Baba (32) führt Blick durchs Slum in Kalabrien
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«Absolute Unmenschlichkeit»:Baba (32) führt Blick durchs Slum in Kalabrien

Leser zu Zeltstadt in Italien
«Solche Verhältnisse grenzen an moderne Sklaverei!»

Blick-Reporterin Helena Graf beleuchtet die üblen Verhältnisse in einem italienischen Arbeiterghetto. In der Zeltstadt Tendopoli leben die Arbeitsmigranten am absoluten Existenzminimum. In unserer Leserschaft löst der Einblick eine Moraldiskussion aus.
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Das Zeltlager Tendopoli bei San Ferdinando in Kalabrien beherbergt bis zu 1000 Bewohner.
Foto: Helena Graf

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In San Ferdinando leben 150 Migranten in elenden Zeltstädten
  • Während der Zitrusernte steigt die Zahl auf über 1000 Menschen
  • Seit 15 Jahren wurden keine besseren Wohnalternativen geschaffen
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Alessandro KälinRedaktor Community

Dreckige Zelte, Müllberge und erschöpfte Feldarbeiter. Slums, die man sonst nur aus Drittweltländern kennt, sind auch in Europa Realität. Blick-Reporterin Helena Graf hat einen Blick in die Zeltstadt Tendopoli in San Ferdinando riskiert. Das süditalienische Ghetto beherbergt etwa 150 Arbeitsmigranten. Während der Zitrusernte sind es über 1000, die nach der harten Feldarbeit in den löchrigen Stoff- und Plastikzelten unterkommen. 

Schon seit über 15 Jahren verspricht die Politik bessere Wohnalternativen. Trotzdem werden immer noch neue Zelte in dem Elendsquartier aufgestellt. Die Unterbringung der Arbeiter sorgt laufend für Konflikte. Auch in unserer Community hinterlassen die Armutsbilder Spuren. Viele können nicht glauben, dass sie aus unserem direkten Nachbarland stammen. 

«Über Immigranten jammern, aber auf der anderen Seite profitieren»

Viele Leserinnen und Leser sind schockiert über die schlimmen Verhältnisse innerhalb des Slums. Armin Brüsch schreibt aufgebracht: «Das ist Ausbeutung ohne Ende, während die Geschäftsherren immer reicher werden. Solche Verhältnisse grenzen an moderne Sklaverei!» Peter Moser stimmt zu: «Wohnsituationen wie diese waren schon im letzten Jahrhundert nicht mehr menschenwürdig. Ich habe keine Worte dafür.»

Othmar Derwey kritisiert die italienische Regierung: «Da wird sich wohl kaum an die Richtlinien der EU für Gastarbeiter gehalten. Frau Meloni, wo bleiben da die Lösungsansätze?» Ralf Neumann fordert ebenso: «Sofort Meloni und die restliche italienische Politik zur Verantwortung ziehen. Über Immigranten jammern, aber auf der anderen Seite profitieren. So was geht gar nicht!» 

Eine Lesergruppe macht unseren Konsum verantwortlich

Für manche tragen die Konsumenten ebenfalls einen Teil der Schuld. Fritz Frigorr stellt auch die Schweiz an den Pranger: «Hierzulande interessiert das kaum. Alle wollen nur möglichst wenig für die Lebensmittel bezahlen. Wer sie unter welchen Bedingungen erntet, ist vielen egal.» Auch Stefan Sutter ist konsumentenkritisch: «Hauptsache billig. Der Kunde will es schliesslich so.»

Sabine Müller fügt an: «Solange die Läden in der Schweiz die Preise drücken, damit wir Schweizer zehn Rappen weniger zahlen, können die Leute dort kaum noch von ihrer Arbeit leben.» Andy Honegger kommentiert: «Geiz ist eben geil. Auch Gemüse und Obst müssen immer noch billiger sein. Ich würde gerne mehr bezahlen. Aber das Geld müsste wirklich bei jenen ankommen, die arbeiten. Wir könnten etwas daran ändern, wenn wir wollen würden.»

«Diese Leute haben ihr Heimatland freiwillig verlassen»

Andere Leserinnen und Leser widersprechen. Eric Lang merkt etwa an: «Fakt ist, wir könnten den doppelten und dreifachen Preis für das Obst bezahlen. Die Löhne wären weiterhin mies, und die Unterkünfte der Arbeiter gleich prekär.» Klaus Müller fragt: «Würde es den Arbeitern ohne diese Tagelöhner wirklich bessergehen? Ich denke nicht. Rund um den Globus wandern Menschen der Arbeit nach.»

Leandra Gasser ist zudem überzeugt: «Diese Leute haben ihr Heimatland freiwillig verlassen, um dort zu arbeiten. Sie haben sich vermutlich dazu entschieden, weil sie immer noch viel mehr verdienen als in der Heimat.» Thomas Schmid stimmt zu: «Solche Verhältnisse gibt es überall auf der Welt. Sie sind in einem freien Land und können jederzeit gehen.»

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