Darum gehts
- Energieminister Rösti fordert 2,3 Milliarden Franken für vier fossile Kraftwerke
- 4 Milliarden Franken sollen Stromverbraucher in 20 Jahren zahlen
- Leser fordern erneuerbare Energien, AKWs und kritisieren fossile Brennstoffe
Die Sicherung von Stromreserven wird immer mehr zu einem Fass ohne Boden. Energieminister Albert Rösti (59) fordert vom Parlament 2,3 Milliarden Franken, um vier fossil betriebene Kraftwerke zu bauen. Sein Ziel ist es, mögliche Stromlücken in der Schweiz zukünftig zu verhindern. Diese und weitere Massnahmen gegen eine Strommangellage kommen auch die Stromverbraucher teuer zu stehen. Vier Milliarden werden in den nächsten 20 Jahren von der Bevölkerung fällig.
Während das Bundesamt für Bevölkerungsschutz sich für den Plan des SVP-Bundesrats ausspricht, halten im Parlament mehrere Kommissionen dagegen. Neben den enormen Kosten wollen die Parlamentarier einen weiteren Reinfall wie beim eingestampften Reservekraftwerk in Birr AG verhindern. Auch in der Blick-Leserschaft herrscht Uneinigkeit über die Stromzukunft der Schweiz.
«Wer jetzt noch auf fossile Brennstoffe setzt, lebt fernab der Realität»
Eine Mehrheit unserer Leserinnen und Leser will unter keinen Umständen, dass die fossilen Notkraftwerke umgesetzt werden. Joe Hinz ist einer von vielen: «Wer jetzt noch auf fossile Brennstoffe setzt, lebt fernab der Realität.» Kurt Huber argumentiert ebenso: «Seit Jahrzehnten wird von einer möglichen Stromlücke gefaselt. Aber anstatt etwas zu machen, träumt Rösti lieber von der Vergangenheit.»
Bernd Reichenberger fragt: «Und das Öl für die Kraftwerke kommt aus dem Wallis? Sonst wären wir ja wieder abhängig vom Ausland.» Beat Busslinger erinnert an das Reservekraftwerk im Aargau: «In Birr wurden Millionen für ein gasbetriebenes Notstromwerk ausgegeben, welches nie in Betrieb genommen wurde. Und unser Bundesrat fordert nun Milliarden, um noch mehr zu bauen?»
«Rösti badet jetzt aus, was uns eingebrockt wurde»
Andere argumentieren hingegen für die vier neuen Kraftwerke. Walter Portmann schreibt: «Rösti badet jetzt aus, was uns von früheren Energieministern eingebrockt wurde. Windräder und Solarpaneele liefern vermutlich nicht genügend Strom für künftige Hitzesommer.» Markus Semmler stimmt zu: «In den letzten Jahren wurde es verpasst, präventiv etwas gegen Strommangellagen zu unternehmen. Nun muss halt eine Notlösung her.»
Auch für Joseph Bucheli ist klar: «In der Stromversorgung leben wir auf Kosten der Vergangenheit. Seit Jahrzehnten wurde nichts gemacht. Das rächt sich nun.» Hans-Peter Stöckel ist überzeugt: «Das ist der günstigste und schnellste Weg für die Strom-Versorgungssicherung. Umsetzen bitte.»
Community fordert Solarzellen, Windräder und AKWs
Eine letzte Lesergruppe beharrt auf dem Ausbau von alternativen Stromquellen. Peter Brunner will auf erneuerbare Energien setzen: «Es braucht eine Kombination aus Solarkraft, Windkraft, Wasserkraft und Stromspeichern. Alles andere hat keine Zukunft.» Auch für Beat Steiner ist klar: «Die Lösung liegt im Ausbau von Solaranlagen und Windrädern. Aber davon will Rösti ja nichts wissen.»
Christoph Paul sieht die Sache etwas anders. Für ihn sind AKWs die beste Lösung: «Da helfen Solarpaneel und Windrad auch nicht. Der Atomstrom muss wieder her, und zwar zackig!» Andreas Brüllhardt schliesst sich an: «Wann können wir endlich über die neuen AKWs abstimmen? Atomstrom ist einer der zuverlässigsten Stromlieferanten. Wir müssen jetzt etwas tun!»