägt Patrik Hugentobler vor. Er fügt an: «Es gibt schliesslich auch noch andere Hersteller.» 

Alexander Ingold gibt sich pessimistisch: «Die Schweiz hätte auch mit Kampfjets keine Chance, weder im Angriff noch in der Verteidigung.» Patrick Zwicky empfiehlt deswegen: «Die Anschaffung von Raketen- und Drohnenabwehrwaffen wäre für unser Land viel wichtiger!»

«Jeder will Sicherheit, aber die Armee soll kein Geld ausgeben»

Die Opposition schätzt die Kürzung der ausgehandelten Fliegeranzahl jedoch als massiven Fehler ein. Raphael Liechti gehört zu den Kritikern: «Die Schweiz ist eines der reichsten Länder der Welt, aber das Geld reicht nicht für 36 Jets? Da ist einfach etwas im System falsch.»

Armin Sierszyn schliesst sich an: «Das geht einfach gar nicht! Die Schweiz braucht sie für eine richtige Luftverteidigung! Sicher 60 bis 70 Flugzeuge.»

Martin Felber fragt fordernd: «Und wie will die Schweiz ohne Flieger feindliche Raketen abfangen?» Für Adrian Sutter ist klar: «Es ist an der Zeit, dass unsere Armee endlich auf Vordermann gebracht wird. Oder wollen wir uns im Ernstfall mit Karabiner und Schützenpanzer verteidigen?» Es brauche die Kampfjets unbedingt. Heinz Schmid merkt an: «Jeder will Sicherheit, aber die Armee soll kein Geld ausgeben und aufrüsten auch nicht?»

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