Leser zur Ausländer-Maut
«21 Franken sind lachhaft»

Ausländer auf der Durchreise sollen an den Schweizer Grenzen bald mehr bezahlen. Nun hat nach dem Ständerat auch der Nationalrat einer Transitgebühr zugestimmt. Auch ein Umsetzungsvorschlag besteht bereits. Unsere Leserinnen und Leser haben jedoch eigene Vorstellungen.
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Der angenommene Vorstoss für eine Transitabgabe für ausländische Durchreisende wurde von Ex-SVP-Präsident Marco Chiesa initiiert.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Transitabgabe für ausländische Durchreisende von Schweiz beschlossen, 21 CHF vorgeschlagen
  • Zusatzabgabe bei weniger als 12 Stunden Aufenthalt
  • Leser äussern Kritik am Plan, liefern Gegenvorschläge
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Nun haben sowohl die kleine als auch die grosse Kammer die Transitabgabe abgesegnet. Für Ausländer, welche die Schweiz nur zur Durchfahrt nutzen und sich nur kurz im Land aufhalten, soll es künftig teurer werden. Die Höhe der Abgabe soll sich am Verkehr, der Tageszeit und dem Wochentag orientieren. Bisher wird von 21 Franken gesprochen, die neben der Autobahnvignette anfallen könnten. 

Ein Ansatz zeigt vor, wie genau abgerechnet werden könnte. Fahrzeuge sollen bei der Grenzüberquerung ins Land erfasst werden. Verlässt ein Vehikel die Schweiz in einem Zeitfenster von unter 12 Stunden wieder, wird die Zusatzabgabe fällig. Die Mehrheit unserer Leserschaft findet an dieser Methode nur wenig gefallen. 

«Diese Idee ist nicht zu Ende gedacht»

Viele Leserinnen und Leser heben die Löcher im vorgeschlagenen Plan hervor. So fragt Diego Bissig etwa: «Aber wie werden Durchfahrende im Wohnwagen an die Kasse gebeten, die mehr als 12 Stunden brauchen und ein mitgebrachtes Brötchen essen? Die kommen davon.» François Neiens hebt zudem hervor: «Demnach werden die Grenzgänger für jeden Tag, an dem sie hier zur Arbeit fahren, auch diese Gebühr zahlen müssen, da sie sich weniger als 12 Stunden in der Schweiz aufhalten werden. Das kann lustig werden.»

Thomas Schneider stimmt zu und fügt an: «Diese Idee ist nicht zu Ende gedacht. Wer 11 Stunden und 50 Minuten in der Schweiz war, hält einfach vor dem Zoll für 10 Minuten an, um die Gebühr nicht zahlen zu müssen. Die Folgen seien noch mehr Stau und eine grössere Belastung der grenznahen Orte.» Ähnlich argumentiert Heinz Fischer: «Wenn ich 2 Stunden oder mehr am Gotthard stehe, und auf der rechten Spur ein kurz Schläfchen mache, muss ich dann immer noch die Gebühr zahlen? Frage für einen Freund.»

«Das ist schon lange überfällig»

Befürworter zeigen sich in den Kommentaren nur selten. Einer der wenigen ist Ueli Baltensperger: «Die Gebühren sind schon lange überfällig, wenn ich daran denke, was man im benachbarten Ausland für die Durchreise bezahlt.» Thomas Dennler fügt an: «Die Maut muss immer gelten, sonst ruft es nur wieder die Schlaumeier auf den Plan.»

Andere unterstützen die Durchfahrtsmaut grundsätzlich, kritisieren jedoch den niedrigen Betrag. So schreibt Peter Guggenbühl: «21 Franken sind lachhaft. So lachen sich die Durchfahrer nur ins Fäustchen.» Auch Giovanni Capo merkt an: «Guter Ansatz, aber 21 Franken sind viel zu wenig! 121 Franken wären pro Durchfahrt schon eher angemessen.» 

«Warum nicht einfach die Vignettenpreise senken?»

Was es in der Leserschaft reichlich gibt, sind Gegenvorschläge. Patrick Huber legt eine teurere Autobahnvignette nahe: «Vignette auf 400 Franken erhöhen, dafür bei Schweizer Fahrern gewisse Vergünstigungen machen. Das Problem wäre gelöst.» Daniel Stufer bläst ins selbe Horn: «Das wird so nur Ärger geben. Warum nicht einfach die Vignettenpreise senken, und dafür die Steuern für Schweizer Autobesitzer um den gleichen Preis verkleinern?» 

Andere sehen in einer Tunnelmaut die rettende Lösung. So etwa Konrad Stoll: «Jeder soll bei allen Alpentunnels bezahlen. Könnte im modernsten Fall ohne Halten und automatisch erledigt werden.» Auch Conrad Sandmeier ist überzeugt: «Eine Gotthardtunnelgebühr könnte innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden und hätte einen ähnlichen Effekt.» Stefan Fankhauser ergänzt: «Warum muss die Schweiz für die Strassen wieder etwas Überkompliziertes erfinden? An allen Alpentunnels zahlen. Das ist einfach und EU-kompatibel.»

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