Darum gehts
- Inferno in Crans-Montana entfacht Debatte über Pyrotechnik-Verbot in der Schweiz
- Wallis, Waadt, Genf verbieten Pyrotechnik in Betrieben, weitere Kantone könnten folgen
- Mehrheit der Leser fordert generelles Verbot, einige plädieren für strengere Kontrollen
Das Inferno in Crans-Montana VS hat sich in das Bewusstsein vieler Schweizerinnen und Schweizer eingeprägt. Da der tragische Brand durch Feuerwerkskörper verursacht wurde, stellen sich aktuell viele die Frage: Sollte Pyrotechnik überhaupt noch erlaubt sein?
Auch auf Kantonsebene wird über die Frage diskutiert. Der Kanton Wallis und Waadt haben den Gebrauch von Pyrotechnik in Betrieben als Erste verboten. Nun hat auch der Kanton Genf nachgezogen. In der Mitteilung des Kantons wird die Notwendigkeit erhöhter Sicherheitsvorkehrungen betont. Weitere Kantone könnten folgen. Ein Grossteil unserer Leserinnen und Leser befürwortet ein Verbot von Pyrotechnik.
«Es braucht ein generelles Verbot, und zwar ab sofort»
Viele in der Community sind sich einig, dass es vor allem in Innenräumen keine Pyrotechnik geben sollte. Marc Moeri schreibt entschieden: «Pyros haben drinnen nichts zu suchen. Das ist einfach grob fahrlässig. Da musste ja mal was passieren.» Heidi Keller fragt: «Wie lange zögern die anderen Kantone noch? Pyros in Innenräumen, gehts eigentlich noch?» Auch Richard Mändli stimmt zu. Er hat vor allem Orte mit Alkoholausschank im Hinterkopf: «Es braucht ein generelles Verbot für Feuerartikel in Bars, und zwar ab sofort.»
Einige gehen noch einen Schritt weiter und fordern die Abschaffung von Feuerwerkskörpern und anderen Explosivstoffen auch unter freiem Himmel. «Ich bin schon lange dafür, dass Pyrotechnik an öffentlichen Orten sowie in geschlossenen Räumen verboten wird», kommentiert Jacques Boehmer.
Auch Tim Wagner fordert eine Prohibition an Orten mit grossen Menschenmassen: «Pyros haben weder in Fussballstadien und schon gar nicht in geschlossenen Räumen mit vielen Partygästen etwas zu suchen.» Lino Baudo fragt mit dem gleichen Gedankengang: «Wie lange tolerieren wir noch Pyros bei Fussballspielen und Demonstrationen? Muss es dort auch erst Tote geben, bis durchgegriffen wird?» Jedoch sind nicht alle auf der Seite eines strikten Verbotes.
«Verbieten ist natürlich einfacher als richtig kontrollieren»
Nicht ganz so weit würden andere Leserinnen und Leser gehen. Sie sehen viel mehr Potenzial in strengeren Brandschutzkontrollen als in einer vollkommenen Abschaffung. Erkki Müller schreibt: «Wenn der Brandschutz entsprechend angepasst und verschärft wird, sollte es weiterhin möglich sein, Wunderkerzen benützen zu können.» Er fügt an: «Man soll nicht gleich alles verbieten, sondern anpassen, sodass sich jüngste Ereignisse nicht wiederholen.»
Zudem bremst Martin Felber: «Feuer sollte man nicht verbieten, sondern richtig regulieren und betreiben. Sonst wird der Fonduebrenner irgendwann auch verboten.» Heinrich Neumann kommentiert: «Verbieten ist natürlich einfacher als richtig kontrollieren. Schon Wahnsinn.»
Einige suchen die Verantwortung spezifisch bei den zuständigen Instanzen. Johann Gysin schreibt, dass die genannten Kantone nun nur ein Verbot lancieren, «damit die Betreiber einfach die Fontänen aus dem Sortiment nehmen können, anstatt ihre Lokalitäten aufwendig zu überprüfen.» Eric Lang hebt hervor: «Die Kontrollbehörden sind doch gerade für die Kontrolle da. Sie müssen die Vorschriften bezüglich Brandschutz durchsetzen.»