Video soll Treffer des US-amerikanischen F-35 zeigen
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Iran behauptet:Video soll Treffer des US-amerikanischen F-35 zeigen

Angeblich vom Iran getroffen – Pilot verletzt – auch Schweiz kauft 30 Stück
Wie gut ist der F-35-Kampfjet wirklich?

Nach der Notlandung einer F-35 im Nahen Osten kochen die Gerüchte hoch: Die iranische Revolutionsgarde will den Jet schwer beschädigt haben. Auch der Pilot wurde verletzt. Der Jet, den auch die Schweiz bestellt hat, erlebt einen Prestigeverlust.
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Ein von der iranischen Revolutionsgarde veröffentlichtes Video soll den Treffer eines F-35-Kampfjets zeigen.
Foto: X @Osinttechnical

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Iran behauptet, eine US-amerikanische F-35 mit Luftabwehrsystem getroffen zu haben
  • USA bestätigten Notlandung, Pilot erlitt Schrapnellverletzungen laut Insidern
  • Schweiz zahlt 6 Milliarden CHF für rund 30 F-35-Kampfjets
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Marian NadlerRedaktor News

Hat der Iran erstmals einen US-Tarnkappenjet getroffen? Nach der Notlandung eines F-35 im Nahen Osten kursiert ein brisantes Video – doch echte Beweise fehlen. Auch um welchen Typ F-35 es sich handelt, ist noch nicht gesichert. Mutmasslich war es eine F-35A; also die Landversion.

Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das angeblich zeigt, wie eine F-35 von einem iranischen Luftabwehrsystem getroffen wird. Die Echtheit des Videos lässt sich nicht abschliessend verifizieren. 

Die Mullah-Kämpfer erklärten, sie hätten die F-35-Maschine «schwer beschädigt». Mit dem Vorfall vertraute Personen sagten dem US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtmagazin «Air & Space Forces Magazine», der Pilot habe Schrapnellverletzungen davongetragen, nachdem sein Flugzeug getroffen worden war. Das US-Zentralkommando bestätigte gegenüber CNN nur eine Notlandung – und dass der Pilot in «stabilem Zustand» sei.

Ist der Wirbel um die F-35 ein Symbol der Stärke der iranischen Streitkräfte oder nur Propaganda? Fakt ist: Angebliche Erfolgsmeldungen gehören seit Jahren zur iranischen Kommunikationsstrategie – unabhängig überprüfbare Belege bleiben meist aus. Auf X kursieren regelmässig KI-Bilder von angeblich zerstörten US-Kampfflugzeugen.

Der F-35 gilt als einer der modernsten Kampfjets weltweit. Seit 2018 wird der Hightech-Flieger eingesetzt. Fälle, bei denen er von Feindbeschuss getroffen wurde, sind nicht öffentlich bekannt.

Schweiz zahlt 6 Milliarden für F-35-Kampfjets

Das Tarnkappen-Flugzeug F-35 ist für gegnerische Radarsysteme eine besondere Herausforderung, dafür sorgen die spezielle Formgebung und radarabsorbierende Materialien der Maschine. Sollte dem Iran tatsächlich ein Treffer gelungen sein, würde dies neben einem technologischen Prestigeverlust für die USA auch bedeuten, dass der vermeintliche Super-Jet verwundbar wäre.

Noch ist unklar, wie die Iraner die Tarnkappenmaschine lokalisiert haben. Laut Berichten hätten sie dazu nicht nur diverse Radarsysteme, sondern auch Infrarotsensoren verwendet, welche die Wärmesignatur der Triebwerke verfolgten. 

Ganz perfekt ist der Wunder-Jet tatsächlich nicht: Er ist verdammt teuer und gilt als technisch komplex. So zahlt die Schweiz rund 6 Milliarden Franken für rund 30 F-35A-Kampfjets – macht 167 Millionen pro Vogel. Der Entscheid fiel nur knapp, Software und Wartung sind an die USA gebunden.

Gibt es jetzt neue Diskussionen?

Der frühere Luftwaffen-General David Deptula (73) ordnete die Notlandung in einem Kommentar für «Air & Space Forces Magazine» ein. In seiner Lesart widerlegt der Zwischenfall den guten Ruf der F-35 nicht, sondern zeigt eher, dass selbst in stark verteidigtem Luftraum ein beschädigtes Flugzeug noch zurückgebracht werden konnte. Gleichzeitig betont er, dass die Tarnkappentechnologie Flugzeuge zwar schwerer ortbar mache, aber nicht unsichtbar.

Sein Fazit: «Die beschädigte F-35 mahnt uns, dass die Bedrohung real ist. Das Ausbleiben von Verlusten beweist jedoch, wie weit die Luftstreitkräfte fortgeschritten sind – und wie entscheidend die tatsächliche Lufthoheit nach wie vor ist.»

Der F-35 ist also nicht gänzlich entzaubert. In der Schweiz könnte die Notlandung aber neue Diskussionen um die teure Anschaffung der Armee entfachen.

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