Leser zu Umzugsgerüchten
«Die Schweizer Demokratie will die UBS scheinbar nicht mehr»

Die Chefetage der UBS ist unzufrieden mit den neuen Kapitalvorschriften. Zusammenschlüsse mit der ausländischen Konkurrenz sind für die Grossbank ein denkbarer Ausweg. Ein möglicher Wegzug der UBS sorgt in unserer Community für Diskussionen.
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Dämpfer in der Karriere: UBS-Chef Sergio Ermotti.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ständerat fordert 90 Prozent hartes Kernkapital für ausländische Beteiligungen der UBS
  • UBS könnte deswegen Fusionen mit ausländischen Banken ins Auge fassen
  • Umfrage: 55 Prozent der 5800 Teilnehmer bedauern möglichen UBS-Wegzug, 45 Prozent nicht
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Alessandro KälinRedaktor Community

Die UBS und die Schweiz könnten vielleicht getrennte Wege gehen. Der Ständerat will, dass die Grossbank ihre ausländischen Beteiligungen künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegt. Falls der Nationalrat mitzieht, haben CEO Sergio Ermotti (66) und Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher (69) vergebens für einen Kompromiss gekämpft. Die Spannung könnte für die Schweiz gröbere Folgen haben. 

Laut Insidern signalisieren aktuell mehrere ausländische Banken, dass sie Interesse an einem Zusammenschluss mit der UBS haben. Auf Finanzportalen werden bereits Namen wie Morgan Stanley, die Deutsche Bank und Standard Chartered genannt. Durch eine Fusion mit einem ausländischen Konkurrenten und einem Wegzug könnte sich die UBS der Schweizer Regulierung entziehen. Wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, bleibt vorerst noch unklar. Allerdings sorgt in unserer Community allein die Möglichkeit eines UBS-Umzugs für eine hitzige Debatte.

So steht die Community zur potenziellen Auswanderung der UBS

Gemäss einer Blick-Leserumfrage mit knapp 5800 Teilnehmern würden ganze 55 Prozent einen UBS-Wegzug bedauern. Diese Gruppe fürchtet sich vor den Folgen für die Schweiz, sollte sie die Bank verlieren. 

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Die verbliebenen 45 Prozent sind jedoch gegenteiliger Ansicht. Sie fänden es keineswegs tragisch, wenn sich die UBS aus der Schweiz verabschieden würde. Manche von ihnen halten einen solchen Schritt schlicht für unwahrscheinlich. In der Kommentarspalte wird eine ähnliche Debatte geführt. 

«Die Bahnhofstrasse kann sich auf viele arbeitslose Banker vorbereiten»

In vielen Leserinnen und Lesern lösen die Gerüchte um die UBS grosse Besorgnis aus. Karin-Maria Schaefer ist etwa überzeugt: «Die UBS wird sich einen neuen Ort suchen, an dem sie nicht mit Füssen getreten wird. Diese Riesenlücke werden wir normalen Steuerzahler kompensieren müssen.» Claudio Bachmann schliesst sich an: «Das Verdikt des Ständerats kann für die Schweiz wirtschaftlich fatale Folgen haben. Risiken lassen sich im Allgemeinen nie zu 100 Prozent absichern, diese Kapitalvorschriften gehen meines Erachtens zu weit.»

Gianna Cramamoja kommentiert: «Die Schweizer Demokratie will die UBS scheinbar nicht mehr. Soll der freie Markt das richten. Eine Fusion im Ausland ist für die Bank eine gute Option.» Thomas Leu rügt: «Ein Eigentor für die Schweiz. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn Tausende Arbeitsplätze und Steuergelder verloren gehen?» Oskar Fischer fügt an: «Die Bahnhofstrasse kann sich schon mal auf viele arbeitslose Banker vorbereiten.»

«Alles nur Drohungen, um die Regierung umzustimmen»

Andere Mitglieder unserer Community sehen keinen Grund zur Aufregung. Toni Solingo ist einer von ihnen: «Einen Wegzug der UBS aus der Schweiz halte ich für unwahrscheinlich. Die Bank profitiert massiv von der Marke Schweiz und von unserer politischen Stabilität.» Ruedi Zimmermann ist derselben Ansicht: «Die Schweizer Bevölkerung vor einem möglichen Konkurs zu schützen, ist richtig. Ob die UBS die Schweiz verlässt, wird sich zeigen. Ich denke eher nicht.»

Matthias Grey schreibt: «Alles nur Drohungen, um die Regierung umzustimmen. Umsetzen wird Ermotti gar nichts.» Rüdiger Meyer hebt hervor: «Menschen legen ihr Geld in der Schweiz an, weil wir für Sicherheit stehen. Der Ruf der Schweiz ist also ein Plus für die UBS, nicht umgekehrt. Sollen sie gehen, die Geschäfte werden dann andere Banken übernehmen.» Markus Moser argumentiert ähnlich: «Wenn die UBS tatsächlich derart essenziell für unseren Wohlstand ist, dann täten wir sowieso gut daran, uns von dieser Abhängigkeit zu befreien.»

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