Darum gehts
- Economiesuisse: Jugendliche haben immer weniger Basiswissen in Lesen, Schreiben, Rechnen
- Leserumfrage: 60 Prozent der Leser fordern engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Industrie
- 17 Prozent wollen bessere Berufsinfo, 10 Prozent attraktivere Lehrberufe, 6 Prozent bessere Bedingungen
Neue Lehrlinge werden für die Arbeitgeber immer mehr zu Sorgenkindern. Laut Wirtschaftsdachverband Economiesuisse mangelt es den Schulabgängern immer mehr an Basiswissen. Vor allem beim Lesen, Schreiben und Rechnen werden Jugendliche immer schwächer. Aufgrund von mangelhafter Schulbildung fällt es vor allem Lehrbetrieben in der Industrie immer schwerer, geeigneten Arbeiternachwuchs zu finden.
Economiesuisse, der Schweizerische Gewerbeverband und der Arbeitgeberverband haben zu dem Thema 3000 Ausbildungsverantwortliche befragt. Die Erhebung zeigt, fehlende Grundkompetenzen werden zunehmend zum Problem. Um einen noch tieferen Bildungsstand zu verhindern, müssen laut Economiesuisse Lösungen her. Dieser Ansicht ist auch unsere Leserschaft.
Die besten Lösungsansätze in den Augen der Community
In einer Leserumfrage mit 4400 Teilnehmern fordern ganze 60 Prozent eine engere Zusammenarbeit zwischen Branchen und Schulen, um die Jugendlichen fit für Industrieberufe zu machen. Weitere 17 Prozent wünschen sich, dass Schüler grundsätzlich besser über Berufe und Karrierechancen informiert werden.
10 Prozent sind derweil der Ansicht, es liegt an den Lehrbetrieben, Industrieberufe attraktiver zu machen. Weitere 6 Prozent fordern bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Die verbliebenen 8 Prozent haben andere Lösungsansätze im Sinn. Auch in den Kommentaren zieht eine grosse Mehrheit die Schulen zur Verantwortung.
«Das Schulsystem setzt die Schwerpunkte nicht richtig»
Viele Leserinnen und Leser kritisieren aktuelle Lehrpläne. Melanie Felix ist eine von ihnen: «Die Betriebe löffeln jetzt die Suppe aus, die uns die Bildungsverantwortlichen mit ihren unzureichenden Schulsystemen eingebrockt haben.» Monika Lutz rügt ebenso: «Es kann nicht sein, dass Lehrbetriebe den Auszubildenden erst Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen müssen. Dies ist der Lehrauftrag der Schulen.»
Für Joe Haldner ist klar: «Die Jugendlichen sind nicht dümmer. Nur setzt das Schulsystem die Schwerpunkte nicht mehr richtig.» Marta Thürig kann nur zustimmen: «Grundkompetenzen müssten wieder vermehrt trainiert und vertieft werden in der Schule.»
Dani Schiesser ist zudem der Ansicht: «Schulfächer sollten berufsorientiert gestaltet werden. Nicht in jedem Beruf sind später die gleichen Kompetenzen wichtig.» Stephan Borer schreibt: «Das Problem ist auch, dass es oft am allgemeinen Grundwissen fehlt. Junge Leute kennen oft nicht mal die einfachsten Werkzeuge, da fängt man von null an.»
«Zunehmend faul und überhaupt nicht belastbar»
Andere sind der Ansicht, dass sich auch die angehenden Lehrlinge vermehrt an der eigenen Nase nehmen müssen. Für Eric Lang ist die Wurzel des Übels eindeutig: «Wenn man halt die meiste Zeit am Smartphone hängt, erlernt man auch keine Grundkompetenzen.»
Auch Michael Ronner merkt an: «Ablenkungen wie TikTok gab es früher nicht. Diszipliniertes Lernen und fundiertes Handwerk schaffen gute Arbeitskräfte. Social Media hingegen vor allem Aufmerksamkeitsverlust.» Hans-Ulrich Adam wendet sich direkt an die Jugendlichen: «Liebe Gen Z, das Handy und KI erledigen die Arbeit nicht für euch!»
Josef Wolf fügt an: «Dumm würde ich sie nicht nennen. Aber schon zunehmend faul und überhaupt nicht belastbar.» Martha Meier berichtet: «Viele wollen heute gar nicht mehr lernen und arbeiten. Habe schon von vielen Jungen gehört, sie werden lieber Influencer. Ja, dann Prost.»