Darum gehts
- Der Ständerat verlangt, dass die UBS ausländische Beteiligungen zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital absichert
- Keller-Sutter hält die Drohung eines Wegzugs für unrealistisch
- 2023 garantierte der Bund bis zu 100 Milliarden Franken für die CS-Rettung
Seit dem Untergang der Credit Suisse will Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62) die Kapitalvorschriften für die UBS verschärfen. Die Bank soll ihre ausländischen Beteiligungen mit hartem Kernkapital absichern.
Mehr Eigenkapital bedeutet für die UBS höhere Kosten. Entsprechend hart kämpfte die Spitze am Zürcher Paradeplatz gegen die Pläne.
«Der Bundesrat ist der Bank bereits entgegengekommen», sagt Keller-Sutter im Interview mit CH Media. Trotzdem habe die UBS sämtliche Vorschläge als «extrem» bezeichnet. «Sie ist auf Tutti gegangen – wahrscheinlich in der Annahme, dass sie sich im Parlament ohnehin durchsetzt. Das war ja früher immer so.» Die Drohung eines Wegzugs hält Keller-Sutter zudem für unrealistisch. Dieser sei teuer und rechtlich kompliziert.
Genützt hat der Widerstand der Bank jedenfalls wenig: Der Ständerat hat am Mittwoch beschlossen, dass die UBS ihre ausländischen Beteiligungen zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegen muss.
«Das war ein ordnungspolitischer Sündenfall»
«Schon nach der Finanzkrise 2008 war der Druck der Banken enorm», so Keller-Sutter. Damals hat sich der Bundesrat dem gebeugt. «Diesmal blieben wir standhaft.»
Der Untergang der CS hat die Politikerin geprägt. 2023 musste der Bund der SNB bis zu 100 Milliarden Franken garantieren, dazu kamen neun Milliarden für mögliche Verluste der UBS aus der Übernahme. «Das war ein ordnungspolitischer Sündenfall», sagt Keller-Sutter.
Die UBS habe dabei durchaus eigene Interessen verfolgt. Beim ersten Treffen verlangte sie eine volle Staatsgarantie. «Da sagte ich sinngemäss: ‹Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Das kann ich selbst.›» Erst später hätten sich die Parteien geeinigt.
Für Keller-Sutter war die Übernahme die «am wenigsten schlechte» aller schlechten Lösungen. Klar sei aber auch gewesen: Eine grössere UBS braucht strengere Regeln. «Was wir jetzt vorschlagen, war bei der UBS schon 2008 ein Problem», sagt sie gegenüber CH Media. «Damals hat man es leider nicht behoben, sondern weglobbyiert.»