Leser zum Kampfhund-Verbot
«Das Problem ist auf der anderen Seite der Leine»

Die Debatte um ein mögliches Kampfhunde-Verbot im Aargau spaltet die Leserschaft. Während viele strengere Regeln für Halter verlangen, fordern andere ein schweizweites Verbot bestimmter Rassen.
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Kampfhunde sind höchst umstritten.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zürich verbietet seit 2024 gefährliche Hunderassen, Aargau diskutiert ähnliches Verbot
  • Gegner kritisieren Halter statt Hunde, fordern verpflichtende Schulungen für Besitzer
  • Unterstützer fordern schweizweites Verbot gefährlicher Rassen mit hohem Schadenspotenzial
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Die schweren Hundeattacken in Zürich haben die Diskussion über sogenannte Kampfhunde neu entfacht. Nachdem ein Rottweiler 2024 zwei Kinder schwer verletzt hatte, führte der Kanton Zürich ein Verbot für Rottweiler, Pitbulls und Bullterrier ein. Auch in den Kantonen Genf, Freiburg und Wallis gelten bereits ähnliche Regelungen.

Nun wird auch im Aargau über ein Verbot diskutiert. SVP-Grossrat Thomas Zollinger (50) sagt zu Blick: «Tiere, die Menschen entstellen und töten können, gehören nicht unter die Leute!» Er hat deshalb eine Motion eingereicht, die Kampfhunde verbieten will. Ob der Vorstoss eine Mehrheit findet, ist noch offen. 

Kein Verbot, aber mehr Regeln?

Das Thema sorgt auch in unserer Leserschaft für kontroverse Diskussionen. Viele sehen nicht die Hunderasse als Problem, sondern die Verantwortung der Halter. «Als langjähriger Diensthundführer und Ausbildner ist es für mich klar: Nicht die Hunde sind das Problem, sondern die ungeeigneten Hundehalter», schreibt Peter Franz. Er kritisiert, jeder könne sich heute eine beliebige Hunderasse anschaffen, absolviere bestenfalls einen «Hausfrauen-Hundekurs» und glaube danach, genügend vorbereitet zu sein. «So geht das aber nicht. Vor allem starke Hunde gehören in ein ständiges Training unter fachgerechter Anleitung.»

Ein weiterer Leser findet, es werde «eine Politik auf Kosten des Tieres betrieben». Jede Hunderasse habe ihre eigenen Potenziale, entscheidend sei aber der Einfluss des Menschen auf das Tier. «Ich bin klar gegen ein Verbot, aber dafür, dass Hundehalter, die eine Rasse mit Potenzial besitzen, eine obligatorische Schulung besuchen und regelmässig Kurse belegen.»

Auch Hanspeter Bayer sieht den Ansatz eines Verbots kritisch. «Das ist doch mal wieder Symptombekämpfung. Das Problem ist selten der Hund, sondern das Problem ist auf der andern Seite der Leine – nämlich der Besitzer. Da müsste man ansetzen.»

Eigenverantwortung reiche nicht

Andere Leser unterstützen hingegen ein Verbot. Michael Müller fordert, die Regeln müssten schweizweit einheitlich gelten: «Entmachtet endlich die Kantone in dieser Frage und regelt es einheitlich in der ganzen Schweiz. Der Wildwuchs ist doch ein Desaster.» Gefährliche Hunderassen gehörten konsequent verboten, schreibt er weiter, denn er wolle seine Kinder nicht durch einen Kampfhund gefährdet sehen.

Auch Ruedi Zimmermann spricht sich für ein schweizweites Verbot aus. «Tiere, die Menschen entstellen und töten können, gehören nicht unter die Leute. Selbst Hundehalter, die sich der Verantwortung bewusst sind, werden nie sicher sein, ob der Hund plötzlich jemanden angreift.»

Pascal Ruppen bezeichnet den Vorstoss als «überfällig». Zwar treffe die gängige Entgegnung zu, dass primär der Halter verantwortlich sei – sie beantworte aber die falsche Frage. «Entscheidend ist nicht die Häufigkeit von Zwischenfällen, sondern deren Schadenspotenzial im Ernstfall. Dieses lässt sich bei bestimmten Rassen anatomisch wie zuchtgeschichtlich nicht wegdiskutieren. Es bleibt zu hoffen, dass weitere Kantone dem Aargauer Beispiel folgen, statt weiter auf reine Eigenverantwortung zu setzen!», schreibt er.

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