Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) will zusätzlich zur Patriot-Luftabwehr ein zweites System beschaffen. Weil die Patriot-Beschaffung harzt, nachdem bereits 650 Millionen Franken angezahlt worden sind. Pfister will auch ein paar Hundert Millionen in die Drohnenabwehr investieren. Und in die Drohnentechnologie. Und er braucht einen Zusatzkredit von 400 Millionen für die Mehrkosten der F-35-Beschaffung, obwohl nicht wie geplant 36 Kampfjets gekauft werden.
In allen Bereichen soll die Armee gestärkt werden, überall klaffen Löcher. Das ist nicht Pfister anzulasten, sondern die Folge von jahrelangen Fehleinkäufen, Unterlassungen und der Planlosigkeit seiner Vorgänger und der Vorgängerin.
Doch auch hinter Pfisters Plänen ist keine Strategie sichtbar. Wo er die Prioritäten setzt, ist nicht erkennbar. Von allem ein bisschen, nichts konsequent.
Zwar hat sich die weltpolitische Lage in den letzten Jahren markant verändert, dennoch und erst recht ist eine weitsichtige Ausrichtung der Armee nötig. Umso mehr, als die vorgesehene Finanzierung der zusätzlichen Ausgaben über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer chancenlos scheint.
Das von Verteidigungsminister Pfister präsentierte Flickwerk überzeugt nicht. Es ist aus vielen Kompromissen geboren, die auch aus der inkonsequenten Haltung des Parlaments resultieren. (Fast) alle wollen angeblich die Armee stärken, aber alle anders. Und mit Geld, das niemand lockermachen oder anderswo wegnehmen will.